Joseph Albert (Fotograf)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Joseph Albert, Fotografie von Alois Löcherer, um 1850

Joseph Albert (* 5. März 1825 in München; † 5. Mai 1886 ebenda) war ein deutscher Fotograf und Erfinder. Er war Hoffotograf des bayrischen Königshauses, entwickelte den Lichtdruck maßgeblich weiter und erfand den Farblichtdruck.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Joseph Albert auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Nach Studien der Physik und Chemie eröffnete Albert 1850 ein Fotoatelier in Augsburg. Er entwickelte den Lichtdruck, das erste fotomechanische Druckverfahren, durch den Einsatz von Glasplatten weiter.

Albert wurde 1857 zum 'Hofphotographen' des bayerischen Königshauses ernannt und kehrte 1858 nach der Trennung von seiner Frau nach München zurück, wo er das Bürgerrecht erwarb. Er porträtierte die königliche Familie, insbesondere König Ludwig II., und dokumentierte dessen zahlreiche Bauvorhaben und unternahm Fotoreisen zu seinen Schlössern (s.unten). Außerdem beschäftigte er sich mit der Reproduktion von Grafiken und Gemälden.

Sein Atelierhaus [1] stattete er mit einer Solarkamera von Hoffotograf Jacob Wothly aus. Jacob Wothly und Joseph Albert inspirierten Friedrich Wilhelm Hackländer zu seiner Romanfigur Wilbert.

1860 trat der Chemiker und spätere Erfinder Johann Baptist Obernetter in Alberts Atelier ein.[2]

1867 fotografierte er König Ludwig II. von Bayern im Alter von 22 Jahren [3].

In einer fotografischen Ausstellung in Hamburg stellte er 1868 seine Fotografien unter dem Namen Albertotypie [4] aus. Er betrieb einen Kunstverlag, eine photographische Druckanstalt und hatte 1873 50 Mitarbeiter[5]. 1876 folgte als Weiterentwicklung der Farblichtdruck.

Joseph Albert heiratete 1853 in erster Ehe Maria Anna Deuringer (geb. Augsburg 3.8.1826 - 14.2.1910). Die Ehe hielt nur 15 Jahre und wurde 1877/78 geschieden. Ein Jahr später heiratete Joseph Albert wieder, und zwar die Münchnerin Pauline Schlosser, die Tochter eines Magistratsoffizianten (geb. München-Hirschau 30.6.1842 - 16.3.1913). Nach dem Tod ihres Mannes wurde der Witwe erlaubt, den Titel eines Hofphotographen weiter zu führen. Mitinhaber der Firma wurde 1895 der königliche Hof-Kunsthändler Adalbert Roeper (* 1863- ?).

Der Sohn der ersten Ehe, Eugen Albert (1856–1929), trat in die Fußstapfen des Vaters und gründete 1882 die Photographische Union. Außerdem entwickelte er die reproduktionstechnischen Verfahren bis zum Offset-Druck weiter.

Bildnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • in: Photographische Korrespondenz 23, 1886.
  • München, Deutsches Museum, Porträtsammlung.
  • Eine Zeichnung von Alberts Atelier: Stadtmuseum München (s. Abb. in: Münchener Mosaik, Jg. 1939, Mai-Heft).

Grabstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grabstätte von Joseph Albert befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Mauer Rechts Platz 15/16 bei Gräberfeld 2 - Standort). In diesem Grab befinden sich mehrere Mitglieder der Familie Albert wie auch Joseph Alberts Sohn Eugen Albert.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Medaille „Für werthvolle Reproduktionen nach Gemälden und Kunstgegenständen“ auf der Internationalen Ausstellung für photographische Bilder in London (1862?)[6]
  • k. u. k. Hof-Photograph[7]
  • Große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft vom Franz Joseph I., Kaiser von Österreich[8].
  • Bronzene Medaille für Reproduktionen (5. Abt.); Preise für Photographien und photographische Apparate bei der Pariser Weltausstellung 1867[9],
  • Ehrenmitgliedschaft der Wiener Photographischen Gesellschaft 18. Dezember 1868[10].
  • Goldmedaille der Hamburger Ausstellung für Photographie 1868[11].
  • Medaille, Paris 1870[12]
  • Preussische Kronenorden vierter Klasse.[13]
  • 1874 Ritterkreuz des österreichischen Franz-Joseph-Ordens.

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • o.N.: Alberts neues Druckverfahren. In Hermann Vogel (Hrsg.): Photographische Mitteilungen, 6. Jg., Robert Oppenheim, Berlin, 1870, S.154ff..
  • August Albert: Technischer Führer durch die Reproduktions-verfahren und deren Bezeichnungen, Wilhelm Knapp, Halle/S., 1908, (online University of Michigan). (Albertotypie) S. 7, (Lichtdruck) S. 145, (Lichtdruck, unveränderlicher) S. 158, (Prismatische Photographie) S. 239.
  • Hermann Krone: Der Albert'sche Lichtdruck, in: Hermann Krone (Hrsg.): Helios, Hermann Krone phot. Kunst-Verlag, Leipzig, 1870, S. 89–92.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joseph Albert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Zeitschriften (Photographie) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Detaillierte Beschreibung in dem Artikel von Hermann Hochfeldt in der Photographische Correspondenz.
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14, Leipzig 1908, S. 867; online über Zeno.org
  3. [www.winkler-postkarten.de/ 2013, W 580.] Abgerufen am 22.05.2017.
  4. beyars.com: Beyars Kunstlexikon über Albertotypie
  5. N.N.:Wiener Weltausstellung, Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches, Berlin, 1873, S. 440.
  6. Preise. In: Paul E. Liesegang (Hrsg.): Photographisches Archiv, 3. Bd., Theobald Grieben, Berlin 1862, S. 177.
  7. Titulierung in der Meldung zur Großen goldenen Medaille.
  8. Paul E.[duard] Liesegang (Hrsg.): Photographisches Archiv, 5. Jg., Theobald Grieben, Berlin 1864, S. 274.
  9. Photographische Correspondenz, 4. Jg., 1867, S. 195.
  10. Hermann Vogel (Hrsg.): Photographische Mitteilungen, 5.Jg., Louis Gerschel, Berlin 1869, S. 245 u. 268.
  11. Hermann Vogel (Hrsg.): Photographische Mitteilungen, 5.Jg., Louis Gerschel, Berlin 1869, S. 248
  12. Bulletin de la Société Francaise de Photographie, Tome Dix-Septieme, (17. Bd.), 1871, Paris, Gauthier-Villars, 1871, S. 10
  13. Photographische Mitheilungen, 8. Jg., 1872, S. 52.
  14. a b c Paul E.[duard] Liesegang (Hrsg.): Photographisches Archiv, 14. Jg., Theobald Grieben, Berlin, 1873, S. 145.
  15. GND 117762008