Jordan Stolz
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| Nation | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtstag | 21. Mai 2004 (21 Jahre) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtsort | West Bend, Wisconsin | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karriere | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Status | aktiv | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Medaillenspiegel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Platzierungen im Eisschnelllauf-Weltcup | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| letzte Änderung: 14. Februar 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Jordan Stolz (* 21. Mai 2004 in West Bend, Wisconsin) ist ein US-amerikanischer Eisschnellläufer. Im Dezember 2021 debütierte er im Weltcup und gewann dort in der Saison 2022/23 seine ersten Rennen. Seit 2023 errang er insgesamt sieben Weltmeistertitel über 500, 1000 und 1500 Meter sowie im Mehrkampf.
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frühe Jahre (bis 2021)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jordan Stolz ist der Sohn eines aus Deutschland stammenden Polizisten[1] und einer amerikanischen Dentalhygienikerin.[2] Er hat eine ältere Schwester und wuchs in Kewaskum in Wisconsin auf. Im Alter von fünf Jahren begann er mit dem Eisschnelllauf, angeregt durch die olympischen Medaillenerfolge des Shorttrackers Apolo Anton Ohno bei den Winterspielen 2010 in Vancouver. Nach Aussage seines Vaters konzentrierte sich Stolz von Anfang an vollkommen auf das Eislaufen und probierte nie andere Sportarten aus.[3] Er trainierte gemeinsam mit seiner Schwester, die parallel mit ihm mit dem Eisschnelllauf angefangen hatte, im Pettit National Ice Center in Milwaukee, etwa 65 Kilometer südlich seines Heimatortes gelegen. Weil die Geschwister regelmäßig zu Wettkämpfen in der gesamten Region des Mittleren Westens reisten, wurden sie in ihrer Jugend zu Hause unterrichtet.[4]
Mitte der 2010er-Jahre trainierte Jordan Stolz bei Robert Fenn, der zuvor unter anderem mit dem Eisschnelllauf-Olympiasieger Shani Davis zusammengearbeitet hatte. Nach Fenns Tod 2017 übernahm Davis zwischenzeitlich Stolz’ Betreuung.[5] Stolz sah Davis als Mentor und erklärte später, der erfahrene Athlet habe ihm etwa dabei geholfen, sich nicht zu viele Gedanken zu machen.[3] Im Winter 2019/20 bestritt Stolz mehrere internationale Wettkämpfe im Rahmen des Juniorenweltcups. Außerdem erreichte er bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020 als bestes Ergebnis einen fünften Rang über 500 Meter und trat bei den Juniorenweltmeisterschaften in Tomaszów Mazowiecki an, wo er vordere Platzierungen in den Einzelwettkämpfen verpasste. In der Folge begann Stolz ein intensives Krafttraining und nahm auch dank eines Wachstumsschubs deutlich an Gewicht zu.[4] Im März 2021 gewann er im Alter von 16 Jahren seinen ersten nationalen Titel im Erwachsenenbereich: Auf dem Utah Olympic Oval in Salt Lake City siegte er über 500 Meter und stellte mit einer Zeit von 34,99 Sekunden einen US-Juniorenrekord auf. Zu dieser Zeit trainierte Stolz – nachdem Davis zum chinesischen Team gewechselt war – bei dem früheren US-Nationaltrainer Bob Corby.[4][5]
Erste Olympiateilnahme und Weltmeistertitel (2021 bis 2024)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stolz debütierte im Dezember 2021 im Eisschnelllauf-Weltcup und erreichte auf dem Olympic Oval in Calgary als Zweiter über 1000 Meter (hinter Ning Zhongyan) sein erstes Podestergebnis in der höchsten internationalen Wettkampfserie. Sowohl über 500 Meter als auch über 1000 Meter qualifizierte er sich für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking und belegte dort die Ränge 13 und 14. Wenige Wochen später verpasste er als Vierter bei der Sprintweltmeisterschaft um einen Zehntelpunkt die Bronzemedaille.[6] In der Saison 2022/23 gehörte Stolz zu den stärksten Athleten im Weltcup: Zum Saisonauftakt in Stavanger wurde er im Alter von 18 Jahren mit einem Sieg über 1500 Meter der historisch jüngste männliche Weltcupsieger.[7] Im Verlauf des Winters entschied er über 1000 Meter und 1500 Meter insgesamt vier Wettkämpfe für sich, zudem lief er in Calgary im Dezember 2022 über 500 Meter mit einer Zeit von 34,08 Sekunden nationalen Rekord und gleichzeitig Juniorenweltrekord.[8] Im Februar 2023 wurde er in Inzell Juniorenweltmeister über 500 Meter, 1000 Meter sowie 1500 Meter. Auf den gleichen drei Strecken errang er einen Monat später im Heerenveener Thialf-Stadion auch die Weltmeistertitel bei den Erwachsenen.[9]
2023 schloss sich Stolz dem privaten niederländischen Team Zaanlander um Trainer Jillert Anema an. Bob Corby blieb sein persönlicher Trainer.[10] Im Team Zaanlander arbeitete Stolz vor allem an seiner Ausdauer, um – mit Blick auf die Mehrkampfweltmeisterschaft – auch auf den Langstrecken seine Zeiten zu verbessern.[11] Wegen des veränderten Trainingsschwerpunktes war er zu Saisonbeginn auf den Sprintstrecken nicht so schnell wie andere Athleten, verbesserte seine Leistungen aber bis zum Ende des Winters deutlich: Bei den Weltcuprennen in Salt Lake City und Québec Ende Januar und Anfang Februar 2024 entschied Stolz alle acht Wettkämpfe über 500, 1000 und 1500 Meter für sich. In Salt Lake City stellte er mit einer Zeit von 1:05,37 Minuten einen Weltrekord über 1000 Meter auf, wobei er die bis dahin gültige Bestleistung von Pawel Kulischnikow um drei Zehntelsekunden unterbot.[12] Bei den Einzelstreckenweltmeisterschaften in Calgary verteidigte Stolz auf allen drei Strecken seine Titel aus dem Vorjahr. Über 500 Meter war er mit einer Zeit von 33,69 Sekunden lediglich acht Hundertstelsekunden langsamer als Kulischnikows Weltrekord über diese Distanz.[13] Zum Saisonende im März verzichtete Stolz auf einen Start bei der Sprintweltmeisterschaft in Inzell und konzentrierte sich stattdessen auf die unmittelbar danach am gleichen Ort stattfindende Mehrkampfweltmeisterschaft, die er als prestigeträchtiger ansah. Dort hatte er nach drei Rennen einen großen Vorsprung auf den zweitplatzierten Langstreckenspezialisten Patrick Roest, den er im abschließenden 10.000-Meter-Rennen verteidigte und damit seinen insgesamt siebten Weltmeistertitel errang.[14]
Fortgesetzte Erfolge im Weltcup (seit 2024)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Weltcupsaison 2024/25 begann Stolz mit einer Fortsetzung seiner Erfolge aus dem Vorwinter. Bis Anfang Februar 2025 entschied er alle Rennen über 500, 1000 und 1500 Meter, zu denen er antrat, für sich. Seine insgesamt ein Jahr andauernde Siegesserie – angefangen im Januar 2024 – hielt 18 Rennen und war damit bei den Männern die längste in der Geschichte des Weltcups. Sie endete mit einem zweiten Platz hinter Tatsuya Shinhama über 500 Meter beim Weltcup in Milwaukee.[15] Stolz gewann auf allen drei Kurz- und Mittelstrecken den Gesamtweltcup, obwohl seine Leistungen zum Saisonende krankheitsbedingt nachließen: Er zog sich im Februar eine Hals- und Lungenentzündung zu, konnte mehrere Wochen nicht trainieren und verzichtete wegen Müdigkeit auf den Start bei den letzten Weltcuprennen. Bei den Einzelstreckenweltmeisterschaften 2025 gewann er zwei Silbermedaillen über 500 und 1500 Meter sowie Bronze über 1000 Meter.[16] Im Winter 2025/26 verteidigte Stolz erfolgreich seine drei Siege in den Gesamtweltcupwertungen über 500, 1000 und 1500 Meter. Er gewann alle Rennen über 1000 und 1500 Meter sowie fünf von neun 500-Meter-Wettkämpfen. Außerdem trat er zusätzlich erstmals seit 2023 wieder im Massenstart an, wo er zweimal das Podest erreichte.[17]
Würdigung und Auftritte als Werbeträger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wegen seiner Erfolge in jungen Jahren wurde Stolz von Beobachtern wie dem niederländischen Eisschnelllauftrainer Gerard Kemkers mit dem fünffachen US-amerikanischen Olympiasieger von 1980 Eric Heiden verglichen.[18] Sowohl 2023 als auch 2024 wurde ihm die Oscar Mathisen Memorial Trophy verliehen.[19]
Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2026 setzte das US-Fernsehnetzwerk NBC in seiner Werbekampagne unter anderem auf Stolz, der dort neben dem Schauspieler Glen Powell auftrat. Anfang 2025 unterzeichnete Stolz einen Vertrag mit der Marketingagentur Octagon, die unter anderem auch Simone Biles und Michael Phelps vertritt.[20] Stolz wurde in der Folge unter anderem als Werbeträger für Honda, Omega und Ralph Lauren eingesetzt.[17]
Weltcupsiege
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| Nr. | Datum | Ort | Disziplin |
|---|---|---|---|
| 1. | 11. November 2022 | 1500 m | |
| 2. | 13. November 2022 | 1000 m | |
| 3. | 18. Dezember 2022 | 1000 m | |
| 4. | 17. Februar 2023 | 1500 m | |
| 5. | 3. Dezember 2023 | 1500 m | |
| 6. | 8. Dezember 2023 | 1000 m | |
| 7. | 26. Januar 2024 | 1000 m | |
| 8. | 27. Januar 2024 | 500 m | |
| 9. | 27. Januar 2024 | 1500 m | |
| 10. | 28. Januar 2024 | 1000 m | |
| 11. | 2. Februar 2024 | 1000 m | |
| 12. | 3. Februar 2024 | 500 m | |
| 13. | 3. Februar 2024 | 1500 m | |
| 14. | 4. Februar 2024 | 500 m | |
| 15. | 22. November 2024 | 500 m | |
| 16. | 22. November 2024 | 1500 m | |
| 17. | 23. November 2024 | 1000 m | |
| 18. | 24. November 2024 | 500 m | |
| 19. | 29. November 2024 | 500 m | |
| 20. | 29. November 2024 | 1500 m | |
| 21. | 30. November 2024 | 1000 m | |
| 22. | 1. Dezember 2024 | 500 m | |
| 23. | 24. Januar 2025 | 1500 m | |
| 24. | 25. Januar 2025 | 1000 m | |
| 25. | 26. Januar 2025 | 500 m | |
| 26. | 31. Januar 2025 | 1000 m | |
| 27. | 1. Februar 2025 | 500 m | |
| 28. | 1. Februar 2025 | 1500 m | |
| 29. | 21. Februar 2025 | 500 m | |
| 30. | 21. Februar 2025 | 1500 m | |
| 31. | 22. Februar 2025 | 1000 m | |
| 32. | 14. November 2025 | 1000 m | |
| 33. | 15. November 2025 | 500 m | |
| 34. | 15. November 2025 | 1500 m | |
| 35. | 21. November 2025 | 1000 m | |
| 36. | 22. November 2025 | 1500 m | |
| 37. | 23. November 2025 | 500 m | |
| 38. | 5. Dezember 2025 | 1500 m | |
| 39. | 6. Dezember 2025 | 1000 m | |
| 40. | 7. Dezember 2025 | 500 m | |
| 41. | 12. Dezember 2025 | 500 m | |
| 42. | 12. Dezember 2025 | 1500 m | |
| 43. | 13. Dezember 2025 | 1000 m | |
| 44. | 14. Dezember 2025 | 500 m | |
| 45. | 14. Dezember 2025 | Massenstart | |
| 46. | 23. Januar 2026 | 1500 m | |
| 47. | 24. Januar 2026 | 1000 m |
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Statistik bei Speedskatingnews
- Jordan Stolz in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
- Jordan Stolz in Internationales Sportarchiv 35/2025 vom 26. August 2025, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Stolz’ Großvater väterlicherseits zog 1979 aus beruflichen Gründen aus der Gemeinde Schluchsee nach Wisconsin, vgl. Barbara Klimke: Vom Gartenteich aus zu neuen Maßstäben auf sueddeutsche.de. 8. März 2024. Abgerufen am 21. Mai 2024.
- ↑ Lori Nickel: Who is 17-year-old Jordan Stolz? A 'serious medal contender,' speedskating legend Dan Jansen says. In: Milwaukee Journal Sentinel. 10. Februar 2022. Abgerufen am 21. Mai 2024.
- ↑ a b Alex Prewitt: 17-Year-Old Jordan Stolz Is the Next Big Thing in U.S. Speedskating. In: Sports Illustrated. 10. Februar 2022. Abgerufen am 2. März 2023 via si.com.
- ↑ a b c Kevin Draper: Jordan Stolz Is a Teen Sensation in U.S. Olympic Speedskating. In: The New York Times. 10. Februar 2022. Abgerufen am 2. März 2022 via nytimes.com.
- ↑ a b Kelly Feng: With Laser-Sharp Focus, Teenage Speedskater Jordan Stolz Strides Towards Olympic Trials auf teamusa.org. 31. Dezember 2021. Abgerufen am 2. März 2023.
- ↑ Competition: World Speed Skating Championships 2022 auf speedskatingnews.info. Abgerufen am 2. März 2023.
- ↑ American Jordan Stolz becomes youngest man to win World Cup speed skating race auf olympics.nbcsports.com. 11. November 2022. Abgerufen am 2. März 2023.
- ↑ Bob Reinert: Speedskater Jordan Stolz Scores Three Medals, Two Records At Calgary World Cup auf teamusa.org. 20. Dezember 2022. Abgerufen am 2. März 2023.
- ↑ US-Amerikaner Stolz ist jüngster Weltmeister im Eisschnelllauf auf spiegel.de. 4. März 2023. Abgerufen am 4. Juni 2023.
- ↑ Bob Corby laced his skates back up after 20 years for Jordan Stolz (USA) auf isu.org. 22. Februar 2024. Abgerufen am 22. Mai 2024.
- ↑ Lori Nickel: After intense training and new challenges with Dutch team, Jordan Stolz is ready to launch new speedskating season. In: Milwaukee Journal Sentinel. 25. Oktober 2023. Abgerufen am 22. Mai 2024.
- ↑ Lori Nickel: Kewaskum speedskater Jordan Stolz sets a world record in the 1,000 meters. In: Milwaukee Journal Sentinel. 26. Januar 2024. Abgerufen am 22. Mai 2024.
- ↑ Lori Nickel: Nickel: Jordan Stolz of Kewaskum makes history again, repeating as three-time world speedskating champion. In: Milwaukee Journal Sentinel. 26. Januar 2024. Abgerufen am 22. Mai 2024.
- ↑ dpa: Weltmeister mit deutschen Wurzeln: Stolz ist Mehrkampf-König. In: Zeit Online. 10. März 2024. Abgerufen am 22. Mai 2024 via zeit.de.
- ↑ Nick Zaccardi: Tatsuya Shinhama snaps Jordan Stolz’s yearlong speed skating win streak auf nbcports.com. 2. Februar 2025. Abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Nick Zaccardi: Jordan Stolz finishes speed skating worlds with two silvers, one bronze auf nbcsports.com. 17. März 2025. Abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ a b Nancy Armour: Speed skater Jordan Stolz seized World Cups. Olympic history is next auf usatoday.com. 29. Januar 2026. Abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Kevin Draper: America’s Next Great Speedskater Is Coming for the Dutch. In: The New York Times. 2. März 2023. Abgerufen am 2. März 2023 via nytimes.com.
- ↑ Jordan Stolz Wins Oscar Mathisen Trophy Second Year in a Row auf usspeedskating.org. 14. Juni 2024. Abgerufen am 6. Februar 2026.
- ↑ Sean Gregory: Jordan Stolz Could Be the Michael Phelps of Speedskating auf time.com. 2. Februar 2026. Abgerufen am 6. Februar 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stolz, Jordan |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Eisschnellläufer |
| GEBURTSDATUM | 21. Mai 2004 |
| GEBURTSORT | West Bend, Wisconsin |