John Hughes (Regisseur)

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John Wilden Hughes, junior[1] (* 18. Februar 1950 in Lansing, Michigan; † 6. August 2009 in Manhattan, New York City, New York) war ein US-amerikanischer Filmregisseur, -produzent und Drehbuchautor. Vor allem in den 1980er-Jahren zeigte Hughes sich für einige sehr erfolgreiche Hollywood-Komödien mitverantwortlich, die inzwischen als Klassiker gelten. Darunter The Breakfast Club, Ferris macht blau, Schöne Bescherung und Kevin – Allein zu Haus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühes Leben und Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Hughes wurde als Sohn eines Geschäftsmannes geboren und wuchs zunächst in Grosse Pointe, Michigan; dann später im Chicagoer Vorort Northbrook auf. Er absolvierte bis zum Jahre 1968 die Glenbrook North High School in Northbrook. Die heute abgerissene Highschool in diesem Ort diente auch als Drehort für ein paar seiner späteren Filme. Ein anschließendes Studium an der University of Arizona brach Hughes ab, stattdessen verdingte er sich zunächst als Witzeschreiber für Komiker, darunter Rodney Dangerfield und Joan Rivers.[2] Ab 1970 arbeitete er als einfacher Werbetexter in Chicago und New York. Basierend auf eigenen Kinheitserlebnissen verfasste Hughes die Kurzgeschichte Vacation '58 über einen chaotischen Familientrip. Diese Geschichte brachte ihm eine Anstellung bei der Satire-Zeitschrift National Lampoon, für die er in den folgenden Jahren zahlreiche Artikel verfasste.

Seine erste Arbeit für die Filmindustrie war das Drehbuch der Filmkomödie Ich glaub’ mein Straps funkt SOS aus dem Jahr 1982. Er wurde jedoch entlassen, der fertige Film erhielt schlechte Kritiken. 1983 schrieb Hughes das Drehbuch zu Die schrillen Vier auf Achse, welches auf seiner Kurzgeschichte Vacation '58 basierte. Die Komödie mit Chevy Chase und Beverly D’Angelo in den Hauptrollen war so erfolgreich, dass es mit denselben Schauspielern noch Fortsetzungen gab:Hilfe, die Amis kommen (1985) und Schöne Bescherung (1989). Beim dritten Film dieser Reihe fungierte Hughes zudem als Produzent. Ebenfalls 1983 schrieb er das Drehbuch zur Komödie Mr. Mom, die wie Die schrillen Vier auf Achse ein großer Erfolg war und den Namen John Hughes in Hollywood etablierte.

Erfolge als Regisseur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Hughes hatte Anfang der 1980er-Jahre einige der damals beliebten Teenager-Filme gesehen und war der Meinung, dass er bessere Werke produzieren könnte.[3] 1984 erschien die Komödie Das darf man nur als Erwachsener, für die er Regie und Drehbuch übernahm. Das darf man nur als Erwachsener war ein Erfolg beim Publikum und auch bei Kritikern, die diesem Genre sonst eher ablehnend begegneten. Grund dafür sei gewesen, dass der Film „witzig, aber niemals herablassend“ gewesen sei und die Nöte seiner Hauptfigur ernstgenommen habe.[4] Weiter wurde hervorgehoben, dass der Film die amerikanischen Mittelklasse realistisch inszeniert habe. In den nächsten drei Jahren zeigte Hughes sich für eine Reihe von Werken mitverantwortlich, die heute zum großen Teil als Klassiker des Teenagerfilm-Genres gelten: The Breakfast Club (1985), L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn (1985), Pretty in Pink (1986), Ferris macht blau (1986) und Ist sie nicht wunderbar? (1987). Besonders The Breakfast Club, ein Kammerspiel über fünf Jugendliche beim Nachsitzen, und Ferris macht blau, eine lebensbejahende Hymne an Hughes Heimat Chicago, erlangten auch bei Kritikern breite Anerkennung. Roger Ebert nannte Hughes etwa den „Philosophen der Adoleszenz[5] und die New York Times schrieb, dass der Name John Hughes „mit einem ganzen Genre identifiziert“ sei, nämlich „Komödien über unzufriedene Jugendliche“.[6] Viele der jugendlichen Hauptdarsteller seiner Filme wurden als „Brat Pack“ bezeichnet. Dazu zählten etwa Molly Ringwald, Matthew Broderick, Judd Nelson, Ally Sheedy und Anthony Michael Hall.

Mit seinen Filmen ab 1987 wandte Hughes sich wieder mehr erwachsenen Figuren zu. Bei der mit guten Kritiken bedachten Komödie Ein Ticket für Zwei (1987) mit Steve Martin und John Candy war er als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent tätig. 1989 folgte Allein mit Onkel Buck (1989), in welchem ein überforderter John Candy auf seine Nichten und Neffen aufpassen muss. Eine wichtige Rolle in Allein mit Onkel Buck hatte Kinderstar Macaulay Culkin, der später in Kevin – Allein zu Haus (1990) und Kevin – Allein in New York (1992) die Hauptrolle übernahm, bei denen John Hughes als Drehbuchautor und Produzent verantwortlich war. Die Kevin-Filme waren Anfang der 1990er-Jahre die größten kommerziellen Erfolge seiner Karriere.[7] Seine etwa zur selben Zeit entstandene Komödie Curly Sue – Ein Lockenkopf sorgt für Wirbel (1991), bei der er Regie, Drehbuch und Produktion übernahm, erfuhr dagegen eine eher enttäuschende Rezeption.

Zunehmender Rückzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Curly Sue wurde das letzte Regieprojekt von John Hughes. Anfang der 1990er-Jahre begann er trotz kommerzieller Erfolge damit, sich zunehmend aus dem Hollywood-Geschäft zurückzuziehen. Ein Grund dafür soll gewesen sein, dass er unzufrieden war und auf größere kreative Freiheiten pochte, weshalb er sich häufiger Auseinandersetzungen mit den Produzenten lieferte.[8] Er zog 1994 nach Chicago zurück, was diesen Bruch noch verdeutlichte. In den 1990ern war er noch an Filmen wie Das Wunder von Manhattan (1994), 101 Dalmatiner (1996) und Flubber (1997) beteiligt. Nach 2003 arbeitete Hughes nicht mehr als Drehbuchautor, er gab aber noch die Idee für die 2008 erschienene Komödie Drillbit Taylor – Ein Mann für alle Unfälle.

Als Drehbuchautor gebrauchte Hughes gelegentlich auch das Pseudonym Edmond Dantès, Name der Hauptfigur des Romans Der Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas dem Älteren.

Privatleben und Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hughes war seit 1970 mit seiner Frau Nancy, die er seit seiner Schulzeit kannte, verheiratet. Mit ihr hatte er zwei Söhne. Er lebte lange in der Nähe von Chicago, Illinois; zuletzt zurückgezogen auf einer Farm in Williams Bay, Wisconsin. Sein Sohn John Hughes III. arbeitet als Musiker, während James sich als Drehbuchautor und Produzent versucht hat. John Hughes starb im August 2009 während eines Spazierganges im New Yorker Stadtteil Manhattan an einem Herzinfarkt. Er wurde 59 Jahre alt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur

Produzent

Drehbuchautor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dean Goodman: „Brat Pack“ Director John Hughes Dies of Heart Attack, Reuters. 6. August 2009. Abgerufen am 7. Februar 2015. 
  2. Nachruf auf John Hughes im Variety
  3. Biografie von John Hughes bei Allmovie
  4. John Hughes bei Allmovie
  5. John Hughes bei Allmovie
  6. Nachruf in der New York Times
  7. Nachruf in der New York Times
  8. Nachruf in der New York Times