Johann Gottfried Zinn

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Johann Gottfried Zinn
Zinnien

Johann Gottfried Zinn (* 4. Dezember 1727 in Schwabach im Markgrafentum Ansbach; † 6. April 1759 in Göttingen) war ein bedeutender deutscher Anatom und Botaniker sowie Mitglied der Berliner Akademie. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Zinn“.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Gottfried Zinn studierte in Göttingen Medizin und wurde 1749 bei Albrecht von Haller promoviert. In Berlin bildete er sich auf den Gebieten der Anatomie und Botanik weiter und wurde danach, 1753 einem Ruf als außerordentlicher Professor folgend, Direktor des Botanischen Gartens der Universität Göttingen, wo er 1755 zum ordentlichen Professor der Medizinischen Fakultät ernannt wurde. Seit 1752 war er korrespondierendes und seit 1753 außerordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.[1]

Sein Hauptwerk war die 1755 erschienene erste vollständige und ausführliche Darstellung der Anatomie des menschlichen Auges in der gesamten Weltliteratur.

Ihm zu Ehren benannte der Botanik-Systematiker Carl von Linné eine aus Mexiko stammende Gattung der Korbblütler (Asteraceae, früher Compositae) als „Zinnia“. Diese Spätsommerblume ist landläufig unter dem Namen Zinnie bekannt.

In der Anatomie des Auges tragen die Zonula ciliaris und der Anulus tendineus communis zusätzlich seinen Namen, ebenso der um den Nervus opticus gelegene Gefäßkranz Circulus arteriosus sclerae (Zinn-Haller).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De ligamentum ciliaribus. Göttingen 1753.
  • Descriptio anatomica oculi humani. Göttingen 1755.
  • Catalogus plantarum horti academici et agri gottingensis… 1757.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst GurltZinn, Johann Gottfried. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 45, Duncker & Humblot, Leipzig 1900, S. 336.
  • Barbara I. Tshisuaka: Zinn, Johann Gottfried. In: Enzyklopädie Medizingeschichte., hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 1530 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Gottfried Zinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Johann Gottfried Zinn – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 268.