Josef van Ess

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Josef van Ess, 2014

Josef van Ess (* 18. April 1934 in Aachen) ist ein deutscher Islamwissenschaftler. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1999 lehrte er an der Universität Tübingen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1959 promovierte van Ess in Bonn mit einer Arbeit zur islamischen Mystik. Die Habilitation erfolgte 1964 in Frankfurt mit einer Arbeit zur Erkenntnistheorie in der islamischen Scholastik. Er hatte Gastprofessuren an der University of California Los Angeles (1967) und an der Amerikanischen Universität Beirut (1967/1968) inne. 1968 folgte er Rudi Paret als Ordinarius am Orientalischen Seminar der Universität Tübingen am Lehrstuhl für „Islamkunde und Semitistik“ nach.

Sein Hauptwerk ist Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert Hidschra. Eine Geschichte des religiösen Denkens im frühen Islam, in dessen sechs Bänden er die meist nur bei späteren Autoren überlieferten Gedankengebäude früher islamischer Theologen rekonstruiert.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Erkenntnislehre des 'Adudaddin al-Ici: Übersetzung und Kommentar des ersten Buches seiner Mawaqif. Steiner, Wiesbaden 1966.
  • Traditionistische Polemik gegen ʿAmr Ibn ʿUbaid: Zu einem Text des ʿAlī Ibn ʿUmar ad-Dāraquṭnī. Steiner, Beirut/Wiesbaden 1967.
  • Frühe muʿtazilitische Häresiographie: Zwei Werke des Nāšiʾ al-Akbar (gest. 293 H.). Orient Institut, Beirut 1971.
  • Das Kitāb an-Nakṯ des Naẓẓām und seine Rezeption im Kitāb al-Futyā des Ǧāḥiẓ: Eine Sammlung der Fragmente. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1972.
  • Zwischen Hadith und Theologie: Studien zum Entstehen prädestinatianischer Überlieferung. De Gruyter, Berlin 1975.
  • Anfänge muslimischer Theologie: Zwei antiqadaritische Traktate aus dem ersten Jahrhundert der Hiǧra. Orient-Institut, Beirut 1977.
  • Chiliastische Erwartungen und die Versuchung der Göttlichkeit: Der Kalif al-Ḥākim (386-411 H.). Winter, Heidelberg 1977.
  • Der Ṭailasān des Ibn Ḥarb: „Mantelgedichte“ in arabischer Sprache. Winter, Heidelberg 1979.
  • Ungenützte Texte zur Karramiya: Eine Materialsammlung. Winter, Heidelberg 1980.
  • Der Wesir und seine Gelehrten: Zu Inhalt und Entstehungsgeschichte der theologischen Schriften des Rašīduddīn Fażlullāh (gest. 718/1318). Steiner, Wiesbaden 1981.
  • Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert Hidschra: Eine Geschichte des religiösen Denkens im frühen Islam. 6 Bände. De Gruyter, Berlin 1991–1997.
    • Band 1: 1991
    • Band 2: 1992
    • Band 3: 1992
    • Band 4: 1997 (mit Register zu Bänden 1–4)
    • Band 5: 1993 (Texte I–XXI)
    • Band 6: 1995 (Texte XXII–XXXV)
  • Der Fehltritt des Gelehrten: Die „Pest von Emmaus“ und ihre theologischen Nachspiele. Winter, Heidelberg 2001
  • Der Eine und das Andere: Beobachtungen an islamischen häresiographischen Texten. 2 Bände. De Gruyter, Berlin/New York 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliederverzeichnis: Josef van Ess. Academia Europaea; abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  2. Hohe Auszeichnung für Tübinger Orientalisten, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 20. Juli 2010, abgerufen am 2. August 2010
  3. Angaben auf der Seite des Ordens, abgerufen am 24. August 2012