John Hawkwood

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
John Hawkwood, Fresko im Dom von Florenz

John Hawkwood oder Giovanni Acuto (* um 1320–1323 in Sible Hedingham bei Colchester, Essex; † 1394 in Florenz) war ein italienischer Condottiere englischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt seines ersten urkundlich belegten Auftretens im November 1361 stand er, bereits als einer der Anführer der „White Company“ genannten englischen Söldnereinheit, im Dienst der Stadt Montferrat. Über die Zeit vorher gibt es aufgrund von späteren Äußerungen Hawkwoods oder der Chronisten wie Jean Froissart und Filippo Villani nur Vermutungen. Dem Testament seines Vaters von 1340 zufolge, erbte er etwas Geld und Wohnrecht für ein Jahr auf dem Gut seines Vaters, das sein älterer Bruder gleichen Namens erhielt.

Anschließend wurde er wahrscheinlich Schneider in London, nahm aber die Gelegenheit der Werbungen des englischen Königs Eduards III. wahr, die ihm eine militärische Karriere boten.

Eventuell als Bogenschütze im Dienste von Bekannten aus dem Umkreis seines Vaters, beteiligte er sich am Hundertjährigen Krieg. Seine Kämpfe bestritt er wohl unter dem Kommando von John de Vere oder Wilhelm Bohun.

Unsicher ist, ob er bereits im Dienst gegen Frankreich den Ritterschlag erhielt - eventuell sogar von Eduard III. selbst oder seinem Sohn Edward, dem „Schwarze Prinzen“.

Hawkwood trat um 1360, abgehärtet im Hundertjährigen Krieg, an der Spitze der Weißen Kompanie (siehe auch: Grandes Compagnies) in Italien auf und stand im Dienst der Stadt Pisa gegen Florenz, dann bei den Visconti in Mailand und danach bei Papst Gregor XI.; er beendete seine Karriere schließlich im Dienst der Stadt Florenz. Dort wurde er zum Capitano del popolo ernannt, erhielt einen jährlichen Sold von 130.000 Golddukaten und ging 1378 in den Ruhestand. Die Stadt bezahlte ihm ein prächtiges Begräbnis und ein Fresko im Florentiner Dom Santa Maria del Fiore.

Er war mit einer unehelichen Tochter von Bernabò Visconti verheiratet, der insgesamt fünf seiner unehelichen Töchter an führende Condottieri vermählte.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Caferro: John Hawkwood. An English Mercenary in Fourteenth-Century Italy. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2006, ISBN 0-8018-8323-7.
  • William Caferro: Hawkwood, John (Giovanni Acuto). In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 61: Guglielmo Gonzaga–Jacobini. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2003..
  • Kenneth Fowler: Sir John Hawkwood and the English condottieri in Trecento Italy. In: Renaissance Studies. 12, 1, 1998, ISSN 0269-1213, S 131–148.
  • Kenneth Fowler: Hawkwood, Sir John (d. 1394). In: Oxford Dictionary of National Biography. Oxford University Press, Oxford 2004; Onlinefassung Oktober 2009.
  • Frances S. Saunders: Hawkwood. The diabolical englishman. Faber & Faber, London 2004, ISBN 0-571-21908-X.
  • John Temple Leader, Giuseppe Marcotti: Sir John Hawkwood. Story of a Condottiere. Fisher, London 1889.
  • Ernst Piper: Der Aufstand de Ciompi. Über den „Tumult“, den die Wollarbeiter im Florenz der Frührenaissance anzettelten.Neuausgabe. Wagenbach, Berlin 1990, ISBN 3-8031-2175-2 (Wagenbachs Taschenbücherei 175).
  • Klaus Schelle: Die Sforza. Bauern, Condottieri, Herzöge. Die Geschichte der Renaissancefamilie. Magnus-Verlag, Essen 1980, ISBN 3-88400-099-3.
  • Geoffrey Trease: Die Condottieri. Söldnerführer, Glücksritter und Fürsten der Renaissance. Callwey, München 1982, ISBN 3-7667-0308-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Casimir Bumiller: Geschichte der Schwäbischen Alb. Von der Eiszeit bis zur Gegenwart. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2008, ISBN 978-3-938047-41-5., S. 120 im Kapitel über „Schwäbische Ritter in Italien“