Josef Pöttinger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Josef Pöttinger
Spielerinformationen
Geburtstag 16. April 1903
Geburtsort MünchenDeutsches Kaiserreich
Sterbedatum 9. September 1970
Sterbeort MünchenDeutschland
Position Sturm
Junioren
Jahre Station
0000–1920 FC Bayern München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1920–1931 FC Bayern München
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1926–1930 Deutschland 14 (9)
Stationen als Trainer
Jahre Station


1934–1938
1939–1941
1946–1947
1947
1948–1949
1949
1949–1951
FC Teutonia München
VfB Pankow
1. SV Jena
VfB Stuttgart
FC Bayern München
1. FC Lichtenfels
SV Neuses
FC Teutonia München
BC Augsburg
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Josef Pöttinger (* 16. April 1903 in München; † 9. September 1970 ebenda), auch Pötschge genannt, war ein deutscher Fußballspieler und -trainer.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pöttinger, der sich vor allem durch seine Technik auszeichnete, debütierte am 27. Juli 1920 mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft des FC Bayern München.[1] Seine Ballfertigkeit und Beweglichkeit schützten ihn aber nicht ausreichend gegen die körperbetonten Attacken der gegnerischen Abwehrspieler. Von Beginn seiner Karriere an hatte er deshalb mit Verletzungen zu kämpfen und schaffte auch den Durchbruch erst mit 23 Jahren in der Saison 1925/26. Zum Gewinn der süddeutsche Meisterschaft 1926 des FC Bayern München steuerte Pöttinger 57 Tore bei. Für Süddeutschland spielte er am 28. März 1926 im Viertelfinale des Kampfspielpokals gegen Mitteldeutschland und am 18. April desselben Jahres debütierte er auch in der Nationalmannschaft. Im Finale des Kampfspielpokals am 4. Juli 1926 in Köln erzielte er drei Treffer für das mit 7:2 Toren siegreiche Süddeutschland gegen Westdeutschland. Einen Tag zuvor, am 3. Juli, fand das Halbfinalspiel in Essen gegen Norddeutschland statt. Pöttinger steuerte einen Treffer zum 4:2-Sieg Süddeutschlands bei. Mit dem FC Bayern München zog er in den Jahren 1926, 1928 und 1929 in die Endrundenspiele um die deutsche Meisterschaft ein. 1928, nach der erneuten süddeutschen Meisterschaft, erreichten Pöttinger und seine Mitspieler vom FC Bayern München über Wacker Halle und die SpVgg Sülz 07 das Halbfinale. Dort setzte sich der Hamburger SV allerdings klar mit 8:2 gegen die Münchner durch und gewann auch souverän gegen Hertha BSC die Meisterschaft. Pöttinger erzielte in sechs Endrundenspiele ebenso viele Tore. Für Süddeutschland bestritt er 1926 und 1927 vier Spiele, in denen er vier Tore erzielte. Jahrelange Knieprobleme und ein Schienbeinbruch zwangen ihn frühzeitig im Jahre 1931 zur Beendigung seiner Spielerlaufbahn. Dadurch erging es ihm wie „Wiggerl“ Hofmann und „Mile“ Kutterer: Am größten Triumph des FC Bayern München konnten sie nicht mehr als Aktive teilnehmen. Den Gewinn der deutschen Fußballmeisterschaft 1932 erkämpften die Abwehrrecken Haringer, Heidkamp und Goldbrunner und im Sturm agierten Bergmaier und Rohr. Kirn/Natan notierten: „Feingliedriger Mittelstürmer vom Schlage Seiderers. Kammerspieler des Fußballs. Seine Vorlagen kamen über den Rasen wie die Kugeln übers Billardtuch.“

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pöttinger (4.v.r.) am 1. Mai 1929
vor dem Länderspiel gegen Italien

Die zwei ersten Einsätze in der A-Nationalmannschaft bestritt Josef Pöttinger im Jahre 1926 auf Halblinks, als Verbinder zwischen dem Vereinsmitspieler „Wiggerl“ Hofmann auf Linksaußen und Otto Harder in der Mittelstürmerposition. Ab 1927 ersetzte er „Tull“ Harder in der Sturmspitze. Nach seinem Einstand mit drei Toren am 18. April 1926 in Düsseldorf beim 4:2-Erfolg gegen die Auswahl der Niederlande wurde in der heimischen Sportpresse von einem „Traumeinstand“ des Neulings Pöttinger berichtet. Während des Olympischen Fußballturniers 1928 in Amsterdam gehörte er dem DFB-Team in den zwei Spielen gegen die Auswahl der Schweiz und dem späteren Olympiasieger Uruguay an. Am 10. Februar 1929 führte er die Nationalmannschaft als Kapitän in Mannheim beim 7:1-Sieg gegen die Auswahl der Schweiz an. Beim 3:3-Remis am 10. Mai 1930 in Berlin gegen die Auswahl Englands bildeten die drei Bayern-Stürmer Bergmaier, Hofmann und Pöttinger zusammen mit Ernst Kuzorra und dem dreifachen Torschützen Richard Hofmann den Angriff der Mannschaft von Trainer Otto Nerz. Mit dem 14. Einsatz war die internationale Karriere des spielenden Mittelstürmers, der seine Mitspieler immer wieder in Szene zu setzen vermochte, zu Ende.[2] Karl Hohmann, der Mann vom VfL Benrath, vertrat in den nächsten Jahren erfolgreich im Innensturm der DFB-Auswahl.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Spielerkarriere wurde der FC Teutonia München die erste Trainerstelle von Josef Pöttinger. Danach übernahm er den VfB Pankow und wechselte anschließend zum 1. SV Jena. In Jena konnte er in den Jahren 1934/35 und 1935/36 die Meisterschaft in der Gauliga Mitte vor Magdeburg, Halle und Erfurt feiern. Im späteren Verlauf trainierte er noch den VfB Stuttgart, den FC Bayern München, den 1. FC Lichtenfels, den SV Neuses,[3] wiederum FC Teutonia München und zuletzt den BC Augsburg

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Fußballkarriere führte er eine Totoannahnmestelle in München unweit des Hofbräuhauses.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußballnationalspieler. Das Lexikon. Sportverlag, Berlin 1997, ISBN 3-328-00749-0.
  • Matthias Kropp (Hrsg.): Bayern München 1900–1993 (Deutschlands große Fußballmannschaften; Bd. 4). Agon Sportverlag, Kassel 1993, ISBN 3-928562-35-5.
  • Raphael Keppel (Hrsg.): Deutschlands Fußball-Länderspiele. eine Dokumentation. Sport- und Spielverlag, Hürth 1989, ISBN 3-9802172-4-8.
  • Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga1890 bis 1963 (Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs; 1). Agon Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1.
  • Richard Kirn, Alex Natan: Fußball. Geschichte und Gegenwart, Regeln und Begriffe. Ullstein Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 1958.
  • LIBERO, Nr. D9, 1994, IFFHS.
  • LIBERO, Nr. D6/D7, 1993, IFFHS.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszug aus der Festschrift 25 Jahre FC Bayern München auf erfolgsfans.com.
  2. Matthias Arnhold: Josef Pöttinger – Goals in International Matches. RSSSF, 22. September 2016, abgerufen am 26. September 2016.
  3. Artikel vom 11. März 2010 auf infranken.de.