Joseph F. Dunford

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Joseph Dunford (als CJCS, Oktober 2015)

Joseph Francis Dunford jr. (* 14. Mai 1955 in Boston, Massachusetts) ist ein General des United States Marine Corps (USMC) und seit dem 1. Oktober 2015 Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten (engl. Chairman of the Joint Chiefs of Staff, kurz: CJCS). Dunford ist der 19. Vorsitzende der JCS seit deren Einführung 1949.

Zuvor diente Dunford von Oktober 2010 bis Dezember 2012 als stellvertretender Kommandant des USMC, vom 10. Februar 2013 bis zum 26. August 2014 war er Befehlshaber der International Security Assistance Force (ISAF) und der U.S. Forces Afghanistan (USFOR-A), ab dem 17. Oktober 2014 dann schließlich Kommandant des USMC.

Ausbildung und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dunford wuchs in Quincy nahe Boston in einem irisch-katholisch geprägten Elternhaus auf;[1] nach der High School besuchte er das katholische Saint Michael’s College in Colchester, das er 1977 abschloss. Im selben Jahr trat er dem Marine Corps bei, wo er bis 1981 in verschiedenen Verwendungen, unter anderem als Platoon-Führer, anschließend ein Jahr als Adjutant des Kommandanten der III. Marine Expeditionary Force eingesetzt war. Zwischen 1988 und '91 war Dunford als Ausbilder am College of the Holy Cross und der Offiziersschule auf der Marine Corps Base Quantico tätig und wurde 1992 wiederum als Adjutant in den erweiterten Generalstab des damaligen Kommandanten des Marine Corps, Carl Mundy, berufen. Dieser Verwendung folgten ab 1995 Funktionen in unterschiedlichen Regimentern des Marine Corps.[2][3]

Dunfords weiterführende Ausbildung umfasst einen Masterabschluss in Government von der Georgetown University, Washington, D.C., und in International Relations von der Fletcher School of Law and Diplomacy in Medford, Massachusetts; außerdem verschiedene Fortbildungen an einschlägigen Militäreinrichtungen wie dem U.S. Army War College.[3]

Dienst im Generalsrang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dunford (Bildmitte) im Gespräch mit US-Außenminister John Kerry (links) in Afghanistan, März 2013

Als Brigadegeneral fungierte Dunford von 1999 an als stellvertretender Kommandeur der 1. US-Marineinfanteriedivision; während dieser Zeit war über insgesamt 22 Monate im Irak stationiert. Anschließend war er von 2005 bis 2007 zunächst Director of Operations Division, Plans, Policies and Operations im Hauptquartier des Marine Corps in Washington, dann etwa ein halbes Jahr lang Vice Director for Operations (J-3) im Vereinigten Generalstab; den für diese Dienststellung vorgesehenen Rang eines Generalmajors hatte Dunford, trotz Nominierung, effektiv nie inne, schon im April 2008 wurde er als Commandant of Operations Division, Plans, Policies and Operations wiederum ins Marine-Hauptquartier nach Washington versetzt und direkt zum Generalleutnant ernannt.[4][5] Von 2009 bis 2010 kommandierte er die I. Marine Expeditionary Force und die Marine Forces im U.S. Central Command, bevor er am 22. Oktober 2010 unter Beförderung zum General schließlich den Posten des Assistant Commandant of the Marine Corps antrat, den er bis zum 15. Dezember 2012 innehatte.[2][3]

Am 14. November 2012 wurde Dunford für die Nachfolge von John R. Allen (USMC), der zu diesem Zeitpunkt für den Posten des Supreme Allied Commander Europe vorgesehen war, letztendlich aber nach Ermittlungen gegen sich im Zuge der Petraeus-Affäre um seine Entlassung in den Ruhestand bat, als Befehlshaber der ISAF und der U.S. Forces Afghanistan nominiert; er übernahm dieses Kommando schließlich am 10. Februar.[6][7]

Am 5. Juni 2014 gab das Verteidigungsministerium die Nominierung Dunfords als Kommandant des USMC bekannt, Dunford übernahm das Kommando am 17. Oktober von General James Amos.[8][9] Dunford war der 36. Kommandant des Marine Corps seit dessen Aufstellung im Jahr 1775.

Schon am 5. Mai 2015 nominierte US-Präsident Barack Obama Dunford schließlich als neuen Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs.[10][11] Dunford trat die Position am 1. Oktober desselben Jahres an; er folgte Martin E. Dempsey nach, der seinerseits in den Ruhestand trat.

Im März 2014, während seiner Zeit als Befehlshaber der ISAF, wählte das Wirtschaftsmagazin „Fortune“ Dunford auf Platz sieben seiner Rangliste der “World's 50 Greatest Leaders”: “The Marine four-star general and leader of NATO's coalition in Afghanistan is probably the most complete warrior-statesman wearing a uniform today […]”, so das Magazin.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl der Dekorationen, sortiert in Anlehnung an die Order of Precedence of Military Awards:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joseph F. Dunford, Jr. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 5 Things to Know about Gen. Joseph Dunford, tapped to be Joint Chiefs chairman. foxnews.com vom 5. Mai 2015 (englisch; zuletzt abgerufen am 20. November 2015).
  2. a b Biografie des Verteidigungsministeriums (englisch; zuletzt abgerufen am 16. August 2013).
  3. a b c Biografie der ISAF (englisch; zuletzt abgerufen am 16. August 2013).
  4. Johnson, Kimberly: 3 tapped for stars. Marine Corps Times vom 19. Februar 2008 (englisch; zuletzt abgerufen am 18. August 2013).
  5. Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums vom 19. Februar 2008 (englisch; zuletzt abgerufen am 29. Dezember 2015).
  6. Chandrasekaran, Rajiv: Gen. John Allen intends to retire, decline military’s top post in Europe. Washington Post vom 19. Februar 2013 (englisch; zuletzt abgerufen am 16. August 2013).
  7. Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums vom 14. November 2012 (englisch; zuletzt abgerufen am 16. August 2013).
  8. Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums vom 5. Juni 2014 (englisch; zuletzt abgerufen am 28. Juni 2014).
  9. Bericht zur Kommandoübergabe beim USMC (englisch; zuletzt abgerufen am 18. Oktober 2014).
  10. Video
  11. Dempsey Expresses Confidence in Dunford, Selva
  12. The World's 50 Greatest Leaders. fortune.com vom 14. März 2014 (englisch; zuletzt abgerufen am 20. November 2015).