John F. Kelly

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
John Kelly (2017)

John Francis Kelly (* 11. Mai 1950 in Boston, Massachusetts) ist ein ehemaliger General des United States Marine Corps (USMC) und seit dem 31. Juli 2017 Stabschef des Weißen Hauses unter US-Präsident Donald Trump; zuvor war er vom 20. Januar desselben Jahres an bereits Minister für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten im Kabinett Trumps.

Vom 19. November 2012 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 14. Januar 2016 diente Kelly als Oberbefehlshaber des United States Southern Command (USSOUTHCOM), einem teilstreitkraftübergreifenden Regionalkommando der Streitkräfte der Vereinigten Staaten mit Sitz in Doral, Florida.

Ausbildung und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kelly wuchs im Bostoner Stadtteil Brighton in einer irisch-katholisch geprägten Familie auf. Noch vor Vollendung des 16. Lebensjahres trampte er quer durch die Vereinigten Staaten an die US-Westküste bis in den an der kanadischen Grenze gelegenen Bundesstaat Washington, um den Rückweg von dort aus als Freighthopper per Zug zurückzulegen.[1]

Anschließend hatte sich Kelly bereits ein Jahr der United States Merchant Marine verpflichtet,[2] bevor er 1970 dem Marine Corps beitrat, wo er bis 1972 zunächst als Sergeant in der 2nd Marine Division auf der Marine Corps Base Camp Lejeune, North Carolina, diente. Nach Abschluss eines Studiums an der University of Massachusetts im Jahr 1976 und Erhalt des Offizierspatents über ein studienbegleitendes Programm der Officer Candidates School folgten unterschiedliche Verwendungen, unter anderem als Zugführer, wiederum in Camp Lejeune, und auf den Flugzeugträgern USS Forrestal und USS Independence. Nach Fortbildung an der US Army Infantry School im Jahr 1980 war Kelly, inzwischen Hauptmann, ab 1981 in der Verwaltung des Hauptquartiers des Marine Corps im Marineamt in Washington, D.C. tätig, bevor er 1984 zur 2nd Marine Division zurückversetzt wurde und dort zunächst als Kompanieführer, nach Beförderung zum Major 1987 dann als Einsatzoffizier seines Bataillons eingesetzt war.[3]

Kellys weitere Ausbildung umfasst einen Masterabschluss in „National Security Studies“ von der Georgetown School of Foreign Service (1984).[3]

Dienst im Generalsrang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kelly wurde im März 2003 während eines Auslandseinsatzes im Irak zum Brigadegeneral befördert und übernahm im darauffolgenden Monat das Kommando über die neu formierte „Task Force Tripoli“, deren Aufgabe es war, nach dem Fall Bagdads die nördlicher gelegene Stadt Tikrit zu sichern.

Kelly als Oberbefehlshaber des USSOUTHCOM während einer Pressekonferenz im Pentagon (März 2014)

Im Anschluss diente er als Assistent des damaligen Kommandanten des Marine Corps, Michael Hagee, bevor er unter Beförderung zum Generalmajor im Juli 2007 für ein Jahr das Kommando der „I Marine Expeditionary Force“ im irakischen Al-Anbar übernahm; zurück in den Vereinigten Staaten befehligte er von 2009 bis 2011 die „Marine Forces Reserve“ und die „Marine Forces North“. Ab März 2011 war er „Senior Military Assistant“ im Verteidigungsministerium, zuletzt im Range eines Generalleutnants.[3]

Im Juli 2012 gab das Verteidigungsministerium bekannt, US-Präsident Barack Obama habe Kelly für die Nachfolge von General Douglas Fraser (USAF) an der Spitze des US Southern Command nominiert.[4] Kelly übernahm das Kommando schließlich am 19. November, seine Beförderung zum General erfolgte im Rahmen der Kommandoübergabe.

Am 14. Januar 2016 übergab Kelly das Kommando über das USSOUTHCOM seinerseits an Admiral Kurt Tidd (USN) und trat zum 1. Februar offiziell in den Ruhestand.[5]

Minister für Innere Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Dezember 2016 wurde Kelly vom designierten US-Präsidenten Donald Trump als neuer Minister für Innere Sicherheit nominiert und noch am Tag dessen Vereidigung, dem 20. Januar 2017, ebenfalls angelobt.[6] Der US-Senat hatte Kellys Nominierung am selben Morgen bei einer Enthaltung mit 88-11 Stimmen bestätigt.[7] Kelly war der fünfte Minister für Innere Sicherheit seit Einrichtung des Ministeriums im Jahre 2002 und gleichzeitig derjenige mit der kürzesten Amtszeit.

Stabschef des Weißen Hauses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Juli 2017 ernannte US-Präsident Donald Trump John Kelly zu seinem neuen Stabschef, nachdem dessen Vorgänger Reince Priebus seinen Posten hatte räumen müssen. Kelly trat das Amt am 31. Juli an.[8] Kellys 'rechte Hand' ist Kirstjen Nielsen.[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Kelly ist seit 1976 mit der aus Teaneck, New Jersey, stammenden Karen Kelly, geborene Hernest, verheiratet; gemeinsam haben sie drei erwachsene Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Kellys jüngerer Sohn Robert, damals als Oberleutnant ebenfalls in Diensten des Marine Corps, wurde 2010 im Alter von 29 Jahren während einer Patrouillenfahrt in der afghanischen Stadt Sangin von einer Landmine getötet.[10] John Kelly ist damit der ranghöchste Offizier der US-Streitkräfte, der einen Sohn oder eine Tochter im Afghanistan- oder im Irakkrieg verlor.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl der Dekorationen, sortiert in Anlehnung der Order of Precedence of Military Awards:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: John F. Kelly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: John F. Kelly – Zitate (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maria Sacchetti: General rises from Brighton to White House. Boston Globe, 8. Dezember 2016, abgerufen am 15. März 2017 (englisch).
  2. Eric Keenan: Gen. John F. Kelly reflects on 45 years of service. US Marine Corps, 14. Januar 2016, abgerufen am 22. Januar 2017 (englisch).
  3. a b c U.S. Department of Defense: John F. Kelly – Former Commander, U.S. Southern Command. Militärbiografie Kellys beim US-Verteidigungsministerium. Abgerufen am 10. Dezember 2016 (englisch).
  4. Erika Bolstad: Marine Lt. Gen. John Kelly testifies to lead Southern Command. McClatchy Newspapers, 13. Juli 2012, abgerufen am 10. Dezember 2016 (englisch).
  5. Lisa Ferdinando: Admiral Tidd Takes Command of Southcom. Department of Defense News, 16. Januar 2016, abgerufen am 21. Januar 2017 (englisch).
  6. Martin Ganslmeier: Nach der Vereidigung: Trump macht Party und Politik. tagesschau.de, 21. Januar 2017, abgerufen am 21. Januar 2017.
  7. U.S. Senate Roll Call Votes 115th Congress - 1st Session. United States Senate, 20. Januar 2017, abgerufen am 22. Januar 2017 (englisch).
  8. Peter Baker u. Maggie Haberman: Reince Priebus is ousted amid stormy days for White House. The New York Times, 28. Juli 2017, abgerufen am 29. Juli 2017 (englisch).
  9. washingtonpost.com 16. August 2017: Trump’s lack of discipline leaves new chief of staff frustrated and dismayed
  10. Tony Perry: Marine general's son laid to rest at Arlington, Los Angeles Times. 22. November 2010. Abgerufen am 8. Februar 2017. 
  11. MCSF Leadership – Karen Kelly (FL). Marine Corps Scholarship Foundation, abgerufen am 31. Januar 2017 (englisch).