Joseph von Lauff

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Joseph Lauff
Joseph Lauff mit seinem Vater und den Söhnen Adolf und Hans

Joseph Lauff, seit 1913 von Lauff, (* 16. November 1855 in Köln; † 20. August 1933 in Cochem-Sehl) war ein preußischer Oberstleutnant und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauff war der Sohn eines Juristen. Er verbrachte seine Jugend vorwiegend in Kalkar und besuchte das Gymnasium in Münster. Von 1877 bis 1898 gehörte er dem preußischen Heer an; er war zeitweise in Köln stationiert und stieg bis zum Major auf. Nachdem er bereits in den Achtzigerjahren erste literarische Werke veröffentlicht hatte, wurde er 1898 von Kaiser Wilhelm II. zum Dramaturgen (Intendanturrat) des Königlichen Theaters in Wiesbaden berufen. Ab 1903 war Lauff freier Schriftsteller. Er genoss die Protektion Wilhelms II., der die preußisch-nationale Tendenz von Lauffs Dramen schätzte. Anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums erhob ihn Kaiser Wilhelm II. am 16. Juni 1913 in den erblichen preußischen Adelsstand.[1]

Bei manchen zeitgenössischen Schriftstellerkollegen hingegen - allen voran Karl Kraus - war Lauff als trivialer „Hofdramatiker“ verschrien. Als z.D.-Offizier nahm Lauff am Ersten Weltkrieg teil und wirkte als Artillerieoffizier sowie Kriegsberichterstatter.

Lauffs umfangreiches literarisches Werk besteht vorwiegend aus Romanen, Erzählungen und Theaterstücken. In seinen Prosawerken behandelt er meist Themen aus seiner niederrheinischen Heimat. Immer wieder beschäftigen ihn die Konflikte zwischen Katholizismus und Protestantismus. Auffällig erscheint ein - nicht immer organisches - Nebeneinander von tragischen, humoristischen und (vereinzelten) phantastischen Momenten, etwa in dem Roman Marie Verwahnen.

Er gehörte zum Kreis der Autoren und Schriftsteller, die im Auftrag des Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck an der literarischen Gestaltung der Stollwerck-Sammelbilder und Sammelalben mitarbeiteten. Weitere Autoren waren die Dichterin „T.Resa“ alias Theresa Gröhe, geb. Pauli-Greiffenberg, der Zoologe Prof. Paul Matschie, der Schriftsteller Hans Eschelbach, der Journalist Julius Rodenberg, der Lyriker Carl Hermann Busse, der Romancier Gustav Falke, die Dichterin Anna Ritter u.v.a.m.[2]

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Oktober 1930 wurde Lauff zum Ehrenbürger der Stadt Kalkar ernannt. Im Kölner Stadtbezirk Lindenthal wurde das Wirken Lauffs durch die Benennung einer Straße geehrt.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walther Müller-Waldenburg: Joseph Lauff. Ein Beitrag zur zeitgenössischen Literaturgeschichte. Strecker, Stuttgart 1906.
  • Christian Spielmann: Joseph von Lauff, ein rheinischer Dichter. Zu seinem 60. Geburtstage. G. Grote, Berlin 1915.
  • Gerhard Kaldewei (Hrsg.): Joseph von Lauff. 1855–1933. Dichter des Niederrheins und der Wilhelminischen Zeit. Boss, Kleve 1988, ISBN 3-922384-55-2.
  • Hermann Zilles sen.: Joseph von Lauff und sein Sommersitz bei Cochem-Sehl. In: Heimatjahrbuch Cochem-Zell 1987. S. 101ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Militär-Wochenblatt. Nr. 81 vom 19. Juni 1913, S. 1863.
  2. Detlef Lorenz: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder. Reimer, Berlin 2000, ISBN 3-496-01220-X
  3. Konrad Adenauer, Volker Gröbe: Straßen und Plätze in Lindenthal. J.P. Bachem, Köln 1992, ISBN 3-7616-1018-1, S. 161f.