Johann Gottfried Gellius

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Johann Gottfried Gellius (geboren am 27. April 1732 in Dresden; gestorben am 26. August 1781 in Leipzig) war ein deutscher Übersetzer und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gellius war der Sohn des Juristen Johann Constantin Gellius. Er studierte Theologie in Leipzig, entschied sich aber nach dem Abschluss als Magister dafür, ein Privatgelehrter zu werden und fortan als Übersetzer deutscher und englischer Literatur zu arbeiten. Ein zu jener Zeit stark anwachsender Bedarf an Übersetzungen aktueller Literatur und entsprechende Sprachkenntnisse erlaubten ihm so eine einigermaßen sichere Existenz.

Die von ihm angefertigten zahlreichen Übersetzungen decken ein breites Spektrum ab. Dazu gehören belletristische Werke wie die Nouvelle Héloïse (1761 erschienen, im gleichen Jahr erschien der erste Teil von Gellius’ Übersetzung) von Jean-Jacques Rousseau oder Oliver Goldsmiths Vicar of Wakefield (1766 erschienen, Gellius’ Übersetzung 1767) und auch dramatische Werke, etwa die Dramen von George Lillo (1777 f.). Daneben übersetzte er Schriften philosophischen (Francis Hutchesons Abhandlung über die Natur und Beherrschung der Leidenschaften 1760), historischen (Christoph Hermann von Mansteins Historische, politische und militärische Nachrichten von Rußland 1771) und religiösen (Formeys Vernünftige und christliche Andachtsübungen 1770) Inhalts. Weiterhin gab er teils vielbändige Sammlungen von Unterhaltungsliteratur heraus (Unterricht und Zeitvertreib für das schöne Geschlecht in gesammelten Briefen und Erzählungen in 29 Teilen), meist auf eine weibliche Leserschaft zielend. Auch sind eine Reihe der von ihm übersetzten Werke von weiblichen, oft nicht genannten Autoren („von einem Frauenzimmer“ als Verfasserangabe).

In den von ihm verfassten Anmerkungen zum Gebrauche deutscher Kunstrichter (1762) nahm er im Literaturstreit der Querelle des Anciens et des Modernes für die Avantgarde Partei.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anmerkungen zum Gebrauche deutscher Kunstrichter. 1762.

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es konnten nicht alle bei Goedeke u. a. angegebenen Titel nachgewiesen werden. Teilweise sind auch die Autoren der Vorlage nicht bekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersetzung von The Koran, or the Life, Character, and Sentiments of Tria Juncta in Uno, M.N.A., or Master of No Arts!, einem angeblichen Werk von Laurence Sterne, das als Teil von The Posthumous Works of a late Celebrated Genius, deceased, A.M. 1770 erschien. Der tatsächliche Verfasser ist Richard Griffith († 1788). Vgl. Sidney Lee: Sterne, Laurence. In: Dictionary of National Biography. Bd. 54. London 1898.