John Stuart Mill Institut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das John Stuart Mill Institut ist ein dem Liberalismus verbundener Verein in Heidelberg. Das Forschungsinstitut wurde 2009 von Ulrike Ackermann gegründet und ist nach dem englischen Philosophen und Ökonomen John Stuart Mill benannt.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des John Stuart Mill Instituts ist es, die Durchsetzung und Gefährdung der Freiheit in Geschichte und Gegenwart und ihre kulturellen Bedingungen wissenschaftlich zu erforschen. Das Institut knüpft an das Gedankengut der liberalen Denker des 19. und 20. Jahrhunderts an und sieht seine zivilgesellschaftliche Aufgabe darin, die liberale Freiheitsphilosophie zu vergegenwärtigen, zu pflegen, weiterzuentwickeln und zu verbreiten. Im Vordergrund stehen dabei die Wechselwirkungen von politischer, ökonomischer und persönlicher Freiheit.[1]

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der empirischen und ideengeschichtlichen Freiheitsforschung
  • Studien über die Einschränkung bzw. Gewährung von Freiheits- und Bürgerrechten in Deutschland und im internationalen Vergleich
  • Kongresse, Konferenzen, Symposien, Tagungen, Podien, Streitgespräche, Workshops und Diskussionsveranstaltungen[2]
  • Erstellung, Förderung und Verbreitung von Publikationen und Schriftenreihen zur Freiheitsforschung[3]
  • Edition und Herausgabe von Texten freiheitlicher Denker aus dem gesamten Spektrum des Liberalismus sowie zu Themen wirtschaftlicher, politischer und individueller Freiheit[4][5]
  • Aufbau und Pflege nationaler und internationaler Kooperationen und interdisziplinärer Netzwerke in Forschung, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft

Seit 2011 gibt das Institut jährlich „Freiheitsindex Deutschland“ heraus. Mit dem Anspruch durch eine repräsentative Befragung der Bevölkerung und mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse führender Printmedien als wissenschaftliche Instrumente das Verhältnis der Deutschen Bevölkerung zur Freiheit empirisch klären zu können, wird dieses Studie nun immer im Spätsommer veröffentlicht. Zusätzlich wird jeweils ein thematischer Schwerpunkt gesetzt: 2013 Europa, 2014 die Digitale Revolution, 2015 Westliche Werte und 2016 der Westliche Lebensstil.[6]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direktorin und Gründerin ist die Sozialwissenschaftlerin Ulrike Ackermann. Von 2008 bis 2014 hatte sie die Professur mit dem Schwerpunkt Freiheitsforschung und -lehre an der SRH Hochschule Heidelberg inne.[7]

Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer ist der Kulturwissenschaftler Hans Jörg Schmidt.

Dem wissenschaftlichen Beirat gehören an:

  • Detmar Doering (Philosoph und Historiker, Leiter des Liberalen Instituts der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit, Potsdam)
  • Dominik Geppert (Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit, Universität Bonn)
  • Karen Horn (Ökonomin und Publizistin, Zürich)
  • Friedhelm Hufen (Jurist, Richter am Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz a. D., Universität Mainz)
  • Robert Nef (Jurist, St. Gallen/Präsident des Stiftungsrat des Liberalen Instituts Zürich)
  • Ton Nijhuis (Direktor des Deutschlandinstituts, Amsterdam)
  • Thomas Petersen (Sozialwissenschaftler, Institut für Demoskopie Allensbach)
  • Gerhard Schulze (Soziologe, Universität Bamberg)
  • Edgar Wolfrum (Zeithistoriker, Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften, Universität Heidelberg)
  • Michael Zöller (Politikwissenschaftler, Council on Public Policy, Universität Bayreuth)

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein lebt von Spenden; als „substanzielle Förderer“ nennt das Institut:

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut hat folgende Schriften herausgegeben:

  • Freiheit in der Krise? Der Wert der wirtschaftlichen, politischen und individuellen Freiheit. Humanities Online, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-934157-98-9.
  • Freiheitsindex Deutschland 2011. Humanities Online, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-941743-19-9.
  • John Stuart Mill: Freiheit und Gleichberechtigung (= Ausgewählte Werke Band 1). Murmann, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86774-177-4.
  • John Stuart Mill: Freiheit und Gleichberechtigung (= Ausgewählte Werke Band 2). Murmann, Hamburg 2013, ISBN 978-3-86774-178-1.
  • Freiheitsindex Deutschland 2012. Humanities Online, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-941743-37-3.
  • Im Sog des Internets. Öffentlichkeit und Privatheit im digitalen Zeitalter. Humanities Online, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-941743-35-9.
  • Freiheitsindex Deutschland 2013. Humanities Online, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-941743-39-7.
  • John Stuart Mill: Individuum, Moral und Gesellschaft (= Ausgewählte Werke. Band 3.1). Murmann, Hamburg 2014, ISBN 978-3-86774-198-9.
  • Freiheitsindex Deutschland 2014. Humanities Online, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-941743-45-8.
  • Selbstbestimmung oder Fremdbestimmung? Soziales Leben im Internet. Humanities Online, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-941743-55-7.
  • John Stuart Mill: Freiheit, Fortschritt und die Aufgaben des Staates (= Ausgewählte Werke. Band 3.2). Murmann, Hamburg 2015, ISBN 978-3-86774-199-6.
  • Freiheitsindex Deutschland 2015. Humanities Online, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-941743-57-1.
  • Genuss – Askese – Moral. Über die Paternalisierung des guten Lebens. Humanities Online, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-941743-59-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gespräch mit Ernst A. Grandits: Freiheit, Gleichheit, Toleranz! In: 3sat Kulturzeit, 19. November 2015.
  2. Daniel Bräuer: Der liebe Gott kann sich selbst wehren! In: Rhein Neckar Zeitung, 18. Juni 2015.
  3. Dorothea Siems: Das alles gehört verboten! In: Die Welt, 25. Januar 2010.
  4. Florian Püschel: Im Sog des Internets! In: Hsozkult, 15. November 2013.
  5. Rolf Löchel: Wenn Autoren Autorinnen sind In: literaturkritik.de, November 2012.
  6. Freiheitsindex. In: www.mill-institut.de. Abgerufen am 2. Oktober 2016.
  7. Erich Weede: Freiheit II. Das John Stuart Mill Institut stellt sich vor. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. November 2011.