Johann Heinrich Suhrlandt

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Johann Heinrich Suhrlandt (* 30. März 1742 in Schwerin; † 1. Januar 1827 in Ludwigslust) war ein Hofmaler am Hof der mecklenburg-schwerinschen Herzöge Friedrich und Friedrich Franz I.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Heinrich Suhrlandt war das erste Kind von Johann Friedrich Suhrlandt, einem angesehenen Schweriner Hofmechanikus, und seiner Frau Catharina Suhrlandt geb. Findorff. Er hatte vier Geschwister, zwei Brüder und Zwillingsschwestern.

Zunächst erhielt Suhrlandt eine künstlerische Ausbildung bei Hofmaler Johann Wilhelm Lehmann, der früh sein Talent erkannte. Eine akademische Ausbildung blieb ihm hingegen verwehrt, da im Land noch keine Akademie oder Zeichenschule existierte und Herzog Friedrich einem Stipendium eine Absage erteilte. Nach einiger Zeit wendete er sich der plastischen Kunst zu und wurde vom Hofbaudirektor und Hofbildhauer Johann Joachim Busch unterwiesen. Unter der Anleitung seines Vaters entstanden in selber Zeit einige Arbeiten in Metall, Elfenbein und Perlmutt.[1] Hofmaler Johann Dietrich Findorff gelang es jedoch dem begabten Neffen die Malerei wieder näher zu bringen. Auch Hofmaler Georg David Matthieu, zu dem Suhrlandt später eine freundschaftliche Beziehung pflegte, nahm maßgeblichen Einfluss auf die Ausbildung und den Werdegang des Künstlers. Matthieu war nach dem Tod Findorffs der wichtigste künstlerische Berater an seiner Seite, bis auch er 1778 verstarb.

Suhrlandt malte vorwiegend biblische Bilder, Landschaften, Tiere und auch Stillleben. So entstanden Gemälde für die Ribnitzer Marienkirche, die Stadtkirche Crivitz und die Stadtkirche in Stavenhagen. 1791 erhielt er den Auftrag für die Innenausgestaltung des für die Herzogin Louise in Auftrag gegebenen Lusthauses, auch Schweizer Haus genannt. Im Laufe der Monate entstanden einige Wandmalereien, darunter ein großes Gemälde, welches den siegreichen Prinzen von Coburg zeigte, und eine Supraporte-Malerei mit der Darstellung dreier Hunde. Nachdem im Mai 1792 der Auftrag vollendet worden war, versagte ihm die Auftraggeberin jedoch den zugesicherten Lohn und die versprochenen Geschenke. Ein Umstand mit dem der Künstler während seiner Schaffenszeit als Hofmaler immer wieder konfrontiert wurde.

Des Künstlers Hauptwerk ist das von seinem Lehrer und Hofmaler Johann Dietrich Findorff begonnene monumentale Altarbild Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten durch den Engel Gabriel in der Stadtkirche von Ludwigslust. Nach dem Tode Findorffs blieb das Werk über viele Jahre unvollendet. Erst im Jahr 1788 bekam Suhrlandt den Auftrag, den unteren Bereich des Monumentalgemäldes zu vervollständigen.[2] Die folgenden aufwendigen Arbeiten dauerten bis 1803 und stellten den Künstler vor manche Herausforderung, auch wegen seiner zeitgleich zu erledigenden Aufträge. Die Tätigkeiten des Hofmalers waren vielfältig. Sie umfassten den Entwurf von Dekorationen für die Hoffeste, die Bemalung von Stoffen und Tapeten sowie die Gestaltung der seidenen Fahnen des Militärs. Zudem war er verantwortlich für die Pflege des herzoglichen Gemäldebestandes und musste daher des Öfteren alte Bilder restaurieren.

Die Innengestaltung des 1818 in Parchim errichteten neuen Oberappellationsgerichtes sollte Heinrich Suhrlandts letzter großer Auftrag werden. Er konnte diesen arbeitsintensiven Auftrag aus gesundheitsbedingten Gründen jedoch nicht mehr erfüllen und musste ihn daher ablehnen.[3] Dennoch blieb er bis ins hohe Alter produktiv tätig und widmete sich zumeist der Stilllebenmalerei.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suhrlandt heiratete am 2. April 1777 Christina Luisa Schmidt (1753–1793), eine Tochter des bekannten Orgelbauers Paul Schmidt. Sie hatten sechs Kinder, darunter Sohn Rudolph Suhrlandt, der später einer der besten Historien- und Porträtmaler seiner Zeit wurde. Die Familie lebte unter teils unzumutbaren Lebensumständen, die der Familienvater in Bittgesuchen an den Herzog immer wieder eindringlich schilderte. Nachdem seine erste Frau am 4. Juni 1793 an Auszehrung verstorben war, heiratete er 1794 die Predigertochter Elisabeth Marie Kramel (1748–1827). Sie brachte ein eigenes Kind mit in die Ehe.

Heinrich Suhrland verstarb im 84. Lebensjahr am frühen Abend des 1. Januar 1827 in Ludwigslust.[4]

Werkauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemälde

Altargemälde Marienkirche Neustadt-Glewe. Heute hängt das Gemälde in der Kirche an der Südwand.

Handzeichnungen

  • 1769/70 – 14 Entwurfszeichnungen allegorischer Figuren, gedacht für die neue Ludwigsluster Residenz. Bildhauer Rudolph Kaplunger verwendete später nur einige der gezeichneten Allegorien, darunter die Baukunst, die Bildhauerkunst, die Mahlerey, die Musik, die Sternseherkunst und zwei von Suhrlandt nicht bezeichnete Entwürfe, die augenscheinlich den Acker- und Gartenbau darstellen sollen.

Sonstiges

Titel und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 24. April 1784 wurde Suhrlandt zum Hofmaler der Residenz Ludwigslust ernannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Johann Heinrich Suhrlandt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Siebzehnter Band. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1847, S. 561 (Digitalisat bei books.google.com).
  2. Hela Baudis, Kristina Hegner, Kornelia von Berswordt-Wallrabe (Hrsg.): Johann Dietrich Findorff 1722–1772: ein mecklenburgischer Hofmaler. Staatliches Museum, Schwerin 2005, ISBN 978-3-86106-088-8, S. 117.
  3. LHAS Bestand: (2.26-2) Nr. 1336, Hofmarschallamt in Schwerin
  4. Traueranzeige Heinrich Suhrlandt vom 12. Januar 1827. In: Staats und Gelehrten Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 7, 12. Januar 1827. Langhoff’sche Buchdruckerei, S. 2 (Digitalisat bei babel.hathitrust.org).
  5. Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. III. Band. Bärensprungsche Hofbuchdruckerei, Schwerin 1900, S. 328.
  6. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Neunter Band. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1840, S. 350 (books.google.com).