Josep Borrell

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Josep Borrell (2005)

Josep Borrell i Fontelles (auch bekannt als José Borrell; * 24. April 1947 in La Pobla de Segur) ist spanischer (katalanischer) Politiker der sozialistischen Partei PSC und seit 2010 Präsident des Europäischen Hochschulinstituts. Bis 2009 war er Mitglied des Europäischen Parlaments, dessen Präsident er von Juli 2004 bis Januar 2007 war. Am 7. Juni 2018 wurde Borrell zum Minister für Äußeres und Entwicklungshilfe im Kabinett Sánchez ernannt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borrell studierte an der Universidad Politécnica de Madrid Luftfahrttechnik und promovierte an der Universität Complutense Madrid in Wirtschaftswissenschaften. Darüber hinaus besitzt er einen Master der Stanford University sowie des Institut français du pétrole.

Borrell war von 1979 bis 1982 Mitglied der Regionalregierung der Autonomen Gemeinschaft Madrid, wo er für die Finanzpolitik verantwortlich war. 1982 wurde er zum Generalsekretär für Haushalt und Öffentliche Ausgaben im spanischen Finanzministerium ernannt, 1984 zum Staatssekretär für Finanzen und 1991 zum Minister für Infrastruktur, Transport und Umwelt.

Bei der Europawahl 2004 wurde Borrell in das Europäische Parlament gewählt, dessen Präsident er von 2004 bis 2007 war. Im ersten Wahlgang konnte er sich mit 388 gegen 208 Stimmen gegen den polnischen Politiker Bronisław Geremek durchsetzen. Zuvor wurde eine entsprechende Vereinbarung zwischen den beiden großen Fraktionen, der christdemokratischen EVP-ED und der sozialdemokratischen SPE, getroffen. Teil dieser Vereinbarung war es auch, dass Borrell nach der Hälfte der Amtszeit, also nach zweieinhalb Jahren, durch den deutschen Fraktionsvorsitzenden der EVP-ED, Hans-Gert Pöttering, abgelöst wurde. Im Januar 2007 wurde Pöttering zu seinem Nachfolger gewählt. Danach war Borrell Vorsitzender des Entwicklungsausschusses des Europäischen Parlaments. Bei der Europawahl in Spanien 2009 trat er symbolischerweise auf dem letzten Platz der PSOE/PSC-Wahlliste an und wurde erwartungsgemäß nicht wiedergewählt.

Seit Januar 2010 ist Borrell als Präsident des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz tätig. Aufgrund einer Kontroverse über eine nicht offengelegte, mit 300.000 Euro pro Jahr dotierte Aufsichtsratsmitgliedschaft beim Energiekonzern Abengoa muss Borrell zum Ende des akademischen Jahres 2012 sein Amt als EHI-Präsident aufgeben.[1]

Im Konflikt um die politische Zukunft der Region Katalonien engagierte sich Borrell auf der Seite der Gegner einer Sezession von Spanien. Nach seiner Amtseinführung als neuer spanischer Außenminister sprach er sich für eine stärkere Sicherung der Außengrenzen der Europäischen Union sowie eine konsequente Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern aus.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sebastian Schoepp: Ein Katalane für die Einheit. Süddeutsche Zeitung, 5. Juni 2018, abgerufen am 6. Juni 2018.
  2. Thomas Urban: "Müssen aufpassen, dass Schengen nicht zusammenbricht" sz.de, 14. Juni 2018, abgerufen am 14. Juni 2018.