Johanna Haberer

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Johanna Haberer interviewt Edmund Stoiber in dessen Büro in der Bayerischen Staatskanzlei, 1994

Johanna Haberer (* 26. Juli 1956 in München) ist eine evangelische Theologin und Professorin für Christliche Publizistik an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie predigt im Bayerischen Rundfunk und sprach zwischen 2002 und 2006 in der ARD das Wort zum Sonntag.

Leben[Bearbeiten]

Als zweite von drei Töchtern von Gertrud und Georg Rückert 1956 in München geboren, studierte Johanna Haberer Theologie, Germanistik und Theaterwissenschaft an den Universitäten in München und Erlangen. Sie war Pfarrerin zur Anstellung in Schongau von 1982 bis 1983 und arbeitete als Volontärin bei der Christlichen Medienakademie. 1984 und 1985 übernahm sie kommissarisch das Amt des Rundfunk- und Fernsehbeauftragten beim Bayerischen Rundfunk. Von 1985 bis 1989 arbeitete sie im Evangelischen Presseverband für Bayern als Referentin für den regionalen Hörfunk.

Die Evangelische Funkagentur in München (efa) wurde unter Haberers Leitung aufgebaut. Für das Sonntagsblatt. Evangelische Wochenzeitung für Bayern arbeitete sie als Chefredakteurin von 1994 bis 1997. Die Leitung der Redaktion des Evangelischen Fernsehens (efs) übernahm sie 1996. Von 2002 bis 2006 sprach sie das Wort zum Sonntag. Sie ist Predigerin im Bayerischen Rundfunk. Von 1997 bis zum Jahr 2001 war sie Rundfunkbeauftragte für den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland.[1] Ihre Kandidatur als geschiedene Frau für das Amt des evangelischen Landesbischofs von Bayern 1999 war umstritten;[2] sie zog ihre Kandidatur während der Wahlgänge zurück; gewählt wurde im fünften Wahlgang der Mitbewerber Johannes Friedrich.[3]

Seit dem Jahr 2001 ist Johanna Haberer an der Universität Erlangen-Nürnberg Professorin für Christliche Publizistik. Mit dem Wintersemester 2003/2004 wurde sie dort Universitätspredigerin. Von 2006 bis 2012 war sie Prorektorin bzw. Vizepräsidentin der Universität mit dem Aufgabengebiet Lehre und Studium.[4]

Am 13. Februar 2009 wurde Johanna Haberer neben dem Koblenzer Superintendenten Markus Dröge und dem Direktor der Evangelischen Akademie in Berlin Rüdiger Sachau als Kandidatin für die Wahl des Berliner Bischofs in Nachfolge von Wolfgang Huber nominiert. Bei der Wahl durch die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz konnte sie sich jedoch nicht gegen Markus Dröge durchsetzen, der im vierten Wahlgang mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gewählt wurde.[5]

Haberer ist Mitglied in der Jury des Wolfram-von-Eschenbach-Preises.

Johanna Haberer ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder.

Werke[Bearbeiten]

  • Er liebte seine Kirche: Bischof Hans Meiser und die Bayerische Landeskirche im Nationalsozialismus. Claudius, München 1996, ISBN 3-532-62203-3.
  • Gottes Korrespondenten: geistliche Rede in der Mediengesellschaft. Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-018745-7.
  • hrsg. mit Friedrich Kraft: Lesebuch christliche Publizistik. Christliche Publizistik, Erlangen 2004, ISBN 3-933992-10-9.
  • Das Leitungsamt der Kirche in unserer Zeit. Claudius, München 2008, ISBN 978-3-583-33114-3.
  • Digitale Theologie. Gott und die Medienrevolution der Gegenwart. Kösel, München 2015, ISBN 978-3-466-37124-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografische Eckdaten in einer Pressemitteilung der Universität Erlangen am 17. Juli 2001
  2. Elisabeth Wehrmann: Was kaputtmacht und was bleibt. Die Zeit 53/1998
  3. German News 24. April 1999: Johannes Friedrich neuer evangelischer Landesbischof
  4. Antje Kley löst Johanna Haberer ab Meldung der Universität Erlangen-Nürnberg vom 13. Juni 2012
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarkus Dröge wird neuer Bischof. In: Focus online. 25. Mai 2009, abgerufen am 28. Mai 2009.