Johannes Helm

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Johannes Helm (* 10. März 1927 in Sława, deutsch Schlawa, 1937–1945 Schlesiersee) ist ein deutscher Psychologe, Maler und Schriftsteller. Er war Professor für Klinische Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und ein Schüler von Kurt Gottschaldt.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helms Forschungsschwerpunkt war zuerst die Persönlichkeitspsychologie in der gestalttheoretischen Orientierung seines Lehrers Gottschaldt. Vor allem auf seine Arbeiten über die Rolle der Affekte beim Denk-Handeln wird bis heute in der wissenschaftlichen Literatur Bezug genommen. Später war Helm maßgeblich am Aufbau einer international orientierten Klinischen Psychologie in der DDR beteiligt. Federführend hat er zur Entwicklung der wissenschaftlichen Gesprächspsychotherapie in Forschung und Praxis der DDR beigetragen (gemeinsam mit Inge Frohburg) und stand dabei in engem wissenschaftlichem Kontakt mit Reinhard Tausch.

Helm ist verheiratet mit der Schriftstellerin Helga Schubert.

Neben der Psychologie hat Helm die Malerei zunächst als Hobby betrieben, jedoch später zur Haupttätigkeit entwickelt. Die Phasen dieser Entwicklung sind in seinem Buch „Malgründe“ beschrieben. In den 80er Jahren beendete er seine Tätigkeit als Professor vorzeitig und widmet sich seitdem nur noch der Malerei. Seinen Stil bezeichnet er selbst als „naive Malerei“ und von Albert Ebert beeinflusst. Gemeinsam mit seiner Frau Helga lebt er in der Künstlerkolonie Drispeth (Alt-Meteln), wohin er sich bereits in den 1970ern orientierte (damals gemeinsam mit Christa und Gerhard Wolf, Joachim Seyppel, Werner Lindemann, Daniela Dahn, Joochen Laabs, Klaus B. Schröder, Wolf Spillner, Detlef Kempgens und dem Initiatoren Thomas Nicolaou). Dort bildeten sie eine Gemeinschaft, die in Christa Wolfs Buch „Sommerstück“ gut beschrieben wird.

In seinem Buch Tanz auf der Ruine versucht er – zum Teil in Andeutungen und möglicherweise nur verständlich für die Personen, die in seinem Umfeld gelebt haben – den Wissenschafts- und Kulturbetrieb der DDR zu karikieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Werke Psychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Helm: Über den Einfluß affektiver Konfliktspannungen auf das Denkhandeln. In: Zeitschrift für Psychologie. Band 157, 1954, S. 23-105.
  • Johannes Helm: Über die Wirkung von Erfolgsserien auf das Denkhandeln und die Leistung. In: Zeitschrift für Psychologie. Band 162, 1958, S. 3-114.
  • Johannes Helm: Über Gestalttheorie und Persönlichkeitstheorie. In: Philipp Lersch und Hans Thomae (Hrsg.): Persönlichkeitsforschung und Persönlichkeitstheorie (= Handbuch für Psychologie, Band 4). Verlag für Psychologie, Göttingen 1960, S. 357-390.
  • Johannes Helm (Hrsg.): Psychotherapieforschung. Fragen, Versuche, Fakten. Unter Mitarbeit von Inge Frohburg. 2. Auflage, Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1972.
  • Johannes Helm, Edith Kasielke, Jürgen Mehl: Neurosendiagnostik. Beiträge zur Entwicklung klinisch-psychologische Methoden. VEB DVW, Berlin 1974
  • Johannes Helm, Hans-Dieter Rösler, Hans Szewczyk (Hrsg.): Klinisch- psychologische Forschungen - Ergebnisse und Tendenzen. Verlag der Wissenschaften, Berlin 1976
  • Johannes Helm: Gesprächspsychotherapie. Forschung - Praxis - Ausbildung. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1978

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Helm: Malgründe. Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar 1978.
  • Johannes Helm: Ellis Himmel. Kinderbuchverlag, Berlin 1981.
  • Johannes Helm: Seh ich Raben, ruf ich, Brüder. Bilder und Gedichte. Stock & Stein Verlag, Schwerin 1996.
  • Johannes Helm: Gegenwelten. Mit Beiträgen von Ralph Giordano, Helga Schütz, Jürgen Borchert, Ulrich Schacht und Helga Schubert. Stock & Stein Verlag, Schwerin 2001.
  • Johannes Helm: Tanz auf der Ruine. Szenen aus einem vergangenen Land.. dissertation.de - Verlag im Internet, Berlin 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]