Johann Lafer

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Johann Lafer, 2012
Johann Lafer mit Ilse Aigner, 2012
Johann Lafer karikiert von Michael Apitz

Johann Lafer (* 27. September 1957 in St. Stefan im Rosental, Steiermark) ist ein österreichischer Koch, Fernsehkoch, Unternehmer und Sachbuchautor. Einem breiten Publikum ist Lafer vor allem durch Kochsendungen wie Himmel un Erd, Genießen auf gut deutsch oder Lafer! Lichter! Lecker! und seine zahlreichen Kochbücher bekannt geworden.

Werdegang und berufliches Engagement[Bearbeiten]

Lafer, Sohn einer Landwirtsfamilie, absolvierte seine Ausbildung zum Koch zwischen 1973 und 1976 in der Brauereigaststätte Gösser-Bräu in Graz. Nach der mit Auszeichnung bestandenen Abschlussprüfung absolvierte er den Wehrdienst im österreichischen Bundesheer.[1] Sein erstes Engagement in Deutschland führte ihn 1977 ins Berliner Hotel Schweizer Hof. Ab 1979 war er in Josef Viehhausers Restaurant Le Canard in Hamburg beschäftigt. Seine Backkünste bewies er als Chef-Pâtissier im Hotel Schweizer Stuben in Wertheim. Seine Kochkarriere setzte er 1981 im Münchner Restaurant Aubergine von Eckart Witzigmann fort. Er übernahm den Posten des Chef-Pâtissiers und verfasste mit Witzigmann mehrere Bücher.

Ab 1982 war er für den Pariser Pâtissier und Boulanger Gaston Lenôtre tätig. Im Mai 1983 wurde er als Nachfolger eines französischen Kollegen Küchenchef im Restaurant Le Val d’Or seiner späteren Ehefrau Silvia Buchholz in Guldental, dessen Küche bereits mit einem Michelin-Stern prämiert war. Lafer konnte die kulinarische Qualität des Restaurants noch weiter heben, bereits vor Übernahme der Gesamtleitung des Le Val d'Or durch ihn im Jahr 1988 wurde ein zweiter Stern vom Michelin-Führer zuerkannt. Als 1994 das Erbbaurecht für die nahegelegene Stromburg im Hunsrückstädtchen Stromberg, auf der bis dato eine rustikale Ausflugsgaststätte betrieben worden war, neu vergeben wurde, übernahm das Ehepaar Lafer die Burg. Nach unerwartet aufwändigen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, die letztlich nur noch über eine Bürgschaft des Landes Rheinland-Pfalz finanziert werden konnten,[2][3] wurde im Dezember 1994 das Restaurant Le Val d'Or von Guldental auf die Stromburg verlegt.

Parallel zum Restaurant Le Val d’Or wurden auf der Stromburg die rustikale Turmstube als Zweitrestaurant und das gediegene Stromburg Hotel eröffnet. Im nahe gelegenen Guldental richtete er in den Räumen des ehemaligen Le Val d’Or eine Kochschule mit dem Namen Table d’Or ein. Im selben Gebäude befindet sich sein Fernseh- und Fotostudio, in dem neben Produktionen für fremde Auftraggeber auch eigene Kochsendungen Lafers gedreht und hergestellt werden.

Seit 2011 engagiert sich Lafer für eine gesunde und nachhaltige Schulverpflegung im Projekt food@ucation als Betreiber der Schulmensa im Gymnasium am Römerkastell, Bad Kreuznach.[4] Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule Fulda im Rahmen einer Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung; Lafer ist seit dem Wintersemester 2009/2010 auch Lehrbeauftragter an der Hochschule Fulda im Fachbereich Ökotrophologie.

Über das Internet und auch den Lebensmitteleinzelhandel vertreibt Johann Lafer ferner unter seinem Namen als Markennamen Feinkost­produkte wie Salze, Öle und Fonds, die er zum Teil selbst entwickelt hat. Die Unternehmungen Johann Lafers erzielten 2009 mit rund 80 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von circa 10 Millionen Euro.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

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  • 1980: Bester Pâtissier Deutschlands, Prämierung seiner Herstellungsweise und Präsentation von Nachspeisen.
  • 1987: Beste Küchenmeisterprüfung in Rheinland-Pfalz mit summa cum laude. Johann Lafer wurde vom Guide Michelin für seine Leistungen und sein Restaurant mit zwei Sternen dekoriert; er erhielt 18 Punkte im Gault-Millau.
  • 1994: Lafer wurde mit dem Service Award „Diners Club“ ausgezeichnet.
  • 1995: Guldentaler in Gold
  • 1997: Lafer wurde vom Gault Millau als Koch des Jahres ausgezeichnet. Ihm wurde mit dem Team der Sendung Fröhlicher Weinberg für die Förderung des Steillagenweinbaus an der Mosel der Weinpreis der Gemeinde Neumagen-Dhron verliehen.
  • 1998: Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark für besondere Verdienste zum Wohl des Landes.
  • 1999: Die Gastronomische Akademie Deutschlands verlieh ihm die Goldmedaille für das Buch Desserts, die mein Leben begleiten und die Silbermedaille für das Buch Johann Lafers Kochschule.
  • 2001: Ehrentrophäe Trophée Gourmet Wien
  • 2004: Verleihung des Five Star Diamond Award der American Academy for Hospitality and Science, Ernennung zum Botschafter der Steiermark
  • 2005: Auszeichnung mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark. Die Vereinigung Ordre des Coteaux de Champagne ernannte Lafer zum Chevallier. Er bekam die erstmals verliehene Auszeichnung Ecole des Chefs Trophy von Relais et Châteaux für besonders herausragende Kochkurse.
  • 2006: Lafer wurde zum Fernsehkoch des Jahres gewählt.
  • 2007: Lafer wurde für seine Verdienste um die Steiermark mit dem Großen Josef-Krainer-Preis, einer der bedeutendsten Ehrungen der Steiermark, ausgezeichnet.
  • 2007: Negativpreis Saure Gurke für einen besonders frauenfeindlichen Fernsehbeitrag (zusammen mit Horst Lichter für Lafer! Lichter! Lecker!)
  • 2010: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
  • 2012: Ehrung Auslandsösterreicher des Jahres. Auszeichnung des Auslandsösterreicher-Weltbund

Aktuelle Bewertung der Restaurants Johann Lafers[Bearbeiten]

Zurzeit ist das Le Val d'Or unter anderem mit einem Stern im Guide Michelin und 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Lafers Zweitrestaurant in der Turmstube der Stromburg, das Bistro d'Or, wurde vom Gault Millau mit 14 Punkten bewertet.

Auftritte in den Medien[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Johann Lafer trat bereits früh nach der Übernahme der Küchenleitung im Le Val d'Or erstmals als Fernsehkoch auf. Dieser erfolgte am 28. Juli 1984, als er eine Himbeer-Charlotte in der Südwestfunksendung Glaskasten zubereitete. In der Folge war er in verschiedenen Sendungen präsent. So war er zwischen 1993 und 2006 neben Ulrike Neradt Moderator des Fröhlichen Weinbergs. Außerdem bereitete er regelmäßig in der Show Lanz kocht! vor Publikum mit anderen Fernsehköchen Fünf-Gänge-Menüs zu. Die Sendung wurde zum 28. Dezember 2012 eingestellt. Am 30. November 2006 startete im SWR seine Kochshow L wie Lafer, die Nachfolgesendung der nach zehn Jahren eingestellten Serie Himmel un Erd.

Seit Dezember 2006 ist er samstags im ZDF in der Kochshow Lafer! Lichter! Lecker! zu sehen, in der er zusammen mit Horst Lichter und jeweils zwei Prominenten kocht. Am 8. November 2007 trat Lafer in der VOX-Sendung Die Kocharena gegen fünf Gewinner aus der Kochsendung Das Perfekte Dinner an und gewann bei 3 von 5 Gängen. Seit 2008 moderiert er im Wechsel mit anderen Fernsehköchen die ZDF-Sendung Die Küchenschlacht.

Im September und Oktober 2014 zeigte das ZDF im werktäglichen Nachmittagsprogramm die 35-teilige Backshow Deutschlands bester Bäcker mit Lafer als Hauptjuror. Dabei handelt es sich um eine von Endemol Shine Germany produzierte Adaption des britischen Formats Britain’s Best Bakery. Im Herbst 2015 wurde eine zweite Staffel der Show gezeigt, gefolgt von einem 18-teiligen Weihnachtsspecial, in dem versucht wird, Deutschlands besten Weihnachtsbäcker zu ermitteln.

Radio[Bearbeiten]

Der Radiosender SWR3 veranstaltet in unregelmäßigen Abständen zusammen mit Johann Lafer eine „interaktive Grillparty“. Zu dieser wird jeweils eine prominente Persönlichkeit eingeladen, die beim Grillen helfen darf. Die Zuhörer können sich die Zutaten- und Zubereitungsliste auf der Webseite des Radiosenders vorab ansehen und sich zur (nach der sendereigenen Aussage) größten interaktiven Grillparty einladen und vor dem Radio mitgrillen. Moderator der Sendung war bisher immer Kristian Thees. Prominente Mitgriller waren bislang am 16. Mai 2007 Barbara Schöneberger und Andreas Müller, am 1. Mai 2008 Lucy Diakovska, am 1. Mai 2009 Simone Thomalla, am 22. August 2009 Sven Ottke, am 4. Dezember 2009 Matthias Steiner und Inge Posmyk, am 13. Mai 2010 Jürgen Drews, am 1. Mai 2011 Reiner Calmund, am 8. April 2012 Mirja Boes sowie am 3. Oktober 2012 Maite Kelly. Am 1. Mai 2013 unterstützte Sonya Kraus den ausführenden Lafer.

Heli Gourmet[Bearbeiten]

Lafers größte Leidenschaft ist, neben dem Kochen, das Hubschrauberfliegen: „Fliegen bedeutet für mich Freiheit und Genuss gleichermaßen. Erst wenn ich in der Luft bin, empfinde ich eine innere und tiefe Zufriedenheit mit mir selbst. Dann stimmt wieder die Balance zwischen Körper, Geist und Seele. Hier eröffnen sich mir ganz neue Dimensionen. Hier denke ich nicht ständig daran, wie ich ein Schnitzel vielleicht noch raffinierter zubereiten könnte.“[5] 2002 legte Johann Lafer die Prüfung als Helikopter-Pilot ab und gründete die Johann Lafer Heli Gourmet GmbH & Co. KG. Unter dieser Firma werden Flüge über das Rheintal durchgeführt, während derer ein Gourmetmenü angeboten wird.[6]

Privatleben[Bearbeiten]

Lafer ist seit 1990 mit der Hotelfachfrau Silvia Buchholz-Lafer verheiratet und hat zwei Kinder.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Lafer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Johann Lafer – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rezension von Uwe Wohlmacher über Johann Lafers Autobiografie im Deutschlandradio Kultur, erstausgestrahlt am 27. September 2007, im Text abgerufen am 9. September 2013
  2. a b Claudia Tödtmann: Hansdampf in allen Kochshows. In: Handelsblatt, 13. Dezember 2009, abgerufen am 19. September 2015.
  3. Sven Astheimer: Prediger hinter dem Herd. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Dezember 2006, abgerufen am 9. September 2013.
  4. Bad Kreuznach: Lafers Mensa steht nicht in Frage. Artikel in der Rhein-Zeitung vom 23. August 2003, abgerufen am 9. September 2013
  5. Waltraud Morawietz: Einen Hubschrauber steuern – der Traum von Starkoch Johann Lafer schien unerreichbar: Er hatte Höhenangst. Jetzt fliegt er sich frei. Welt am Sonntag, 28. Dezember 2003
  6. http://www.welt.de/print-welt/article241061/So-koestlich-ist-ein-Picknick-im-Park.html
  7. Meldung zu Silvia Buchholz-Lafer im Sommelier-Magazin vom 30. September 2010, abgerufen am 9. September 2013