Johanninüsse

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Grüne unreife Walnüsse

Johanninüsse (auch Johannisnüsse[1]; andere Bezeichnung: grüne Walnüsse) sind normale Walnüsse, die deutlich vor der im Herbst eintretenden Reife geerntet werden.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name stammt vom Zeitpunkt der Ernte, die bereits vor dem Johannis- bzw. Johannestag (dem 24. Juni, allgemeiner: um die Sonnenwende) stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt ist die Nuss noch weich und hat das typische Nussgehäuse noch nicht ausgebildet. Sie ist in unverarbeitetem Zustand nicht genießbar. Eingelegte Johanninüsse können im Feinkostgeschäft erworben werden. Unverarbeitete Johanninüsse sind direkt vom Erzeuger erhältlich.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Johanninuss muss, damit sie genießbar ist, über einen längeren Zeitraum eingelegt werden. Eine weitere Hauptverwendungsform ist die Herstellung von Nusslikör. Auch in der Typage von Spirituosen findet sie Verwendung. Daneben findet sich auch das Einlegen mit Zucker und Gewürzen als „herbsüße“ Konfitüre[2] oder kandierte schwarze Nüsse.

Die Schalen der unreifen Walnuss wurden als Färbemittel verwendet; die sogenannte Nussbeize ergibt einen warmen Braunton.

Nussöl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerdem ist die grüne Nuss Rohstoff für die Herstellung des (Tiroler) Nussöls, einem Mazerat in diversen Pflanzenölen, als Sonnenschutzmittel der traditionellen Heilkräuterkunde, ursprünglich Hausmittel, heute als Kosmetikum vermarktet – dieses Nussöl ist nicht das gepresste fette Öl der reifen Walnuss selbst (Walnussöl), das als aromatisches Speiseöl und auch für das Mischen von Ölfarben dient,[3] sondern nicht für den Verzehr geeignet. Grüne Nuss, pharmazeutisch Semen juglandis immaturum, ist auch in der traditionellen chinesischen Medizin in Verwendung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannisnuss auf plattpartu.de
  2. Nüsse. In: Merck’s Warenlexikon. 3. Aufl. 1884 ff., S. 380 f.
  3. Nußöl. In: Merck’s Warenlexikon. 3. Aufl. 1884 ff., S. 380 f.