Johanneum Lüneburg

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Gymnasium Johanneum Lüneburg
Schulform Gymnasium
Gründung 1406
Adresse

Theodor-Heuss-Straße 1

Ort 21337 Lüneburg
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 14′ 43,4″ N, 10° 25′ 46,8″ OKoordinaten: 53° 14′ 43,4″ N, 10° 25′ 46,8″ O
Schüler etwa 1100
Lehrkräfte 90 (1. Februar 2016)
Leitung Friedrich Suhr
Website Johanneum Lüneburg
Das Johanneum 1581
Das Johanneum bei der St. Johanniskirche, erbaut 1829 (heute J.-Rabeler-Schule)
Das Johanneum am Roten Wall, erbaut 1872 (ab 1978 Hauptschule Stadtmitte, seit 2014 Oberschule am Wasserturm)
Sporthalle und im Hintergrund das Hauptgebäude des heutigen Johanneums, erbaut 1978
Fußballspieler des Johanneum, 1894

Das Johanneum ist das älteste und traditionsreichste Gymnasium der Hansestadt Lüneburg. Im Schuljahr 2015/16 werden rund 1100 Schüler von 90 Lehrern unterrichtet. Schulträger ist die Stadt Lüneburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung als Schule der St.-Johanniskirche erfolgte 1406, also bereits zu Anfang des 15. Jahrhunderts. Bis ins 19. Jahrhundert wurde in verschiedenen Gebäuden unterrichtet. Erst 1828/1829 wurde ein eigenes Schulhaus nördlich der St.-Johanniskirche bezogen (die heutige Johannes-Rabeler-Schule) und 1872 ein Neubau am Roten Wall (seit 1978 Hauptschule Stadtmitte, seit 2014 Oberschule am Wasserturm). Seit 1978 ist das Johanneum in einem modernen Gebäude „am Schierbrunnen“ in der Theodor-Heuss-Straße untergebracht. Aufgrund der fehlenden Räumlichkeiten sind die fünften und sechsten Klassen in das Gebäude der Integrierten Gesamtschule in der Graf-Schenck-von-Stauffenberg-Straße ausgelagert.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unterricht für die Schüler der Jahrgangsstufen 7–12 findet im Hauptgebäude in der Theodor-Heuss-Straße statt; die Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 sind im Schulzentrum Kaltenmoor untergebracht und werden 2017 einen Neubau neben dem Hauptgebäude beziehen, der sich derzeit im Bau befindet.[1] Seit dem Jahr 2016 sind alle Klassenräume des Hauptgebäudes mit interaktiven digitalen Tafeln ausgestattet.

Bildungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweisprachiger Unterricht auf Englisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um der wachsenden Bedeutung der englischen Sprache Rechnung zu tragen, können die Schüler des Johanneums wahlweise Unterricht in den Fächern Geschichte (ab Klasse 7) und Biologie (ab Klasse 8) in englischer Sprache erhalten (bilingualer Zweig). Die große Resonanz zeugt vom Erfolg dieses Konzepts.

Naturwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der naturwissenschaftliche Unterricht beginnt mit Biologie und Physik ab Klasse 5 und Chemie ab Klasse 6 und findet kontinuierlich bis zur Oberstufe statt, wo in allen drei Naturwissenschaften stets Kurse auf grundlegendem sowie auf erhöhtem Niveau angeboten werden. Das Angebot wird ergänzt durch die Arbeitsgemeinschaften Jugend forscht und Schüler experimentieren (Klassen 7–12), Naturphänomene entdecken (Klassen 5–6), Lego-Roboter (Klassen 5–12) und Klimaschutz und Nachhaltigkeit (Klassen 7–12). Im Wettbewerb Jugend forscht stellte das Johanneum 2016 erneut die meisten Teilnehmer aller Schulen des nordöstlichen Niedersachsens und wurde zum wiederholten Male mit einem Schulpreis ausgezeichnet.[2]

Informationstechnische Grundbildung und Informatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schulische Konzeption zur IT-Grundbildung (ITG) beginnt in Jahrgang 6. Das Fach Informatik wird ab Jahrgang 10 als Wahlfach angeboten; in der Oberstufe kann Informatik als Leistungskurs (Kurs auf erhöhtem Niveau) belegt und als Abiturprüfungsfach gewählt werden.

Altsprachlicher Unterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 600 Jahre nach der Schulgründung hat der altsprachliche Unterricht noch immer seinen festen Platz in der Stundentafel. Latein kann als zweite Fremdsprache bereits ab Klasse 5 belegt werden; das kleine Latinum kann als Abschluss bzw. Zusatzqualifikation nach Klasse 9, das Latinum nach Klasse 10 und das Große Latinum nach Klasse 12 erworben werden.

Daneben ist das Johanneum eines der wenigen Gymnasien in Niedersachsen, die auch Griechischunterricht anbieten. Griechisch kann als dritte Fremdsprache ab dem zweiten Halbjahr der siebten Klasse oder ab Klasse 8 gewählt werden. Bis einschließlich Jahrgangsstufe 10 wird das Fach mit drei Wochenstunden unterrichtet und führt in Klasse 11 zum Erwerb des Graecums; es kann als Abiturprüfungsfach gewählt werden, sofern sich genügend Schüler finden.

Abitur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 erreichten die Abiturienten des Johanneums mit einer Durchschnittsnote von 2,39 erneut das beste Ergebnis unter allen Gymnasien im Landkreis.[3]

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Johanneum unterhält Schulpartnerschaften und Schüleraustausche mit folgenden Schulen:

Bekannte Schüler und Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johanneum: Zeitplan für Erweiterung. Landeszeitung für die Lüneburger Heide, abgerufen am 10. Juni 2016.
  2. 97 Mädchen und Jungen treten an beim Wettbewerb „Jugend forscht“ in Lüneburg. Landeszeitung für die Lüneburger Heide, abgerufen am 15. Juni 2016.
  3. Lüneburg macht das Abi mit 2,57. In: Landeszeitung für die Lüneburger Heide, 18. Juni 2016
  4. Waldemar R. Röhrbein: Cölln, Georg von, in: Stadtlexikon Hannover, S. 115

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Programm des Johanneums zu Lüneburg zur Feier der funfzigjährigen Amtsthätigkeit des Cantors Gottfried Anding, Band 1855, Digitalisat der SLUB Dresden via EOD
  • Wilhelm Görges: Kurze Geschichte des Johanneums. 1869
  • Wilhelm Görges, August Nebe: Geschichte des Johanneums zu Lüneburg. Lüneburg 1906, DNB 580879860.
  • Friedrich Hülsemann: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Johannis- und Rathsschule in Lüneburg. Stern, Lüneburg 1807.
  • Gerhard Glombik: Prominente ehemalige Johanniter : Johanneum Lüneburg 600 Jahre! Gymnasium Johanneum Lüneburg, Lüneburg 2006, DNB 981315003.
  • Adolf Kantelhardt (Hrsg.): Das Johanneum zu Lüneburg in Vergangenheit und Gegenwart. Festschrift zum 550jährigen Bestehen der Anstalt 1406–1956. Lüneburg 1956, DNB 452231604.
  • Reinecke: Die Entstehung des Johanneums zu Lüneburg. Lüneburger Museumsblätter 1905.
  • Wilhelm Friedrich Volger: Nachrichten von den älteren und neueren Gebäuden des Johanneums in Lüneburg. 1829

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johanneum Lüneburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien