Johannes Rydzek

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Johannes Rydzek Nordische Kombination
bei der Weltmeisterschaft 2011 in Oslo
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 9. Dezember 1991
Geburtsort Oberstdorf, DeutschlandDeutschland Deutschland
Größe 178 cm
Gewicht 60 kg
Beruf Student
Karriere
Verein SC Oberstdorf
Nationalkader seit 2008
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 2 × Gold 4 × Silber 1 × Bronze
JWM-Medaillen 2 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze 2010 Vancouver Team
Silber 2014 Sotschi Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Silber 2011 Oslo Team NH
Silber 2011 Oslo Einzel LH
Silber 2011 Oslo Team LH
Gold 2015 Falun Einzel NH
Gold 2015 Falun Team NH
Silber 2015 Falun Teamsprint
Bronze 2015 Falun Einzel LH
FIS Nordische Junioren-Ski-WM
Silber 2009 Štrbské Pleso Einzel
Bronze 2009 Štrbské Pleso Team
Gold 2010 Hinterzarten Team
Gold 2011 Otepää Einzel
Silber 2011 Otepää Sprint
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 29. November 2008
 Weltcupsiege 12 (davon 6 Team/Staffel)
 Gesamtweltcup 2. (2013/14)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 6 4 3
 Team 3 4 1
 Teamsprint 3 2 1
letzte Änderung: Saisonende 2015/16

Johannes Rydzek (* 9. Dezember 1991 in Oberstdorf) ist ein deutscher Nordischer Kombinierer. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2015 wurde er zum ersten Mal Weltmeister.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vierzehnjährig wurde Rydzek im Oktober 2005 erstmals in einem FIS-Rennen eingesetzt, das er jedoch nur auf dem 52. Rang beendete. Auch im nächsten Jahr konnte er keine bessere Platzierung als einen 32. Rang in diesen unterklassigen Rennen erreichen. Dafür wurde er bei einem Junioren-Rennen im März 2007 Fünfter, noch im gleichen Jahr schaffte er einen 13. Rang in einem FIS-Rennen. 2007 wurde er zudem Deutscher Jugendmeister im Einzelwettbewerb. Im Januar 2008 gelang Rydzek schließlich seine erste Podestplatzierung in einem FIS-Rennen, als er in Baiersbronn zunächst Vierter in der Gundersen-Methode und dann sogar Zweiter im Sprint wurde. Nun setzte ihn der deutsche Verband auch als C-Kader-Athlet im B-Weltcup ein, wo er gleich in seinem ersten Wettkampf Sechzehnter wurde. Dieses Ergebnis verbesserte er im März des Jahres noch, indem er sich auf Rang Sechs in Eisenerz platzierte. Zudem gewann er die Gesamtwertung des Deutschland-Pokals und beide Titel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften.

Auch im Sommer 2008 nahm Rydzek erfolgreich am Sommer-Grand-Prix teil, wo er bei einer Station Sechster wurde. Zudem feierte er im Oktober einen Doppelsieg beim Alpencup in seinem Geburtsort.[1] Da der Weltcupathlet Christian Beetz zu Saisonbeginn 2008/09 verletzt ausfiel, wurde Rydzek als Athlet aus dem C-Kader für ihn zum Saisonauftakt in Kuusamo nominiert und erreichte dort überraschend einen 15. Rang. Im Laufe der Saison konnte er sich im Weltcup etablieren und sich wiederholt in den Punkterängen platzieren. Sein bestes Saisonresultat erreichte er in Vikersund, wo er sich als Siebenter erstmals in den Top-Ten platzieren konnte. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2009 im slowakischen Štrbské Pleso errang er die Bronzemedaille mit der Mannschaft sowie die Silbermedaille im regulären Einzelwettkampf.

Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2010 in Hinterzarten siegte Rydzek mit der Mannschaft. In den Einzelwettbewerben über 5 bzw. 10 Kilometer kam er jeweils auf den vierten Rang. Im Team-Wettbewerb der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver gewann er gemeinsam mit Björn Kircheisen, Eric Frenzel und Tino Edelmann am 23. Februar 2010 die Bronzemedaille. Im Einzelwettbewerb von der Normalschanze wurde er 28. Am Ende der Saison belegte er den 25. Platz in der Weltcupgesamtwertung.

In der Saison 2010/11 konnte er sich mit mehreren Top-Ten-Resultaten endgültig in der Weltspitze etablieren. Beim Weltcup in Ramsau feierte er mit Platz drei seine erste Podiumsplatzierung. Bei der Juniorenweltmeisterschaft im estnischen Otepää gewann er den Weltmeistertitel über die Zehn-Kilometer-Distanz. Im Wettbewerb über fünf Kilometer gewann er die Silbermedaille. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oslo 2011 gewann Rydzek Silber mit dem Team in beiden Mannschaftswettbewerben, sowie in der Einzelentscheidung von der Großschanze. Hierbei setzte er sich im Endspurt gegen seinen Landsmann Eric Frenzel durch, musste sich aber dem französischen Olympiasieger Jason Lamy Chappuis knapp geschlagen geben. Am 12. März 2011 gewann er beim Saisonfinale in Lahti sein erstes Weltcuprennen, als er sich im Sprint erneut gegen Frenzel durchsetzte. Im Gesamt-Weltcup erreichte er mit Rang sechs seine bis dahin beste Platzierung. Am 14. Oktober 2011 wurde Rydzek als Juniorsportler des Jahres 2011 ausgezeichnet.

In der Weltcup-Saison 2011/12 erreichte Rydzek je einen Podestplatz mit der Mannschaft und im Einzel. Im Winter 2012/13 siegte er erstmals in einem Weltcuprennen mit der Mannschaft sowie zusammen mit Eric Frenzel in einem Teamsprint.

Johannes Rydzek (2013)

Im Oktober 2013 gewann er nach 2010 und 2011 zum dritten Mal den Deutschen Meistertitel.[2] Im folgenden Winter konnte er sich in den Weltcuprennen meist unter den besten Fünf platzieren, drei Mal stand am Ende der zweite Rang zu Buche. Dazu kamen ein dritter Platz im Teamsprint und der Sieg mit der deutschen Mannschaft beim Teamwettbewerb am 25. Januar 2014 in Oberstdorf. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi erreichte er im Wettkampf auf der Normalschanze den sechsten Rang. Nach dem Springen über die Großschanze kämpfte er im Langlauf mit vier Konkurrenten um den Sieg, kollidierte aber in der letzten Kurve mit Teamkollege Fabian Rießle und kam zum Sturz, sodass er nur auf dem achten Platz ins Ziel kam. Im Teamwettbewerb gewann er zusammen mit Eric Frenzel, Björn Kircheisen und Fabian Rießle die Silbermedaille. Im ersten Wettkampf nach den Spielen gewann Rydzek am 28. Februar 2014 zum zweiten Mal einen Einzelwettbewerb im Weltcup, wie 2011 wieder in Lahti. Auch bei den beiden folgenden Weltcups in Norwegen siegte er. Am Saisonende belegte Johannes Rydzek in der Gesamtwertung den zweiten Platz hinter Eric Frenzel.

In der Weltcupsaison 2014/15 gewann Rydzek den Auftaktwettbewerb in Ruka, konnte anschließend aber nur noch zweimal mit der Staffel Podestplätze belegen. Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Falun gewann er im Wettbewerb von der Normalschanze seinen ersten Weltmeistertitel, als er sich nach Platz fünf beim Springen im 10-km-Lauf gegen Alessandro Pittin durchsetzte.[3] Auch mit dem Team errang er zusammen mit Tino Edelmann, Eric Frenzel und Fabian Rießle den Titel – den ersten einer deutschen Mannschaft nach 28 Jahren. Im Einzel von der Großschanze holte er Bronze hinter Bernhard Gruber und François Braud. Die vierte Medaille bei dieser Weltmeisterschaft gewann er im Teamsprint, wo er gemeinsam mit Eric Frenzel Silber holte.

Bei den Deutschen Meisterschaften 2015 in Oberstdorf gewann Rydzek nach 2010, 2011, 2013 und 2014 seinen fünften nationalen Titel im Einzel und an der Seite von Jakob Lange den zweiten Meistertitel im Teamsprint.

Seit 2015 ist er Mitglied des Zoll-Ski-Teams.[4]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siege bei Weltcuprennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupsiege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 12. März 2011 FinnlandFinnland Lahti Gundersen
2. 28. Februar 2014 FinnlandFinnland Lahti Gundersen
3. 6. März 2014 NorwegenNorwegen Trondheim Gundersen
4. 8. März 2014 NorwegenNorwegen Oslo Gundersen
5. 29. November 2014 FinnlandFinnland Ruka Gundersen
6. 23. Februar 2016 FinnlandFinnland Kuopio Gundersen

Weltcupsiege im Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 3. Februar 2013 RusslandRussland Sotschi Staffel1
2. 9. März 2013 FinnlandFinnland Lahti Teamsprint2
3. 25. Januar 2014 DeutschlandDeutschland Oberstdorf Staffel3
4. 3. Januar 2015 DeutschlandDeutschland Schonach Staffel4
5. 7. März 2015 FinnlandFinnland Lahti Teamsprint5
6. 20. Februar 2016 FinnlandFinnland Lahti Teamsprint5
2 Mit Eric Frenzel.
3 Mit Tino Edelmann, Fabian Rießle und Eric Frenzel.
4 Mit Tino Edelmann, Björn Kircheisen und Eric Frenzel.
5 Mit Fabian Rießle.

Platzierungen im Gesamtweltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Platz Punkte
2008/09 33. 123
2009/10 25. 197
2010/11 06. 442
2011/12 13. 467
2012/13 09. 407
2013/14 02. 779
2014/15 03. 731
2015/16 05. 685

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johannes Rydzek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung über Rydzeks Sieg beim Alpencup (Memento vom 6. Oktober 2008 im Internet Archive).
  2. Kombinierer Rydzek erneut deutscher Meister Focus online, 4. Oktober 2013, abgerufen am 17. Dezember 2013
  3. Rydzek wird Weltmeister in Falun nordicjumpworld.com, 20. Februar 2015, abgerufen am 20. Februar 2015.
  4. Johannes Rydzek auf www.zoll.de
  5. Johannes Rydzek ist „Juniorsportler des Jahres 2011“ Lufthansa Group, 14. Oktober 2011, abgerufen am 18. Januar 2014.
  6. "WinterStar" für die WM-Organisatoren merkur-online, 22. März 2011, abgerufen am 18. Januar 2014.
  7. Zwei Ehrungen für Johannes Rydzek Skiinternat Oberstdorf, abgerufen am 18. Januar 2014.