John Saxon

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John Saxon, 2014

John Saxon (* 5. August 1936 als Carmine Orrico in New York City; † 25. Juli 2020 in Murfreesboro, Tennessee) war ein US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saxon wurde 1936 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er von einem Agenten entdeckt, der ihn auf der Titelseite der Zeitschrift True Romances gesehen hatte. Er studierte Schauspiel bei Stella Adler.[1] Mitte der 1950er-Jahre wurde Saxon von den Universal Studios unter Vertrag genommen und drehte seine ersten Filme, hier wurde sein italienisch klingender Geburtsname Carmine Orrico durch den Künstlernamen John Saxon ersetzt.[2] Mit der Verkörperung von sportlichen und attraktiven Rollen wurde er schnell populär, so erhielt er 1958 für Männer über Vierzig einen Golden Globe als Bester Nachwuchsdarsteller. Sein zeitweiliges Image als „Frauenschwarm“ kontrastierte er in den 1960er-Jahren aber auch mit einigen Schurkenrollen.[3]

Obwohl Saxon schon früh in seiner Karriere mit so bekannten Regisseuren wie Blake Edwards, John Huston und Otto Preminger arbeitete, gelang ihm nie der Aufstieg zum großen Filmstar. Er war meist nur in Nebenrollen zu sehen und 1967 für den Film The Appaloosa als bester Nebendarsteller für einen weiteren Golden Globe nominiert. Einer seiner bekanntesten Filme ist Der Mann mit der Todeskralle von 1973, in dem er an der Seite der Kampfkunst- und Filmlegende Bruce Lee als dessen Ko-Star agierte. Hierbei kam Saxon sein schwarzer Gürtel in Karate zugute. Saxon spielte insbesondere in vielen Western (Südwest nach Sonora und Sinola) sowie Kriminalfilmen (Per Saldo Mord und Camorra – Ein Bulle räumt auf). 1984 spielte er in dem Horrorklassiker Nightmare – Mörderische Träume Lt. Donald Thompson, den Vater der Hauptdarstellerin. Diese Rolle übernahm er dann auch im dritten Teil der Film-Reihe. In Teil 7 spielte er sich selbst. Zu seinen weiteren bekannten Horrorfilmen zählen Jessy – Die Treppe in den Tod (1974) und Dario Argentos Tenebrae (1982).

Saxon war zudem ein häufig gebuchter Gaststar in US-amerikanischen Fernsehserien, so unter anderem in Bonanza, Rauchende Colts, Die Straßen von San Francisco, Detektiv Rockford – Anruf genügt, Der Denver-Clan oder Mord ist ihr Hobby. Eine eigene Fernseh-Hauptrolle hatte er von 1969 bis 1972 in der Arztserie The Bold Ones: The New Doctors. Zwischen 1982 und 1988 spielte er in der Serie Falcon Crest die wiederkehrende Nebenrolle des Tony Cumson, getrennt lebender Ehemann von Julia Cumson (gespielt von Abby Dalton). 1987 machte Saxon sein Regiedebüt mit dem Low-Budget-Horrorfilm Death House; es blieb seine einzige Regiearbeit.[4] Quentin Tarantino engagierte ihn unter anderem für einen Kurzauftritt als FBI-Agent Stanley Chase in From Dusk Till Dawn (1997) und in der CSI-Folge Grabesstille (Grave Danger: Part 1, bei der Tarantino Regie führte) als böswilligen Bombenbauer. Im 21. Jahrhundert agierte Saxon vor allem in kleineren Independent-Filmen und konnte zuletzt auf eine über 60 Jahre umspannende Filmkarriere zurückblicken.

John Saxon war dreimal verheiratet, zuletzt seit 2008 mit Gloria Martel, und hat einen Sohn. Der Schauspieler starb im Juli 2020 im Alter von 83 Jahren an einer Lungenentzündung.[5]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1954: Die unglaubliche Geschichte der Gladys Glover (It Should Happen to You)
  • 1954: Ein neuer Stern am Himmel (A Star is Born)
  • 1956: In den Fängen des Teufels (The Unguarded Moment)
  • 1956: Rock'n'Roll (Rock, Pretty Baby)
  • 1957: Männer über vierzig (This Happy Feeling)
  • 1957: Zu jung (The Restless Years)
  • 1958: Was weiß Mama von Liebe? (The Reluctant Debutante)
  • 1959: Der Fischer von Galiläa (The Big Fisherman)
  • 1959: In den Klauen der Unterwelt (Cry Tough)
  • 1960: Denen man nicht vergibt (The Unforgiven)
  • 1960: Das Geheimnis der Dame in Schwarz (Portrait in Black)
  • 1960: Die Plünderer (The Plunderers)
  • 1961: Die gnadenlosen Vier (Posse from Hell)
  • 1962: Hinter feindlichen Linien (War Hunt)
  • 1962: Mr. Hobbs macht Ferien (Mr. Hobbs Takes a Vacation)
  • 1964: 90 Nächte und ein Tag
  • 1966: Südwest nach Sonora (The Appaloosa)
  • 1966: Der Flug des Schreckens (The Doomsday Flight)
  • 1968: Drei ausgekochte Halunken (I tre che sconvolsero il West (Vado, vedo e sparo))
  • 1968: Istanbul Expreß (Istanbul Express)
  • 1969: Frank Patch – Deine Stunden sind gezählt (Death of a Gunfighter)
  • 1969–1972: The Bold Ones: The New Doctors (Fernsehserie, 29 Folgen)
  • 1970: The Intruders (Fernsehfilm)
  • 1972: Sinola (Joe Kidd)
  • 1972: Kung Fu (Fernsehserie) (Staffel 1x01 King of the Mountain, als Raven)
  • 1973: Der Mann mit der Todeskralle (Enter the Dragon)
  • 1973: Der Todeskuß des Paten (Baciamo le mani)
  • 1974: Jessy – Die Treppe in den Tod (Black Christmas)
  • 1975: Mitchell
  • 1976: Per Saldo Mord (The Swiss Conspiracy)
  • 1976: The 44 Specialist (Mark colpisce ancora)
  • 1976: Cop Hunter (Italia a mano armata)
  • 1976: … die keine Gnade kennen (Raid on Entebbe)
  • 1976: Camorra – Ein Bulle räumt auf (Napoli violenta)
  • 1976: Feuerstoß (Una Magnum special per Tony Saitta)
  • 1976: Killer der Apokalypse (La legge violenta della squadra anticrimine)
  • 1977: Bloody Whiskey (Moonshine County Express)
  • 1977: Die Gewalt bin ich (Il cinico, l'infame, il violento)
  • 1978: The Bees – Operation Todesstachel (The Bees)
  • 1978: Shalimar – Juwel des Todes (Raiders of Shalimar)
  • 1979: 10.000 PS – Vollgasrausch im Grenzbereich (Fast Company)
  • 1979: Der elektrische Reiter (The Electric Horseman)
  • 1980: Asphaltkannibalen (Apocalypse domani)
  • 1980: Auf Teufel komm raus (Running Scared)
  • 1980: Blood Beach
  • 1980: Jenseits des Bösen (Beyond Evil)
  • 1980: Sador – Herrscher im Weltraum (Battle Beyond the Stars)
  • 1981: Flammen am Horizont (Wrong Is Right)
  • 1982: Tenebrae (Tenebre)
  • 1982–1984: Der Denver-Clan (Dynasty; Fernsehserie, 6 Folgen)
  • 1982–1988: Falcon Crest (Fernsehserie, 32 Folgen)
  • 1983: Chicago Cop (The Big Score)
  • 1983: Gefangene des Universums (Prisoners of the Lost Universe)
  • 1983: Hardcastle & McCormick (Fernsehserie, Pilotfilm Der Kojote / Ein Mord als Unfall getarnt)
  • 1983: Magnum (Fernsehserie, Folge Aus Spiel wird Ernst)
  • 1984: Nightmare – Mörderische Träume (A Nightmare on Elm Street)
  • 1985: Das A-Team (Fernsehserie, Folge: Entführung auf arabisch)
  • 1985: Ausgetrickst (Brothers-in-law, Fernsehfilm)
  • 1985: Jackpot (Fever Pitch)
  • 1985: Paco – Kampfmaschine des Todes (Mani di pietra)
  • 1987: Nightmare 3 – Freddy Krueger lebt (A Nightmare on Elm Street 3)
  • 1987: State Prison (Death House) – auch Regisseur
  • 1988: Hard Ride (Crossing the Line)
  • 1988: Meine Mutter ist ein Werwolf (My Mom’s a Werewolf)
  • 1989: Aftershock
  • 1989: Tigerman (Final Alliance)
  • 1990: Mad Jake (Blood Salvage)
  • 1991: Alienator 2 (The Arrival)
  • 1991: Animal Instinct (Carnal Crimes)
  • 1991: Tödliche Affären (Blackmail)
  • 1991: Der letzte Samurai (The Last Samurai)
  • 1991: Maximum Force (Maximum Force)
  • 1991: Payoff
  • 1992: Animal Crimes (Animal Instincts)
  • 1992: Hellmaster
  • 1992: Tödliches Spiel (Frame Up II: The Cover Up)
  • 1993: Die Rache des weißen Indianers (Jonathan degli orsi)
  • 1993: No Exit (No Escape, No Run)
  • 1993: The Baby Doll Murders
  • 1994: Beverly Hills Cop III (Beverly Hills Cop III)
  • 1994: Freddy’s New Nightmare
  • 1994: Killing Annie (A Killing Obsession)
  • 1995: Liz Taylor Story (Liz – The Elizabeth Taylor Story, Fernsehfilm)
  • 1995: Mauer des Schweigens (The Killers Within)
  • 1996: From Dusk Till Dawn (From Dusk till Dawn)
  • 1997: Lancelot: Guardian of Time
  • 1997: Monster Stories (Monster Stories, Fernsehfilm)
  • 1998: The Party Crashers
  • 1998: Josephs Gift
  • 1998: Criminal Minds
  • 2000: Eine Diebin zum Verlieben (Night Class)
  • 2001: Schmutziges Erbe (Living in Fear)
  • 2002: Stirb wenn du kannst (Outta Time)
  • 2005: Pelts – Getrieben vom Wahn (Masters of Horror: Pelts, Fernsehserie)
  • 2006: Trapped Ashes
  • 2006: The Craving Heart
  • 2008: God's Ears
  • 2009: War Wolves
  • 2009: Old Dogs
  • 2010: Genghis Khan: The Story of a Lifetime
  • 2017: The Extra

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: John Saxon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Saxon | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 26. Juli 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. Brandon Choe: John Saxon, ‘A Nightmare on Elm Street’ Star, Dies At 83. In: Deadline. 26. Juli 2020 (deadline.com [abgerufen am 26. Juli 2020]).
  3. John Saxon | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 26. Juli 2020 (amerikanisches Englisch).
  4. John Saxon | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 26. Juli 2020 (amerikanisches Englisch).
  5. John Saxon, 'Enter the Dragon,' 'Nightmare on Elm Street' Actor, Dies at 83. Abgerufen am 26. Juli 2020 (englisch).