John Crowley

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John Crowley (2007)

John Crowley (* 1. Dezember 1942 in Presque Isle, Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, Produzent und Drehbuchautor für Dokumentarfilme, sowie Dozent an der Yale University. Sein bekanntestes Werk ist der Roman Little, Big (erschienen 1981), welcher mit dem World Fantasy Award als bester Roman ausgezeichnet wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Crowley wurde 1942 in Presque Isle in Maine geboren. Sein Vater war Luftwaffenoffizier. Crowley wuchs in Vermont, Kentucky und Indiana auf. Er besuchte eine High School und studierte an der Indiana University. Nachdem er die Universität abgeschlossen hatte, zog er nach New York, um dort Filme zu drehen, was er bis heute tut. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1975, seit 1993 unterrichtet er an der Yale University.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crowleys erste veröffentlichte Romane waren Science-Fiction: The Deep (1975) und Beasts (1976). Engine Summer (1979) wurde 1980 für den American Book Award nominiert, außerdem wurde er in David Pringles 100 Best Science Fiction Novels aufgenommen.

1981 erschien Little, Big, ein Roman, von dem Ursula K. Le Guin sagte, dass es nach einer Neudefinition von Fantasy rufe („calls for a redefinition of fantasy“).

1980 begann Crowley damit, einen vierbändigen Roman namens Ægypt zu schreiben. Die einzelnen Teile der Reihe nannte er The Solitudes (ursprünglich: Ægypt), Love & Sleep, Dæmonomania, und Endless Things. Das Werk wurde im Jahr 2007 veröffentlicht.

Weitere Romane von John Crowley sind The Translator und Lord Byron’s Novel: The Evening Land, ein Buch, das selbst einen fiktiven Roman enthält. Eine Erzählung namens The Girlhood of Shakespeare’s Heroines erschien 2002. Insbesondere mit Little, Big und dem Ægypt-Zyklus gilt Crowley als ein wichtiger Vertreter der Slipstream-Literatur in der Science-Fiction.[1]

Crowleys Kurzgeschichten sind in drei Bänden erschienen: Novelty (inklusive der Erzählung Great Work of Time, für die Crowley den World Fantasy Award erhielt), Antiquities und Novelties & Souvenirs. Eine Sammlung seiner Aufsätze und Buchbesprechungen kam 2007 unter dem Titel In Other Words auf den Markt.

1989 gründeten Crowley und seine Frau Laurie Block das Unternehmen Straight Ahead Pictures, um Produktionen über amerikanische Geschichte und Kultur für Film, Radio und Internet herzustellen. Crowley schreibt außerdem Drehbücher für Kurzfilme und Dokumentationen. Sein Werk erhielt mehrfach verschiedene Preise und wurde auf Filmfestivals wie dem New York Film Festival oder der Berlinale aufgeführt. Seine Drehbücher umfassen Werke wie The World of Tomorrow (über die Weltausstellung 1939), The Hindenburg und FIT: Episodes in the History of the Body (über die amerikanische Fitnesskultur, zusammen mit Laurie Block).[2]

Eine Brieffreundschaft mit dem Literaturkritiker Harold Bloom führte dazu, dass Crowley seit 1993 Kurse an der Yale University über utopische Literatur, kreatives Schreiben und Drehbuchschreiben hält.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Vergleiche zwischen Engine Summer und Davy von Edgar Pangborn drängen sich auf und wurden schon an anderer Stelle gezogen. Sie sind insofern zutreffend, als das Buch von einem ebenso tief empfundenen Humanismus geprägt ist wie Pangborns Werk, und doch ist Engine Summer etwas anderes, Neues, dafür sorgt allein schon Crowleys meisterliches stilistisches Einfühlungsvermögen, und sein schriftstellerisches Talent, das die meisten seiner Kollegen weit hinter sich läßt… ein ausgefallenes, einzigartiges Buch, das man gelesen haben sollte.“

Joachim Körber über Maschinensommer[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Romane
  • The Deep (Doubleday, 1975)
  • Beasts (Doubleday, 1976)
  • Engine Summer (Doubleday, 1979)
  • Little, Big (Bantam, 1981)
  • Great Work of Time, 1991.
  • The Translator (William Morrow, 2002)
  • Lord Byron's Novel: The Evening Land (William Morrow, 2005)
  • Four Freedoms (2009)

Ægypt-Zyklus:

  • Ægypt (Bantam, 1987, überarbeitet als The Solitudes, 2007)
  • Love & Sleep (Bantam, 1994)
  • Dæmonomania (Bantam, 2000)
  • Endless Things (Small Beer Press, 2007)
Kurzgeschichten
  • Antiquities (1977)
  • Where Spirits Gat Them Home (1978, auch als Her Bounty to the Dead)
  • The Reason for the Visit (1980)
  • The Green Child (1981)
  • Novelty (1983)
  • Snow (1985)
  • The Nightingale Sings at Night (1989)
  • Great Work of Time (1989, Bantam, 1991)
  • In Blue (1989)
  • Missolonghi 1824 (1990)
  • Exogamy (1993)
  • Gone (1996)
  • Lost and Abandoned (1997)
  • An Earthly Mother Sits and Sings (2000)
  • The War Between the Objects and the Subjects (2002)
  • The Girlhood of Shakespeare’s Heroines (2002)
  • Little Yeses, Little Nos (2005)
  • Conversation Hearts (2008)
Sammlungen
  • Novelty (Bantam, 1989)
  • Beasts/Engine Summer/Little Big (QPBC, 1991)
  • Antiquities: Seven Stories (Incunabula, 1993)
  • Three Novels (Bantam, 1994)
  • Novelties and Souvenirs: Collected Short Fiction (Perennial, 2004)
Sachbücher
  • In Other Words (Subterranean Press, 2007)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1979 America Lost and Found
  • 1980 The Hindenberg: Ship of Doom
  • 1980 Flashback
  • 1983 No Place to Hide
  • 1984 America and Lewis Hine
  • 1984 The World of Tomorrow
  • 1986 Are We Winning Mommy? America & the Cold War (deutsch: Gewinnen wir, Mama? - Amerika und der kalte Krieg)
  • 1987 A $10 Horse and a $40 Saddle
  • 1991 mit Laurie Block: Fit: Episodes in the History of the Body
  • 1991 Pearl Harbor: Surprise and Remembrance
  • 1991 American Experience
  • 1992 Liberators: Fighting on Two Fronts in World War II
  • 1995 Nobody's Girls: Five Women of the West
  • 1995 The Gate of Heavenly Peace
  • 1995 Frontline
  • 2003 Morning Sun

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A Working Canon of Slipstream Writings, zusammengestellt auf der Readercon 18. Juli 2007 (PDF), abgerufen am 5. Oktober 2018.
  2. John Crowley – Senior Lecturer in English, Creative Writing
  3. Vgl. Heyne Science Fiction Magazin # 10, hrsg. von Wolfgang Jeschke, München 1984, ISBN 3-453-31048-9, S. 272 ff.