Josef Grünbeck (Politiker, 1925)

Josef Grünbeck (* 17. September 1925 in Haan bei Dux, Tschechoslowakei; † 15. Oktober 2012[1]) war ein deutscher Unternehmer und Politiker (FDP).
Unternehmer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Josef Grünbeck, geboren im Sudetenland als Sohn von Anna Grünbeck und des Schneidermeisters Josef Grünbeck, besuchte die Wirtschaftsoberschule in Teplitz, erhielt 1942 das Abitur und leistete von 1942 bis 1945 seinen Wehrdienst als Bayerischer Gebirgsjäger, zuletzt als Leutnant.
Im Jahr 1949 gründete Josef Grünbeck die Wasserchemie und Apparatebau, das ab 1980 Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH genannte Unternehmen (heute Grünbeck AG), das 1968 die Mitbestimmung einführte und in einem dreistufigen Beteiligigungsmodell Mitarbeitenden Gewinn- und Eigentumsbeteiligungen zugestand.[2]
Josef Grünbeck war verheiratet mit Loni Grünbeck, geborener Püschel. 2010 wurde die Loni und Josef Grünbeck-Stiftung begründet.[3]
Ab 1978 wirkte Josef Grünbeck auch als Dozent an der Universität Augsburg.
Partei
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Josef Grünbeck war von 1976 bis 1984 Vorsitzender der FDP Schwaben. 1989 wurde er als Nachfolger von Manfred Brunner Vorsitzender der FDP Bayern und übergab 1991 sein Amt an Max Stadler. Von 1988 bis 1991 war er Mitglied des FDP-Bundesvorstandes.
Öffentliche Ämter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Josef Grünbeck war von 1966 bis 1987 Stadtrat in Höchstädt an der Donau, unter anderem als Fraktionsvorsitzender. Er war zudem Mitglied des Kreistags Dillingen. 1978 bis 1982 sowie 1990/91 war er Mitglied des Bayerischen Landtages und dort 1990/91 Vorsitzender der FDP-Fraktion. Von 1983 bis 1994 war er, gewählt über die Landesliste Bayern, Mitglied des Bundestages. Nach einem schweren Autounfall 1995 musste er seine politische Tätigkeit beenden und wurde pflegebedürftig.[4]
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1984: Sudetendeutscher Unternehmenspreis
- 1993: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
- Bayerischer Verdienstorden
Aufgrund seiner Pionierrolle in der Mitarbeiterbeteiligung schrieb der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung (AGP) 2025 erstmals den Josef-Grünbeck-Preis aus.[2]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Grünbeck, Josef. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 417.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Josef Grünbeck (Politiker, 1925) in der Parlamentsdatenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte in der Bavariathek.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Josef Grünbeck im Alter von 87 Jahren gestorben. In: Augsburger Allgemeine, 16. Oktober 2012, abgerufen am 28. Februar 2017.
- 1 2 Dirk Lambach: Erstmalige Ausschreibung des Josef-Grünbeck-Preis 2025 für herausragende Forschung zur Mitarbeiterbeteiligung. In: AGPEV. 23. Mai 2025, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ StiftungsVerzeichnis – Loni und Josef Grünbeck-Stiftung. In: Bayerisches Landesamt für Statistik. Abgerufen am 22. Oktober 2025.
- ↑ Josef Grünbeck im Alter von 87 Jahren gestorben. In: Augsburger Allgemeine, 17. Oktober 2012, abgerufen am 28. Februar 2017.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grünbeck, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer und Politiker (FDP), MdL, MdB |
| GEBURTSDATUM | 17. September 1925 |
| GEBURTSORT | Haan |
| STERBEDATUM | 15. Oktober 2012 |