Johannes Dietlein

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Johannes Dietlein (* 19. Februar 1963 in Köln) ist ein deutscher Jurist und Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Dietlein ist der Sohn des früheren nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtsgerichtspräsidenten und Hochschullehrers Max Josef Dietlein. Er studierte Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1988 absolvierte er seine erste juristische Staatsprüfung, 1992 seine zweite Staatsprüfung. 1991 wurde er in Münster mit einer Arbeit über grundrechtliche Schutzpflichten summa cum laude zum Dr. iur. promoviert. 1998 habilitierte er sich bei dem Staatsrechtslehrer Klaus Stern an der Universität zu Köln mit der Schrift Nachfolge im Öffentlichen Recht. Er übernahm anschließend Lehrstuhlvertretungen in Köln und Düsseldorf.

1999 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an. Seit 2003 ist er zudem (Gründungs-) Direktor des dortigen Zentrums für Informationsrecht. Von 2004 bis 2006 war er Prodekan, von 2006 bis 2008 Dekan der Juristischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt im Verfassungsrecht des Bundes und der Länder, im Kommunalrecht und im Wirtschaftsverwaltungsrecht. In diesen Themenfeldern ist Dietlein durch zahlreiche Buch- und Aufsatzveröffentlichungen hervorgetreten sowie als Experte in parlamentarische Anhörungen, u. a. die Anhörung zur Föderalismusreform I im Mai 2006 im Deutschen Bundestag, einbezogen worden. Zugleich ist er mehrfach als Prozessbevollmächtigter vor dem BVerfG, dem EuGH und vor Landesverfassungsgerichten aufgetreten, zuletzt in dem vielbeachteten Verfahren um das Kinderförderungsgesetz von Sachsen-Anhalt,[1] das erstmals zur höchstrichterlichen Anerkennung einer generellen „Reservezuständigkeit“ des Bundesverfassungsgerichts in kommunalen Verfassungsbeschwerdeverfahren führte.[1]

Dietlein ist Präsident der Freiherr vom Stein-Akademie für Europäische Kommunalwissenschaften.[2] Er engagierte sich ferner im Vorstand der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Vereinigung Düsseldorf und im Verwaltungsrat der Düsseldorf Law School (DLS). Zudem ist Dietlein Mitglied des Justizprüfungsamtes beim Oberlandesgericht Düsseldorf. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift ZfWG (Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht) sowie der Zeitschrift NWVBl. (Nordrhein-Westfälische Verwaltungsblätter), Mitglied im Beirat der Düsseldorf University Press sowie Mitglied im Stiftungsrat der Klaus Stern-Stiftung.[3]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dietlein ist u. a. Mitglied der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, des Deutschen Hochschulverbandes, der Freiherr vom Stein-Akademie für Europäische Kommunalwissenschaften sowie des Studienkreises Öffentliches Wirtschaftsrecht an der Universität Münster. Seit Studienzeiten ist er ferner Mitglied der Katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Ripuaria Bonn im CV.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 Auszeichnung für die Doktorarbeit durch die Universität Münster[4]
  • 2009 Universitätsmedaille der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Lehre von den grundrechtlichen Schutzpflichten. Duncker & Humblot, Berlin 1992; 2. Auflage 2005, ISBN 3-428-11905-3 (Dissertation).
  • Die Grundrechte in den Verfassungen der neuen Bundesländer. Zugleich ein Beitrag zur Auslegung der Art. 31 und 142 GG. Vahlen, München 1993, ISBN 3-8006-1790-0.
  • Staatliche Eingriffe in Bankenbeteiligungen : zur verfassungsrechtlichen Problematik der Beschränkung des Anteilbesitzes der Banken sowie der Stimmrechtsbeschränkung bei wechselseitig gehaltenen Beteiligungen nach dem „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung von Transparenz und Beschränkung von Machtkonzentration in der deutschen Wirtschaft (Transparenz- und Wettbewerbsgesetz)“ von 30.01.1995. Vahlen, München 1997, ISBN 3-8006-2217-3.
  • Nachfolge im Öffentlichen Recht – Staats- und verwaltungsrechtliche Grundfragen. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09792-0 (Habilitationsschrift).
  • Examinatorium Staatsrecht. Heymann, Köln 2002; 2. Auflage 2005, ISBN 3-452-25975-7.
  • Klaus Stern in Verbindung mit Johannes Dietlein und Michael Sachs: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland. Bd. IV/1 und Bd. IV/2. Beck, München 2005 und 2011, ISBN 3-406-07020-5 und ISBN 978-3-406-53913-8.
  • mit Markus Thiel: Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz (= Schriftenreihe des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz. Band 15). Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, Mainz 2006, ISBN 3-937358-13-7.
  • mit Johannes Hellermann: Öffentliches Recht in Nordrhein-Westfalen. Beck, München 2016; 6. Auflage 2016, ISBN 978-3-406-62761-3.
  • mit Thomas Dünchheim: Examinatorium allgemeines Verwaltungsrecht. 3. Auflage. Heymann, Köln 2007, ISBN 978-3-452-26009-3.
  • mit Manfred Hecker und Markus Ruttig: Glücksspielrecht Beck, München 2008; 2. Auflage 2013, ISBN 978-3-406-63774-2
  • mit Markus Thiel: Zwangsfusion von Gemeinden: Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz (= Schriftenreihe der Freiherr vom Stein-Akademie für Europäische Kommunalwissenschaften. Band 6). Kommunal- und Schulverlag, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-8293-1067-3
  • mit Sascha Peters, Kommunale Selbstverwaltung im Föderalstaat, 2017, ISBN 978-3-8293-1308-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Janisch Karlsruhe: Im Rathaus lebt die Demokratie. In: sueddeutsche.de. 21. November 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 10. September 2018]).
  2. home akademie vorstand. Abgerufen am 28. November 2016.
  3. Klaus Stern Stiftung. Abgerufen am 23. Juni 2017.
  4. Münsterische Zeitung vom 5.12.1991