Johann Paul Harl

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Johann Paul Harl (* 9. Juli 1772 in Hof bei Salzburg; † 21. November 1842 in Nürnberg) war ein deutsch-österreichischer Theologe, Philosoph, Jurist und Kameralist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Paul Harl studierte zunächst Theologie und lehrte Pädagogik in Salzburg, ging dann jedoch nach Berlin, um dort Philosophie und Kameralistik zu studieren. 1805 wurde er als Professor für Philosophie und Kameralwissenschaft nach Erlangen berufen. Er befasste sich u. a. mit geistiger Wirtschaftsförderung und wurde 1803 für die Abhandlung Erweckung des Geistes der Thätigkeit und des Erwerbfleißes[1] von der ökonomischen Gesellschaft in St. Petersburg ausgezeichnet.

Als Günstling des bayrischen Ministers Maximilian von Montgelas wurde er bayrischer Hofrat und erhielt das Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion. Harls Zeitschrift Cameral-Correspondent mit dem Cameral-Verkündiger wurde von 1805 bis 1812 durch Montgelas' Fürsprache in den Behörden verbreitet. Nachdem Montgelas in den Ruhestand getreten war, zog Harl nach Nürnberg und widmete sich dort privaten Veröffentlichungen. Diese wurden von Harls Zeitgenossen zunächst gut, später sehr negativ rezipiert.

Beim Wartburgfest von 1817 wurden mehrere Werke Harls symbolisch verbrannt.

1842 beging er in Nürnberg Selbstmord.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vollständige Handbuch der Staats- und Cameralwissenschaft.
    • 1. Teil: Die Polizeiwissenschaft. 1809
    • 2. Teil: Die Staatswirthschaft und die Finanzwissenschaft. 1811

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion
  • Ehrenmitglied der ökonomischen Gesellschaft im Königreich Sachsen
  • Ehrenmitglied der königlich preussischen privilegierten thüringischen Landwirtschaftsgesellschaft zu Langensalza
  • Ehrenmitglied der herzoglich sachsen-gothaischen und meiningischen Sozietät der Forst- und Jagdkunde zu Dreisigacker
  • Ehrenmitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Halle im Königreich Preußen
  • Ehrenmitglied der Nürnbergischen Gesellschaft zur Beförderung der vaterländischen Industrie
  • Ehrenmitglied des Pegnesischen Blumenordens zu Nürnberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Joseph Karl von Scheppler: Biographie des Herrn Dr. Johann Paul Harl, Professors der Philosophie und Kammeral-Wissenschaften an der königl. baier. Universität zu Erlangen, 1812, bei Google Books

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oberdeutsche Allgemeine Literaturzeitung, 10.Jänner 1804, S. 64