Johannes Weyer

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Soziologen; für den deutschen Arzt und Gegner der Hexenverfolgung siehe Johann Weyer
Johannes Weyer (2015)

Johannes Weyer (* 13. Juli 1956 in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz) ist ein deutscher Soziologe und seit 2002 Inhaber der Professur für Techniksoziologie an der Technischen Universität Dortmund.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Weyer ist der Sohn des Theologen Adam Weyer.[1] Nach dem ersten Staatsexamen in den Fächern Sozialkunde und Deutsch (Lehramt an Gymnasien) 1979 promovierte Johannes Weyer 1983 zum Dr. phil. am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Philipps-Universität Marburg. 1991 erfolgte die Habilitation, Venia „Soziologie, insb. Wissenschafts- und Techniksoziologie“ an der Universität Bielefeld. In seiner Habilitationsschrift hat Weyer am Beispiel des Politikfelds Raumfahrt den Modus der „interaktiven Kontextsteuerung“ in Akteur-Netzwerken herausgearbeitet und zudem den konkreten Verlauf der Technikentwicklung aus der sozialen Dynamik derartiger Netzwerke zu erklären versucht. Begutachtet wurde die Habilitation von Peter Weingart, Helmut Willke und Peter Lundgreen.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1984 bis 1999 lehrte Weyer an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. Von 1993 bis 1998 war er Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 1992 bis 1993 vertrat er den Lehrstuhl für Soziologie (ehem. Ulrich Beck) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und von 1996 bis 1997 den Lehrstuhl Technik und Gesellschaft (ehem. Thomas Malsch), an der Universität Dortmund. 1999 war er Mitarbeiter der Fernuniversität in Hagen, Fachbereich Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Seit 2002 ist er Professor für Techniksoziologie an der Technischen Universität Dortmund.

Wissenschaftliche Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1994 bis 1995 war Johannes Weyer Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln und von 2000 bis 2002 Bereichsleiter eLogistics am Forschungsinstitut für Telekommunikation Dortmund. Er ist Mitbegründer des peereviewed Online-Journal Science and Technology Studies[2].

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Weyer ist Vorstandsmitglied der Sektion Wissenschafts- und Technikforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie[3].
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat Johannes Weyer 2013 in den Programmausschuss Infrastruktur berufen.

Ausgewählte Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Techniksoziologie. Genese, Gestaltung und Steuerung sozio-technischer Systeme, Weinheim 2008: Juventa, ISBN 978-3779914853
  • Wernher von Braun (rowohlts Bildmonographien), Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1999, ISBN 978-3499505522
  • (mit U. Kirchner, L. Riedl, J.F.K. Schmidt) Technik, die Gesellschaft schafft, Berlin: edition sigma 1997, ISBN 978-3894044442
  • Westdeutsche Soziologie 1945 – 1960. Deutsche Kontinuitäten und nordamerikanischer Einfluss. Duncker und Humblot, Berlin 1984, ISBN 3-428-05679-5

Herausgegebene Sammelbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Hg., mit Ingo Schulz-Schaeffer) Management komplexer Systeme. Konzepte für die Bewältigung von Intransparenz, Unsicherheit und Chaos, München 2009: Oldenbourg Verlag ISBN 978-3486588095
  • (Hg.) Soziale Netzwerke. Konzepte und Methoden der sozialwissenschaftlichen Netzwerkforschung, München: Oldenbourg Verlag 2000 (2. Aufl. 2010). ISBN 978-3486583151

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fink, Robin D./Johannes Weyer, 2011: Autonome Technik als Herausforderung der soziologischen Handlungstheorie. In: Zeitschrift für Soziologie 40 (2): 91-111, PDF-Version
  • Mölders, Marc; Fink, Robin D.; Weyer, Johannes (2011): Modeling Scientists as Agents. How Scientists Cope with the Challenges of the New Public Management of Science. In: Journal of Artificial Societies and Social Simulation 14 (4), S. 6, Online-Version
  • Weyer, Johannes (2006): Modes of governance of hybrid systems. The Mid-Air Collision at Ueberlingen and the Impact of Smart Technology. In: Science, Technology & Innovation Studies 2 (2), Online-Version
  • Weyer, Johannes (1997): Die Risiken der Automationsarbeit. Mensch-Maschine-Interaktion und Störfallmanagement in hochautomatisierten Verkehrsflugzeugen 26 (4), S. 239–257.
  • Krohn, Wolfgang; Weyer, Johannes (1989): Gesellschaft als Labor: Die Erzeugung sozialer Risiken durch experimentelle Forschung. In: Soziale Welt 40 (3), S. 349–373, PDF-Version

Andere Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Weyer in der 3sat-Sendung hitec: Ein Navi für Europa vom 16. Januar 2012 und die 3Sat-Wissenschaftsshow: Die 20 größten Fortschritt-Flops vom 16. April 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Johannes Weyer. In: johannesweyer.de. Abgerufen am 16. November 2016.
  2. http://www.sti-studies.de/ojs/index.php/sti/about/editorialTeam , Abruf: 23. April 2013
  3. http://www.soziologie.de/de/sektionen/sektionen/wissenschafts-und-technikforschung/vorstand.html , Abruf: 23. April 2013