Johann Scheibe

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Johann Scheibe (* um 1675; † 3. September 1748 in Leipzig) war ein deutscher Orgelbauer.

Vermutet wird, dass Scheibe in Zschortau geboren wurde.[1] Er war seit 1705 als Orgel- und Instrumentenmacher in Leipzig tätig. Im Auftrag der Universität Leipzig arbeitete er als „Universitäts-Orgelmacher“. Er führte Erweiterungen und Reparaturen an bestehenden Orgeln durch und baute mehrere neue Orgeln in und außerhalb Leipzigs. Johann Sebastian Bach nahm mehrere seiner Orgelneubauten ab. Nach Aussage des Bach-Schülers Johann Friedrich Agricola wurde die neue Orgel der Leipziger Johanniskirche „nach der strengsten Untersuchung, die vielleicht jemals über eine Orgel gegangen ist, von dem Hrn. C. M. Joh. Seb. Bach, und dem Hrn. Zacharias Hildebrand für untadelig erkannt.“[2]

Er war verheiratet mit Anna Rosine Heß. Sein Sohn war der Komponist und Musikschriftsteller Johann Adolf Scheibe.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen
1707, 1725 Leipzig Nikolaikirche
Leipzig Nikolai Orgel Lange.png
III/P 36 Reparaturen der Orgel von Johann Lange (Orgelbauer) (1598)/Zacharias Thayßner (1694); nicht erhalten
1708 Podelwitz Ev.-luth. Kirche Reparatur; nicht erhalten
1713 Schmölln St. Nikolai III/P 22 Reparatur der Orgel (vor 1659, 1695 erweitert durch Christoph Donat); nicht erhalten
1713–1714 Gundorf Dorfkirche Gundorf I/P 12 Neubau
1716 Wachau Dorfkirche Wachau I/P Neubau; nicht erhalten
1711–1717 Leipzig Paulinerkirche
Leipzig Paulinerkirche Scheibe-Orgel um 1720.jpg
III/P 48 Neubau; 1843 durch Johann Gottlob Mende ersetzt
1721–1722 Leipzig Neue Kirche Reparatur; nicht erhalten
1742–1743 Leipzig Johanniskirche Leipzig Johanniskirche Scheibe-Orgel um 1880.jpg II/P 22 Neubau, von Johann Sebastian Bach und Zacharias Hildebrandt abgenommen; 1893 mit Kirchenneubau ersetzt, Spieltisch erhalten
1745–1746 Zschortau St. Nikolai I/P 13 Neubau, von Johann Sebastian Bach abgenommen; 2000 Rekonstruktion auf ursprünglichen Zustand
1712–1747 Leipzig Thomaskirche III/P 35 Reparaturen der Orgel von Blasius Lehmann (1511)/Johann Lange (1601); nicht erhalten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Pape, Wolfram Hackel (Hrsg.): Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Band 2: Sachsen und Umgehung. Pape Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-921140-92-5.
  • Christoph Wolff, Markus Zepf: Die Orgeln J. S. Bachs. Ein Handbuch. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2006, ISBN 3-374-02407-6.
  • Ulrich Dähnert: Historische Orgeln in Sachsen. Ein Orgelinventar. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1983.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pape (Hrsg.): Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Band 2. 2012, S. 334.
  2. Wolff, Zepf: Die Orgeln J. S. Bachs. 2006, S. 65.