Joseph Dossenberger

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Joseph Dossenberger (* 9. März 1721 in Wollishausen; † 15. Mai 1785 in Wettenhausen) war ein schwäbischer Baumeister, Vertreter des Rokoko und des Frühklassizismus.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war das vierte von insgesamt 14 Kindern. Schon sein Urgroßvater und Vater waren Baumeister, ebenso sein Bruder Hans Adam (1716–1759), mit dem er teilweise gemeinsam tätig war.

Joseph erlernte bei seinem Vater das Maurerhandwerk. Im Alter von 27 Jahren wurde er Baumeister des Augustiner-Chorherrenstifts Wettenhausen. In erster Ehe war er mit der Witwe Maria Anna Stengelmayr, geb. Winkler, verheiratet. Nach deren frühen Tod ehelichte der inzwischen 46-jährige fünf Wochen später die um 22 Jahre jüngere Maria Magdalena Kramer. Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor.

Neben seiner Festanstellung in Wettenhausen übte er noch das Amt eines Inspektors und Direktors des Bauwesens der Markgrafschaft Burgau aus. Der sich eines guten Rufes erfreuende Baumeister erhielt ferner Aufträge von Adelsfamilien, wie von Riedheim, von Freyberg, von Stauffenberg, von Vöhlin, von Eyb und von Thurn und Taxis. Zusätzlich war er noch als Gutachter sowie selbst als Straßenbauer und Innenarchitekt tätig, betrieb einen Farben-, Eisen- und Baumaterialienhandel sowie ab 1778 eine Wirtschaft.

Joseph Dossenberger errichtete in Schwaben hauptsächlich (nämlich über 40) Sakralbauten. Die bedeutendsten befinden sich in Mindelaltheim (die kreuzförmige Wallfahrtskirche Heilig Kreuz), Dettingen, Oberelchingen (ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul), Waldkirch (Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Schmerzen), Welden, Oxenbronn, Autenried (beides Stadtteile von Ichenhausen), Scheppach (Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt), Dischingen und Deisenhausen, um nur einige zu nennen. Vermutlich geht auf ihn auch der Entwurf zum Neubau der Ichenhausener Synagoge zurück. Außerdem zeichnete er sich für die Errichtung von circa 20 Pfarrhöfen verantwortlich und erbaute beispielsweise die Sommerresidenz der Wettenhauser Pröpste in Großkötz, sowie in Günzburg die ehemalige vorderösterreichische Kaserne, in der heute die Volkshochschule Günzburg untergebracht ist.

In Günzburg ist das Gymnasium nach dem Baumeister benannt. Des Weiteren tragen Straßen unter anderem in Bobingen, Dischingen, Gessertshausen, Günzburg, Ichenhausen, Jettingen, Mindelaltheim, Welden und Wettenhausen den Namen Dossenbergers.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Wohlhaupter: Die Brüder Hans Adam und Joseph Dossenberger: zwei Baumeister des schwäbischen Spätbarocks (Schüler von Dominikus Zimmermann), Schnell & Steiner, München 1950.
  • Karl Heinrich Koepf: Joseph Dossenberger (1721−1785). Ein schwäbischer Baumeister des Rokoko. Weißenhorn 1973.
  • Karl Heinrich Koepf: Die schwäbischen Baumeister Dossenberger In: Lebensbilder aus dem bayerischen Schwaben, Bd. 11, 1976, S. 140–162.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joseph Dossenberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien