Josef Salminger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Josef Salminger (* 5. März 1903 in München; † 1. Oktober 1943 bei Klissoura in Epirus, Griechenland) war ein Oberst der Gebirgstruppe der Wehrmacht und für Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg verantwortlich.

Soldatischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. August 1941 wurde Hauptmann Salminger das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Wie sein früherer Vorgesetzter Schörner sah auch Salminger in Adolf Hitler den Retter Deutschlands und ließ seiner Begeisterung für den „Führer“ freien Lauf: „Dieses Regiment ist nicht bloß ein deutsches Regiment, es ist ein Hitler’sches Regiment!“[1]

Am 14. August 1943 ging an Oberstleutnant Josef Salminger, der das Gebirgsjäger-Regiment 98 befehligte, die Weisung, sich für einen „Überraschungsangriff“ auf das griechische Dorf Kommeno vorzubereiten. Am Abend des 15. August 1943 hielt Salminger eine feurige Rede an seine Soldaten, tags darauf, am 16. August 1943, kurz vor Sonnenaufgang, nahmen die Soldaten der 12. Kompanie des 98. Regiments der 1. Gebirgs-Division von Oberleutnant Willibald „Willy“ Röser ihre Befehle entgegen. Bei dem folgenden Blutbad ermordeten die bayrischen Gebirgsjäger 317 Menschen unterschiedlichen Alters, Männer wie Frauen, des Dorfes Kommeno. Bei diesem Massenmord hatte Major Reinhold Klebe die „operative“ Leitung inne.[2]

Am 1. Oktober 1943 geriet Salminger auf dem Rückweg nach Ioannina in einen Hinterhalt der Partisanen und wurde erschossen.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Salminger vorgesetzte Kommandierende General des XXII. Gebirgskorps, General der Gebirgstruppe Hubert Lanz, rief in seinem Korps-Tagesbefehl vom 1. Oktober 1943 zu Rache und Vergeltung auf:

„Salminger war ein in hundert Schlachten im Westen und Osten bewährter Bataillons- und Regimentskommandeur, dessen vorbildlich tapfere und einsatzfreudige Führerpersönlichkeit in den Herzen seiner Gebirgsjäger und in den Annalen seines Regiments für alle Zeiten fortleben wird. In ehrfurchtsvollem und dankbarem Gedenken senkt das XXII. Gebirgskorps seine Fahnen über dem Soldatengrab dieses tapferen Kommandeurs. Ich erwarte, dass die 1. Gebirgs-Division diesen ruchlosen Banditenmord an einem unserer besten Kommandeure in einer schonungslosen Vergeltungsaktion in 20 km der Mordstelle rächen wird.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mark Mazower: Militärische Gewalt und nationalsozialistische Werte – Die Wehrmacht in Griechenland 1941 bis 1944. In: Hannes Heer, Klaus Naumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg: Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944. Hamburger Edition, Hamburg 1995, ISBN 3-930908-04-2, S. 172.
  2. Hagen Fleischer: Schuld ohne Sühne: Kriegsverbrechen in Griechenland. In: Wette, Ueberschär (Hrsg.): Kriegsverbrechen im 20. Jahrhundert. Primus-Verlag, Darmstadt 2001, ISBN 3-89678-417-X; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2001, ISBN 978-3-534-14720-5, S. 213