Jolyon Palmer

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Jolyon Palmer (2014)

Jolyon Palmer (* 20. Januar 1991 in Horsham) ist ein britischer Automobilrennfahrer. Sein Vater ist der ehemalige Formel-1-Pilot Jonathan Palmer. Von 2011 bis 2014 startete er in der GP2-Serie, in der er 2014 die Meisterschaft gewann. 2016 fährt er für Renault in der Formel 1.

Karriere[Bearbeiten]

Palmer begann seine Motorsportkarriere 2005 in der T-Cars-Serie, in der Rennfahrer im Alter von 14 bis 17 mit Limousinen unterwegs waren, und wurde Fünfter der Herbstmeisterschaft. 2006 startete er erneut in T Cars und wurde Fünfter in der Meisterschaft. Nachdem er 2007 an zwei T-Cars-Rennen, die er beide für sich entschied, teilgenommen hatte, wechselte er in den Formelsport und startete in der Formel Palmer Audi, einer Rennserie, die sein Vater Jonathan Palmer gegründet hatte. Jolyon Palmer gewann zwei Rennen und belegte den zehnten Gesamtrang. 2008 blieb er in der Formel Palmer Audi und verbesserte sich, obwohl er nur ein Rennen gewann, auf den dritten Gesamtrang.

2009 wechselte Palmer in die neugegründete FIA-Formel-2-Meisterschaft, die ebenfalls von seinem Vater organisiert wurde. Der Rennfahrer holte drei Punkte und belegte den 21. Gesamtrang. Außerdem startete er bei acht Rennen der Formel Palmer Audi und wurde mit einem Sieg 16. in der Gesamtwertung. 2010 blieb Palmer in der Formel 2. Mit einem Sieg im Auftaktrennen in Silverstone startete Palmer gut in die Saison. Eine weitere eindrucksvolle Vorstellung zeigte er in Monza, wo er beide Rennen von der Pole-Position startend gewann. Nachdem er die Meisterschaft lange Zeit angeführt hatte, wurde er am Saisonende mit insgesamt fünf Siegen Vizemeister hinter Dean Stoneman.

Palmer für Arden beim GP2-Rennen in Monza 2011

2011 wechselte Palmer zu Arden International und trat für den Rennstall in der GP2-Asia-Serie und in der GP2-Serie an. In der GP2-Asia-Serie belegte er am Saisonende den 19. Gesamtrang. In der GP2-Serie blieb Palmer ohne Punkte und wurde 28. in der Fahrerwertung. Nach der Saison nahm er für das Barwa Addax Team am GP2 Final 2011 teil.[1] Mit einem dritten Platz als bestes Ergebnis lag er auf dem vierten Platz im Klassement. Außerdem kehrte er für ein Rennwochenende in die Formel 2 zurück.[2] Zu den Rennen startete er aber nicht. Zur GP2-Serie-Saison 2012 wechselte Palmer innerhalb der GP2-Serie zu iSport International.[3] Beim zweiten Rennwochenende in as-Sachir erzielte er mit einem siebten Platz im Sprintrennen erstmals Punkte in der GP2-Serie. Nachdem sein Auto beim Sprintrennen des vierten Rennwochenendes vorm Start mit technischen Problemen stehen blieb, entschloss sich das Team, ihm zur nächsten Veranstaltung ein neues Fahrzeug bereitzustellen.[4] Mit dem neuen Auto gelang es ihm auf Anhieb in Monte Carlo das Sprintrennen für sich zu entscheiden. Es war sein erster GP2-Sieg. Mit drei Podest-Platzierungen beendete Palmer die Saison auf dem elften Gesamtrang und unterlag damit seinem Teamkollegen Marcus Ericsson.

Jolyon Palmer beim Sprintrennen der GP2-Serie in Spa-Francorchamps 2013

2013 erhielt Palmer ein GP2-Cockpit bei Carlin.[5] Auf dem Hungaroring erzielte er seinen ersten GP2-Hauptrennsieg. Dieses Resultat wiederholte er in Singapur, wo es ihm gelang, von der Pole-Position startend einen weiteren Sieg im Hauptrennen zu erzielen. Obwohl sein Teamkollege Felipe Nasr im Gegensatz zu ihm kein Rennen gewann, setzte er sich mit 154 zu 119 Punkten teamintern gegen Palmer durch. Palmer wurde Siebter in der Fahrerwertung. 2014 wechselte Palmer innerhalb der GP2-Serie zu DAMS.[6] Beim ersten Rennwochenende in as-Sachir erzielte Palmer nach einem dritten Platz im Hauptrennen einen Sieg beim Sprintrennen. Anschließend folgten zwei zweite Plätze in Barcelona. Nachdem er beim nächsten Rennen in Monte Carlo das Hauptrennen für sich entschieden hatte, blieb er fünf Veranstaltungen ohne Sieg, bevor er in Monza das Sprintrennen gewann. Beim darauf folgenden Rennwochenende in Sotschi gewann Palmer das Hauptrennen und entschied damit die Meisterschaft vorzeitig für sich. Palmer stand bei 12 von 22 Rennen auf dem Podium und erzielte nur zweimal keine Punkte. Mit 276 zu 229 Punkten lag er am Saisonende vor Stoffel Vandoorne. Teamintern setzte er sich gegen Stéphane Richelmi, der 73 Punkte erreicht hatte, deutlich durch.

2015 war Palmer Formel-1-Testfahrer bei Lotus.[7] In dieser Funktion nahm er an einigen freien Trainings der Formel-1-Grands-Prix teil. 2016 blieb Palmer bei dem Rennstall, der in der Zwischenzeit von Renault übernommen und in Renault Sport F1 Team umbenannt wurde,[8] und erhielt ein Stammcockpit. Er ersetzte Romain Grosjean, der zu Haas wechselte.[9]

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 2005: T-Cars-Herbstmeisterschaft (Platz 5)
  • 2006: T Cars (Platz 5)
  • 2007: T Cars (Platz 11)
  • 2007: Formel Palmer Audi (Platz 10)
  • 2008: Formel Palmer Audi (Platz 3)
  • 2008: Formel Palmer Audi, Herbstserie (Platz 3)

Einzelergebnisse in der GP2-Asia-Serie[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 Punkte Rang
2011 Arden International Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE ItalienItalien ITA 0 19.
14 10 18 DNF

Einzelergebnisse in der GP2-Serie[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 Punkte Rang
2011 Arden International TurkeiTürkei TUR SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON SpanienSpanien ESP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA             0 28.
17 9 18 17 NC 11 9 DNF 20 16 19 DNF 22 18* DNF 14 DNF 19            
2012 iSport International MalaysiaMalaysia MAS BahrainBahrain BRN BahrainBahrain BRN SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON SpanienSpanien ESP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA SingapurSingapur SIN 78 11.
17 12 DNS 7 24* 22 9 DNS 6 1 DNF DNF 3 5 18 18 6 5 DNF 10 7 3 DNF DNF
2013 Carlin MalaysiaMalaysia MAS BahrainBahrain BRN SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA SingapurSingapur SIN Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE     119 7.
6 9 5 6 10 4 DNF 12 6 DNF 24 11 1 12 15 6 DNF 10 1 17 2 DNF    
2014 DAMS BahrainBahrain BRN SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON OsterreichÖsterreich AUT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA RusslandRussland RUS Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE     276 1.
3 1 2 2 1 7 5 6 2 4 3 6 4 2 6 3 8 1 1 10 2 DNF    

Statistik in der Formel-1-Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Gesamtübersicht[Bearbeiten]

Stand: vor Saison 2016

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
2016 Renault Sport F1 Team Renault Renault 1.6 V6 Turbo 0 0
Gesamt 0 0

Einzelergebnisse[Bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
2016 Flag of Australia.svg Flag of Bahrain.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Russia.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of Azerbaijan.svg Flag of Austria.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Hungary.svg Flag of Germany.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Japan.svg Flag of the United States.svg Flag of Mexico.svg Flag of Brazil.svg Flag of the United Arab Emirates.svg      
     
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “Jolyon Palmer joins Addax for Yas Marina GP2 races” (autosport.com am 3. November 2011)
  2. Matt Beer: “Jolyon Palmer to make one-off Formula 2 return at the Nurburgring”. autosport.com, 30. Juni 2011, abgerufen am 6. Dezember 2012 (englisch).
  3. “Jolyon Palmer to switch to iSport for 2012 GP2 campaign” (autosport.com am 23. Dezember 2011)
  4. Frederik Hackbarth: „GP2 - Palmer bekommt ein neues Auto“. iSport muss Problemjagd aufgeben. Motorsport-Magazin.com, 14. Mai 2012, abgerufen am 18. Mai 2012.
  5. Markus Lüttgens: „Palmer und Nasr 2013 für Carlin am Start“. Motorsport-Total.com, 11. Dezember 2012, abgerufen am 1. Januar 2013.
  6. Philipp Schajer: „GP2 - Palmer wechselt zu DAMS“. Richelmi bleibt. Motorsport-Magazin.com, 29. November 2013, abgerufen am 29. November 2013.
  7. Norman Fischer: Geburtstagsgeschenk Formel 1: Palmer wird Lotus-Testpilot. Motorsport-Total.com, 20. Januar 2015, abgerufen am 20. Januar 2015.
  8. Lawrence Barretto: Renault launches its 2016 Formula 1 car, the RS16. autosport.com, 3. Februar 2016, abgerufen am 3. Februar 2016 (englisch).
  9. Mathias Brunner: Lotus 2016 mit Jolyon Palmer neben Maldonado. 24. Oktober 2015, abgerufen am 24. Oktober 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jolyon Palmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien