Johann Konrad Kern

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Johann Konrad Kern, 1871. Grafik von Hermann Scherenberg.
Berlingen, Seestrasse 26, Geburtshaus des Nationalrats Johann Konrad Kern
Gedenktafel am Geburtshaus

Johann Konrad Kern (* 11. Juni 1808 in Berlingen TG; † 14. April 1888 in Zürich; auch: Johannes Conrad Kern) war ein Schweizer Jurist und Nationalrat aus dem Kanton Thurgau. Er diente später als schweizerischer Diplomat in Wien und Paris (dort als „Minister“, entspricht „Botschafter“).

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kern studierte von 1826 bis 1830 Theologie in Basel sowie die Rechte in Basel, Berlin und Heidelberg.[1] In seiner Studienzeit trat er dem Schweizerischen Zofingerverein bei.[2] Seine politische Laufbahn begann er als Grossrat von 1832 bis 1853. Neunmal war er Grossratspräsident. Von 1832 bis 1852 war er auch im Erziehungsrat. 1837–50 war er Oberrichter und Präsident der kantonalen Justizkommission. Die Gründung der Thurgauer Kantonsschule im Jahr 1853 war ein Verdienst von ihm.

Kern war u.a. Redaktor der Bundesverfassung von 1848, erster Präsident des Bundesgerichtes, Mitglied des Nationalrates (1848–54) und des Ständerates (1855–57), Präsident des Nationalrates 1850/51, Schweizerischer Schulratspräsident, Mitbegründer der ETH Zürich und von 1857 bis 1883 Schweizerischer Gesandter in Paris. Als Diplomat zeichnete er sich mehrfach als Friedensstifter aus.

Am 150. Jahrestag der Thurtal-Bahnlinie wurde im Mai 2005 ein ICN-Neigezug der SBB auf den Namen Minister Kern getauft.

Das Geburtshaus Kerns in Berlingen (Seestrasse) ist mit einer Gedenktafel am Hauseingang versehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Widmer: Schweizer Aussenpolitik und Diplomatie von Pictet de Rochemont bis Edouard Brunner. Zürich ISBN 978-3-03823-632-0 (2. nachgeführte Auflage 2014)
  • Albert Schoop: Johann Konrad Kern. Frauenfeld, Stuttgart: Huber
    • Bd. 1: Jurist, Politiker, Staatsmann. 1968
    • Bd. 2: Die Gesandtschaft in Paris und die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich 1857 bis 1883. 1976 ISBN 3-7193-0505-8
  • Wilhelm Oechsli: Kern, Johann Konrad. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 114–120.
  • Johann Conrad Kern: Politische Erinnerungen 1833-1883 / unter Mitwirkung von Karl Dubois. 2. revidierte Auflage, Frauenfeld 1887

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Konrad Kern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verena Rothenbühler: Kern, Johann Konrad. In: Historisches Lexikon der Schweiz..
  2. Albert Schoop: Johann Konrad Kern, Bd. 1, Jurist, Politiker, Staatsmann. Huber, Frauenfeld 1968, S. 35.