Johann Protasius von Anstett

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Johann Protasius von Anstett (* 1766 in Straßburg; † 14. Mai 1835 in Frankfurt am Main) war ein russischer Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Anstett, Sohn eines Advokaten in Straßburg, begab sich nach absolvierten akademischen Studien 1789 nach Russland, stand zuerst im Militärdienst und erhielt dann eine Anstellung im Kollegium der auswärtigen Angelegenheiten.

Nachdem er längere Zeit der Gesandtschaft in Wien angehört hatte, wurde er 1812 Direktor der diplomatischen Kanzlei bei dem Feldmarschall Fürsten Michail Illarionowitsch Kutusow, in welcher Stellung er am 7. April 1813 mit dem preußischen Generalleutnant Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum die Konvention von Kalisch abschloss.

Während der Befreiungskriege befand er sich im Gefolge des russischen Kaisers Alexander I., brachte zusammen mit Graf Karl Robert von Nesselrode am 15. Juni 1813 den Traktat von Reichenbach zustande und war dann russischer Bevollmächtigter auf dem Kongress von Prag.

Nachdem er als Wirklicher Staatsrat den Kaiser nach Paris begleitet hatte, wohnte er auch dem Wiener Kongress 1814 und 1815 bei. Nach Napoleons Rückkehr von Elba folgte er der verbündeten Armee nach Paris und befand sich hier bei dem Militärkomitee, das unter Wellingtons Vorsitz am 20. November 1815 die Konvention wegen der Okkupationsarmee in Frankreich zustande brachte. Später war er russischer Bevollmächtigter bei der deutschen Bundesversammlung. In dieser Stellung starb er am 14. Mai 1835 in Frankfurt am Main.

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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