Johannesburger Konvention

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Die Johannesburger Konvention ist eine Festlegung zur Definition von Feinstaub. Sie wurde auf einer Pneumokoniose-Konferenz, die im Februar 1959 im südafrikanischen Johannesburg stattfand,[1] beschlossen. Die Konvention diente dazu, eine Trennfunktion für Staubmessgeräte festzulegen, die der Lungenfunktion nahekommt.[2] Sie basiert auf einer Definition des British Medical Research Council aus dem Jahr 1952.[3]

Nach der Johannesburger Konvention ist Feinstaub „ein Staubkollektiv, das aus einem Abscheidesystem austritt, dessen Wirkung der theoretischen Trennfunktion eines Sedimentationsabscheiders entspricht, der Teilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser von 5 µm noch zu 50 % und 7 µm zu 100 % abscheidet“.[4] Auf die Nennung einer scharfen Trenngrenze wurde mit dieser Definition verzichtet.[5] Beim Vergleich von einatembarer Fraktion, thorakaler Fraktion und alveolengängiger Fraktion befindet sich der Trennkorndurchmesser der Johannesburger Konvention zwischen den Trennkorndurchmessern von alveolengängiger und thorakaler Fraktion.[6]

Auf Basis der Johannesburger Konvention erfolgte 1971 die Aufnahme von Feinstaub in die MAK-Liste.[6] Mit der Einführung der Norm EN 481 im Jahr 1993 wurde die Konvention abgelöst.[7] Die Norm EN 481 lässt die Verwendung von Messgeräten, die der Johannesburger Konvention folgen, zur Erfassung der alveolengängigen Fraktion jedoch weiterhin zu, da diese etwa 20 % höhere Ergebnisse anzeigen.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Bartrip: The Way From Dusty Death: Turner and Newall and the Regulation of the British Asbestos Industry 1890s-1970. Bloomsbury Academic 2001, ISBN 0-485-11573-5, S. 174.
  2. Ernst-Rudolf Schramek, Hermann Recknagel, Eberhard Sprenger: Taschenbuch für Heizung+Klimatechnik. 73. Auflage. Oldenbourg Industrieverlag München 2007, ISBN 3-8356-3104-7, S. 7.
  3. James H. Vincent: Aerosol Sampling – Science, Standards, Instrumentation and Applications. John Wiley & Sons, Chichester 2007, ISBN 978-0-470-02725-7, S. 269.
  4. Franz Joseph Dreyhaupt (Herausgeber): VDI-Lexikon Umwelttechnik. VDI-Verlag Düsseldorf, 1994, ISBN 3-18-400891-6, S. 1115.
  5. Alfred Schütz, Wilfried Coenen: Feinstaub: Definition – Meßverfahren. In: Staub – Reinhalt. Luft. 34, Nr. 9, 1974, ISSN 0949-8036, S. 323–326.
  6. a b Markus Mattenklott, Norbert Höfert: Stäube an Arbeitsplätzen und in der Umwelt – Vergleich der Begriffsbestimmungen. In: Gefahrstoffe – Reinhalt. Luft. 69, Nr. 4, 2009, ISSN 0949-8036, S. 127–129.
  7. Heinrich Thürmer, Horst Bytel, Erhardt Gierke: Der Übergang von der Johannesburger Konvention zur DIN EN 481 – gravimetrische Vergleichsmessungen an Arbeitsplätzen. In: Gefahrstoffe – Reinhalt. Luft. 62, Nr. 11/12, 2002, ISSN 0949-8036, S. 447–454.
  8. DIN EN 481:1993-09 Arbeitsplatzatmosphäre; Festlegung der Teilchengrößenverteilung zur Messung luftgetragener Partikel (Deutsche Fassung EN 481:1993). Beuth Verlag, Berlin, S. 2