Johann Michael Stumm

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Johann Michael Stumm (* 10. April 1683 in Sulzbach; † 22. April 1747) war ein deutscher Orgelbaumeister im 18. Jahrhundert. Er war der Begründer der Orgelbauerfamilie Stumm, die über sieben Generationen hinweg Orgeln baute.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Michael Stumm wurde am 10. April 1683 als sechstes Kind des Schmiedes Christian Stumm († 1719) in Sulzbach geboren. Der Tradition gemäß absolvierte er zunächst eine Lehre als Goldschmied.[1] Nach dem Gewinn einer kleinen Hausorgel in einer Lotterie, die reparaturbedürftig war, wandte sich Johann Michael Stumm dem Orgelbau zu. Unklar ist, bei wem er seine Lehrjahre als Orgelbauer verbrachte und wer ihn maßgeblich beeinflusste. Infrage kommen beispielsweise Jacob Irrlacher, Johann Hoffmann, Johann Jakob Dahm und Otto Reinhard Mezenius, von denen jedoch bislang niemand als Lehrmeister Stumms nachgewiesen werden konnte. Als Meister wird er erstmals im Vertrag für die Orgel in Münstermaifeld 1722 bezeichnet.[2] Sein Werksstil ist stark von der französischen Schule der Zeit beeinflusst.[3]

Seine Instrumente erlangten nach und nach überragenden Ruf, zunächst im Hunsrück, dann in den rheinischen Landen und schließlich weit darüber hinaus.[4] Zwanzig Orgeln von ihm sind ganz oder teilweise erhalten geblieben. Sein Werkverzeichnis findet sich hier.

Johann Michael Stumm heiratete im Jahr 1706 Eulalia Gertraude Laux in Sulzbach, wo er sich 1714 niederließ.[5] Den beiden wurden zwei Töchter und sechs Söhne geschenkt, von denen wiederum drei selbst Orgelbauer wurden und den väterlichen Betrieb fortführten. Stumm und seine Nachkommen schufen über 370 Kirchenorgeln, von denen etwa 140 erhalten sind.[6] Viele davon gelten als musik- und kunsthistorische Glanzstücke.

Sein Bruder Johann Nikolaus war der Begründer der Montanunternehmerfamilie Stumm.[6]

In seiner Heimatgemeinde Sulzbach, der er seine letzte Orgel als Geschenk vermachte, pflegt ein Stumm-Orgelverein die Erinnerung an den großen Meister.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Bösken: Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaus am Mittelrhein. Mainzer Altertumsverein, Mainz 1981 (Sonderdruck aus Mainzer Zeitschrift. Jg. 55, 1960).
  • Franz Bösken: Stumm, Orgelbauerfamilie. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 1. Auflage. Band 12. Bärenreiter, Kassel 1965, ISBN 3-89853-160-0, S. 1639 f. (CD-Rom-Ausgabe der 1. Auflage, Directmedia, Berlin 2003).
  • Franz Bösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (= Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte. Band 6). Band 1: Mainz und Vororte – Rheinhessen – Worms und Vororte. Schott, Mainz 1967, ISBN 978-3-7957-1306-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Johann Michael Stumm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Bösken: Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. 1981, S. 9 f.
  2. Franz Bösken: Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. 1981, S. 11.
  3. stummorgel.de: Die Orgelbau-Dynastie Stumm, gesehen 8. Dezember 2013.
  4. Franz Bösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 1. 1981, S. 38.
  5. SWR Fernsehen: Johann Michael Stumm – Virtuoser Orgelbauer aus dem Hunsrück (Memento vom 12. September 2012), gesehen 8. Dezember 2013.
  6. a b Bösken: Stumm, Orgelbauerfamilie. 1965, S. 1639.
  7. Stumm-Orgelverein Rhaunen-Sulzbach e.V., gesehen 8. Dezember 2013.