Joseph von Schmaedel

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Joseph von Schmaedel (* 10. Januar 1847 in Regensburg; † 8. April 1923 in Garmisch) war ein deutscher Architekt, Fachschriftsteller und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph von Schmaedel studierte Architektur am Polytechnikum München. 1871 wurde er als bayerischer Offizier im Deutsch-Französischen Krieg verwundet.[1] Nach dem Krieg hatte er großen Erfolg als Architekt in München. So errichtete er 1872–1875 für Major Max Reinhardt das Schloss Brannenburg. Zu seinem Werk zählen auch das Pini-Haus mit dem Café Imperial am Münchner Stachus (1877) und das Hotel Germania in Karlsruhe (1877). Daneben war er auch schriftstellerisch in der Fach- und Tagespresse tätig.

Bedeutung erlangte er auch als Erfinder und Unternehmer: Er gründete 1883 gemeinsam mit Georg Meisenbach die Autotype Company zur Verwertung des von Meisenbach erfundenen Druckverfahrens der Autotypie[2] – die nicht zuletzt wegen der gedruckten Wiedergabe von Architektur-Darstellungen seine Aufmerksamkeit erregt hatte. 1884 gelang Schmaedel die Konstruktion einer Liniiermaschine, mit der man „mittels eines Diamanten sehr präzise Rasterlinien in geschwärzte Spiegelglasplatten gravieren konnte“[2], wodurch die Qualität der Autotypien stieg.[3] Unter seiner Leitung fusionierte das Unternehmen 1892 mit dem Berliner Unternehmen Heinrich Riffarth & Co. zu Meisenbach, Riffarth & Co., einer der jahrzehntelang bedeutendsten grafischen Kunstanstalten in Europa.

Josef von Schmaedel trug den Adelstitel eines Ritters und bekam eine Reihe hoher Auszeichnungen und Orden.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Monacensia Literaturarchiv
  2. a b Ernst H. Berninger: Meisenbach, Georg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 684 f. (Digitalisat).
  3. Josef Maria Eder: Ausführliches Handbuch der Photographie. Band 1, Teil 1, Wilhelm Knapp, Halle (Saale) 1905, S. 420.