Johann Philipp Andreae

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Johann Philipp Andreae auch Johann Philipp Andreä (* 1700 in Hausen an der Lauchert; † 8. Oktober 1762 in Schwabach) war ein deutscher Mathematiker, Globenmacher, Mechanikus, Sonnenuhr- und Kompassmacher sowie Herausgeber.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreae war der Sohn der Eheleute Johann Ludwig Andreae und Anna Rosina geborene Spielbuehler. Seine Schwester wurde 1716 getauft. 1721 heiratete Johann Philipp Andreae und erhielt dadurch das Nürnberger Bürgerrecht.

Ausbildung zum Globenbauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich angeleitet durch seinen Vater verlegte er nachfolgend weiterhin Globen und produzierte Landkarten. 1725 restaurierte er den von Johannes Schöner geschaffenen Globus von 1520.

Zusammenarbeit mit Johann Christoph Berndt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kupferstecher und Mechanikus Johann Christoph Berndt arbeitete mit ihm bis 1733 zusammen und verlegte die um 1726 von Andrae geschaffenen 13,5 cm Globen mit leichten Abänderungen ab 1756 erneut und kennzeichnet diese durch Vignetten in französischer Sprache. Dabei verwandte er die ursprünglichen Kupferplatten die 1790, überarbeitet, erneut von Johann Georg Klinger (1764–1806) verwendet wurden.

Flucht aus Nürnberg und Neuanfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem durch seine Beteiligung an der veröffentlichten und durch Johann Christoph Berndt gestochenen Schmähschrift auf den Nürnberger Rat wurde Andreae nach der Anklage von 1732 und der gemeinsamen Verhaftung 1733 am 17. April 1734 zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Am 27. März 1734 flüchtete Andreae nach Schwabach wo er ab 1737 die Fabrique de globorum und die Fabrik für Leonische Gold- und Silberwaren unterhielt.

Astronomisches Kartenspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1719 selbstverlegt, in Anlehnung an Georg Philipp Harsdörfer (1607–1658) findet sich ein Kartenspiel im Firmamentum Firminianum bekannten Himmelsatlas wieder, das Thomas Corbinianus (1694–1767) 1730/31 veröffentlichte sowie Karten des nördlichen und südlichen Sternenhimmels und Mondkarten nach Johannes Hevelius und Giovanni Riccioli.

Globen in Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftragsarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1733 wurde nach eigenem bekunden vom Fürsten von Pommersfelden zwei große Globen für die Ritterakademie in Wien bestellt. .

Neuauflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1790 wurden seine ursprünglichen Kupferplatten durch Johann Georg Klinger (1764–1806) und Johann Bernhard Bauer (1752–1839) überarbeitet und Erd- und Himmelsgloben durch diese nochmals verlegt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1733: Johann Paul Glück und Johann Philipp Andreae (Hrsg.): Gottfried Stieber: Deliciae topo-geographicae Noribergenses, oder, Geographische Beschreibung …, Schwabach 1733[4]
    • 1774: Zweyte hin und wieder vermehrte und Auflage.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon: Bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte …[6]
  • Rudolf Schmidt: Andreae – Pigeon. Ein Problem der Zuschreibung (an Hand von 14 cm- Himmelsgloben),. in: Der Globusfreund. 28/29 (1980) S. 23–46.
  • Alois Fauser: Ältere Erd- und Himmelsgloben in Bayern., Stuttgart., Schuler Verlagsgesellschaft 1964, S. 47
  • Theodor Hampe: Johann Philipp Andreae und das Medaillen-Pasquill auf den Nürnberger Rat vom Jahre 1731. in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg(1918), S. 244-279 [7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zwei Kugeln erklären die Welt., abgerufen am 20. Juli 2014
  2. Im Privatbesitz mit zwei Abbildungen., abgerufen am 20. Juli 2014
  3. Sprache unterwegs. Verständigung auf Reisen 1500–1800., Bamberg 2011., S.19,
  4. Google Books, online
  5. Google Books, online
  6. Sohn und Vater., Google Books, online, S. 27 und 28
  7. Hampe Johann Philipp Andreae und das Medaillen-Pasquill auf den Nürnberger Rat vom Jahre 1731. in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg(1918), S. 244–279