Johannes Tuchel

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Johannes Tuchel (* 20. Dezember 1957 in Hamburg) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin sowie Geschäftsführer der Trägerstiftung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuchel studierte von 1977 bis 1981 Politikwissenschaft in Hamburg und an der Freien Universität Berlin. 1989 wurde er an der FU Berlin im Fachbereich Politische Wissenschaft zum Dr. phil. promoviert. Seine Dissertation „Konzentrationslager. Organisationsgeschichte und Funktion der 'Inspektion der Konzentrationslager' 1934-1938“ ist ein Standardwerk zur Organisationsgeschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager.

1983 bis 1987 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, 1988 bis 1991 Mitarbeiter im Referat Gedenkstätten der Senatskanzlei des Landes Berlin. Seit 1991 ist er Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlins sowie Geschäftsführer der zugehörigen Stiftung. Seit 1992 ist er Lehrbeauftragter, seit 2001 Privatdozent und seit 2007 Professor am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften (Otto-Suhr-Institut) der FU Berlin.

Tuchel veröffentlichte als Autor und Herausgeber zahlreiche Werke zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und dem NS-Konzentrationslagersystem.

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Autor
  • Neues von der „Weißen Rose“? Kritische Überlegungen zu Detlef Bald, „Die Weiße Rose. Von der Front in den Widerstand“. Otto-Suhr-Institut, Berlin 2003, ISBN 3-929532-11-5.
  • Die Inspektion der Konzentrationslager 1938-1945. Das System des Terrors. Edition Hentrich, Berlin 1994, ISBN 3-89468-158-6.
  • Am Grossen Wannsee 56-58. Von der Villa Minoux zum Haus der Wannsee-Konferenz. Edition Hentrich, Berlin 1992, ISBN 3-89468-026-1.
  • Konzentrationslager. Organisationsgeschichte und Funktion der „Inspektion der Konzentrationslager“ 1934–1938. Verlag Boldt, Boppard am Rhein 1991, ISBN 3-7646-1902-3 (zugl. Dissertation, FU Berlin).
  • Columbia-Haus. Berliner Konzentrationslager 1933–1936. Edition Hentrich, Berlin 1991, ISBN 3-926175-96-6 (zusammen mit Kurt Schilde anlässlich der geplanten Errichtung eines Mahnmals zur Erinnerung an die Geschichte des Gefängnisses und Konzentrationslagers Columbia-Haus).
  • Zentrale des Terrors. Prinz-Albrecht-Str. 8, das Hauptquartier der Gestapo. Siedler-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-88680-267-1 (zusammen mit Reinold Schattenfroh).
  • „Kein Recht auf Leben“. Beitrag und Dokumente zur Entrechtung und Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ im Nationalsozialismus. WAV, Berlin 1984, ISBN 3-88840-221-2.
  • Herrschaftssicherung und Terror. Zu Funktion und Wirkung nationalsozialistischer Konzentrationslager 1933 und 1934. FU, Berlin 1983 (Occasional Papers; 7).
  • Georg Elser. be.bra wissenschaft, Berlin 2009, ISBN 978-3-937233-53-6 (zusammen mit Peter Steinbach).
als Herausgeber
  • Die Rote Kapelle im Widerstand gegen Hitler (Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand/A; Bd. 1). Edition Hentrich, Berlin 1992, ISBN 3-89468-110-1 (zusammen mit Jürgen Danyel und Hans Coppi junior).
  • Krieg im Äther. Widerstand und Spionage im Zweiten Weltkrieg. Picus Verlag, Wien 2004, ISBN 3-85452-470-6 (zusammen mit Hans Schafranek).
  • Der vergessene Widerstand. Zu Realgeschichte und Wahrnehmung des Kampfes gegen die NS-Diktatur (Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte; 5). Wallstein-Verlag, Göttingen 2005, ISBN 978-3-89244-943-0[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszug