Johann Jakob Sulzer

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Johann Jakob Sulzer (* 23. Dezember 1821 in Winterthur; † 27. Juni 1897 ebenda) war ein Schweizer Politiker.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlaufe seiner politischen Karriere war er Stadtpräsident von Winterthur, Regierungsrat des Kantons Zürich, Nationalrat und Ständerat. 1858 verlieh ihm die Universität Bern den Ehrendoktortitel Dr. phil h.c. Sulzer war ein erklärter Gegner von Alfred Escher; er war ein führender Kopf in der «Demokratischen Bewegung» und Initiant der Schweizerischen Nationalbahn, die als Konkurrenz zu Eschers Nordostbahn geplant war.[1] Mit seinem Engagement hat er auch massgeblich zur Entstehung des vor allem in der Welschschweiz bekannten Begriffes «École de Winterthour» beeinflusst, die die damals von Winterthur ausgehenden demokratischen Bestrebungen beschreibt. Sulzer war Mitglied und ab 1870 auch Stubenmeister der Herrenstuben-Gesellschaft zu Winterthur.[2] Er ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Unternehmer Johann Jakob Sulzer (1806–1883), dem Mitbegründer des Industrieunternehmens Gebr. Sulzer.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sulzer stammte aus einem alten Winterthurer Ratsgeschlecht. Er studierte in Zürich, Bonn und Berlin Philologie, Geschichte, Philosophie und Staatswissenschaften. Sein erstes politisches Amt trat er 1847 als Zweiter Staatsschreiber des Kantons Zürich an; ab 1848 bis 1851 war er Erster Staatsschreiber.

Als Vertreter der Liberalen Partei hatte Sulzer folgende politischen Ämter inne:

Wirtschaftliche Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sulzer war 1862 Mitbegründer der Bank in Winterthur (einer Vorgängerin der heutigen UBS). 1865 gründete er die Hypothekarbank in Winterthur, deren erster Präsident er bis 1879 war. Als Initiant der 1872 lancierten Nationalbahn wollte Sulzer eine von Kantonen und Gemeinden getragene Eisenbahnverbindung vom Genfersee bis zum Bodensee schaffen. Das ambitionierte Projekt konnte jedoch nur eine Verbindung zwischen Singen und Zofingen realisieren und ging 1878 Konkurs. Sulzer war ferner Präsident der Tösstalbahn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtpräsident Dr. Joh. Jakob Sulzer, 1821 bis 1897: Ein Lebensbild von Hans Sträuli. Neujahrsblatt Stadtbibliothek Winterthur 1931.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Bürgi: Johann Jakob Sulzer im Historischen Lexikon der Schweiz.
  2. Alfred Ziegler: Die Gesellschaft der Herrenstube zu Winterthur. Bis zur Gegenwart nachgeführt und mit einem Anhang versehen von Hans Klaui. Hrsg. von der Herrenstubengesellschaft Winterthur, Winterthur 1956, S. 123.