Johannes Bach

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Johannes Bach (* um 1580 in Wechmar; † 1626 vermutlich ebenda) war ein Sohn des Veit Bach, des Begründers der Bachschen Musikerfamilie. Johannes machte eine Stadtpfeiferlehre in Gotha und blieb hier noch einige Zeit als Stadtpfeifer, bevor er nach Wechmar zurückkehrte. Er starb während des Dreißigjährigen Krieges an der Pest.[1] Johannes Bach hatte drei Söhne, Johann Bach, Christoph Bach (Johann Sebastian Bachs Großvater) und Heinrich Bach.[2]

Johann Sebastian Bach schrieb über seinen Urgroßvater in seiner 1735 geschriebenen Familienchronik:

„Johannes Bach, des vorigen Sohn, hat anfänglich die Becker profession ergriffen. Weilen er aber eine sonderliche Zuneigung zur Music gehabt so hat ihn der StadtPfeiffer in Gotha zu sich in die Lehre genommen. Zu der Zeit hat das alte Schlos Grimmenstein noch gestanden, und hat sein Lehrherr damaligem Gebrauch nach, auf dem Schloss Thurme gewohnet. Bey welchem er auch nach ausgestandenen Lehrjahren noch einige Zeit in condition gewesen; nach Zerstöhrung des Schloßes aber, (so Anno 15.. geschehen) und da auch mittelst der Zeit sein Vater Veit gestorben, hat er sich nach Wechmar gesetzt allda Jfr. Anna Schmiedin, eines Gastwirths Tochter aus Wechmar, geheirathet und des Vaters Güter in Besitz genommen. Seit seinem Hierseyn ist er öfters nach Gotha, Arnstadt, Erffurth, Eisenach, Schmalkalden, und Suhl, um denen dasigen StadtMusicis zu helfen, verschrieben worden. Starb 1626 in damahlig grassirender contagion[3] Zeit. Sein Weib aber lebte noch nach deßen Tode 9 Jahre als Wittib, und starb 1635.[4]

Johannes Bachs Gothaer Lehrmeister, der im Zitat aus der Familienchronik nicht namentlich genannt wird, muss der damalige Gothaer Stadtpfeifer Caspar Bach gewesen sein,[5] ein Verwandter (vermutlich ein Onkel oder Bruder). Ob Johannes Bach wirklich einmal auf der Burg Grimmenstein gewohnt hat, ist dagegen fraglich, da diese bereits 1567 endgültig geschleift wurde. Die Angabe, dass Johannes Bach erst nach dem Tod seines Vaters Veit Bach in Wechmar Anna Schmied geheiratet haben soll, kann chronologisch ebenfalls nicht stimmen, da Veit Bach erst 1619 gestorben ist, Johannes Bachs ältester Sohn Johann Bach jedoch bereits 1604 geboren wurde. Vermutlich ist Johannes Bach bereits längere Zeit vor dem Tod seines Vaters Veit nach Wechmar zurückgekehrt.[6] Aus der Leichenpredigt von Johannes Bachs Sohn Heinrich Bach (1615–1692), gehalten 1692 von J. G. Olearius, geht hervor, dass Johannes Bach sich auch als Teppichweber betätigte.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Geiringer: Die Musikerfamilie Bach. München: C. H. Beck, 1958. (Dort S. 12 f. zu Johannes Bach.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geiringer, Die Musikerfamilie Bach, 1958, S. 12f.
  2. Geiringer, Die Musikerfamilie Bach, 1958, S. 7.
  3. D. h. „ansteckende Seuche“, Fremdwort von lateinisch contagio, vgl. H. Georges, Lat.-Deut. Handwörterbuch Bd. 1, Darmstadt 1995, Sp. 1588f.
  4. Chronik der musicalisch-Bachischen Familie
  5. Geiringer, Die Musikerfamilie Bach, 1958, S. 12.
  6. Geiringer, Die Musikerfamilie Bach, 1958, S. 13.
  7. Geiringer, Die Musikerfamilie Bach, 1958, S. 12f. mit Anm. 1 S. 13.