Johann Gottlieb Goldberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Gottlieb Goldberg, auch Johann Theophilus Goldberg (getauft 14. März 1727 in Danzig; † 15. April 1756 in Dresden) war ein deutscher Cembalist und Organist des Barock. Nach ihm sind die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach benannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Johann Gottlieb Goldbergs frühe Lebensjahre ist wenig bekannt. Sein Vater war der Lauten- und Streichinstrumentenbauer Johann Goldberg aus Ohra, einem Vorort Danzigs. In der Kindheit erhielt er Musikunterricht vom Kapellmeister der Marienkirche, Johann Balthasar Christian Freislich und bei dem Organisten Johann Jeremias Du Grain (um 1700–1759). Als etwa 10-Jähriger wurde er von Reichsgraf Hermann Carl von Keyserlingk, der russischer Botschafter in Sachsen war, entdeckt und zu Johann Sebastian Bach gebracht, der ihn als Schüler annahm und bis 1746 unterrichtete. Bach bildete ihn zusammen mit seinem Sohn Wilhelm Friedemann Bach aus und erachtete ihn als seinen fähigsten Schüler. Zu seiner spielerischen Präzision und Ausdruckskraft kam ein hohes improvisatorisches Vermögen sowie die Fähigkeit, schwierigste Partituren vom Blatt zu spielen.

Nach Angaben von Johann Nikolaus Forkel wurden Bachs berühmte dreißig Goldberg-Variationen 1741 für Goldberg auf Bitte von Keyserlingk geschrieben, damit er „dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte“: Goldberg musste sie gewöhnlich nachts in einem Vorzimmer spielen. Von „Einschlafen“, wie vielfach kolportiert und angezweifelt, ist dabei nicht die Rede.

1751 wurde Goldberg in der aus 15 Musikern bestehenden Privatkapelle des Grafen Brühl „Hochgräflicher Kammermusikus“. Er starb 1756 im Alter von 29 Jahren in Dresden an Tuberkulose.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldbergs Kompositionen zeichnen sich durch eine gewisse Melancholie und stark individuelle Züge aus. Überliefert sind:

Verloren gegangen sind:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]