Johannes Trojan

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Johannes Trojan (* 14. August 1837 in Danzig; † 21. November 1915[1] in Rostock) war ein deutscher Schriftsteller.

Johannes Trojan, porträtiert von Hermann Scherenberg (1879)
Johannes Trojan
Berliner Bilder, Deckelillustration

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Trojan wurde in Danzig als Sohn eines Kaufmanns geboren, der eine Zeit lang Vorsteher der Stadtverordneten und seit 1849 Deputierter der zweiten Kammer in Berlin war. In seiner Freizeit dichtete der Vater oft, was sich auf seinen Sohn übertrug. 1841 starb die Mutter, der Vater verheiratete sich bald wieder. Johannes Trojan besuchte das Gymnasium Danzig, an dem er 1856 seine Reifeprüfung ablegte.

Zunächst studierte er fünf Semester Medizin an der Universität Göttingen, dann Germanistik in Berlin und Bonn. Mit seinem Studieneintritt in Göttingen wurde er Mitglied der Burschenschaft Brunsviga. Seit 1859 lebte er in Berlin und wurde 1862 Hilfsredakteur der Berliner Montagszeitung. Er war ein Bewunderer Otto von Bismarcks, ab 1866 Redakteur des politisch-satirischen Wochenblattes Kladderadatsch und von 1886 bis 1909 dessen Chefredakteur. Wegen Majestätsbeleidigung musste er 1898 eine zweimonatige Haft in der Festung Weichselmünde verbüßen. Er berichtet darüber in satirischer Form in seiner Schrift „Zwei Monat Festung“. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kladderadatsch lebte er seit 1909 zurückgezogen in Warnemünde.

Johannes Trojan verfasste Erzählungen, Plaudereien, Reiseberichte sowie Beiträge zur deutschen Pflanzenwelt. Viele von diesen Texten erschienen in der National-Zeitung. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Kinder- und Scherzgedichte sowie seine Erzählungen für Jugendliche, die u. a. in Julius Lohmeyers „Deutsche Jugend“ und in Franz Hoffmanns „Neuer deutscher Jugendfreund“ erschienen.

Sein Schwager war der Silhouettenkünstler Paul Konewka, aus dessen Nachlass Trojan viele Scherenschnitte veröffentlicht hat. Zu seinem Freundeskreis gehörten Heinrich Seidel und Julius Stinde, mit denen er im Allgemeinen Deutschen Reimverein unter dem Dichternamen „Theodor Janzen“ wirkte.

Johannes Trojan starb im Alter von 78 Jahren und wurde auf dem Neuen Friedhof in Rostock beigesetzt.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Durch Feld und Wald, durch Haus und Hof, 1863
  • Kinderlust (Jugend-Album), 1873
  • Scherzgedichte, 1883
  • Goldene Jahre, 1887
  • Von drinnen und draußen, 1887
  • Von Strand und Heide, 1887
  • Struwwelpeter der Jüngere, 1891 (illustriert von Fedor Flinzer; eine englische Ausgabe erschien unter dem Titel Struwwelpeter junior)
  • Von Einem zum Andern (Erzählungen), 1893
  • Das Wustrower Königsschießen (Humoresken), 1894
  • Zwei Monat Festung, 1899
  • Hundert Kinderlieder, 1899
  • Almanach des Kladderadatsch, 1900
  • Berliner Bilder, 1903
  • Neue Scherzgedichte, 1908
  • Aus Wald und Heide, 1909
  • Aus Natur und Haus, 1910
  • Aus dem Reich der Flora, 1910
  • Erinnerungen, 1912
  • Fahrten und Wanderungen, 1913
  • Ode an den Sauerstoff, 1979 ISBN 3-87776-425-8
  • Berliner Bilder. Hundertdreiunddreißig unbekannte Momentaufnahmen. 2013 ISBN 978-3-928779-32-6

Briefe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 38 Briefe und Karten Johannes Trojans an verschiedene Empfänger 5. März 1884 bis 19. August 1915[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Mülder: Johannes Trojan, 1837-1915. Ein Spötter und Poet zwischen Kanzler und Kaiser. Frankfurt am Main u.a: Lang 2003. (= Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte; 41) ISBN 3-631-51495-6
  • Willi Passig: Johannes Trojan - Von Danzig über Berlin nach Rostock. Ein biographisches Kaleidoskop. Elmenhorst/Vorpommern: Edition Pommern 2015. ISBN 978-3-939680-27-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Johannes Trojan – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So bestätigt durch das Standesamt Rostock, der 23. und 25. November sind falsch; vgl. auch sein Grabstein.
  2. Fritz Reuter Literaturarchiv Berlin