Ju-Air

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JU-AIR
Ju-Air Junkers Ju-52 (HB-HOS) 2013 über Österreich
IATA-Code:
ICAO-Code: JUR
Rufzeichen: JUNKERS
Gründung: 1982
Sitz: Dübendorf, SchweizSchweiz Schweiz
Heimatflughafen:

Militärflugplatz Dübendorf

Flottenstärke: 3
Ziele: Rundflüge
Website: www.ju-air.ch
CASA 352 (HB-HOY) am Flugplatz Friedrichshafen, 2012
Ju 52/3m HB-HOP am Flugplatz Samedan, 22. Februar 2007
Kabine der Ju 52/3m HB-HOP am Flugplatz Dübendorf, 27. Mai 2017
Ju 52 HB-HOS beim Start eines Rundflugs auf dem Flugplatz Albstadt-Degerfeld (2016)

Ju-Air (Eigenschreibweise JU-AIR) nennt sich eine Vereinigung, welche mit dem Ziel gegründet wurde, Rundflüge mit den ehemaligen Ju-52-Flugzeugen der Schweizer Luftwaffe zu organisieren. Beheimatet ist die Gruppierung, die auf Freiwilligenarbeit beruht, im Air Force Center am Militärflugplatz Dübendorf bei Zürich. Als heutige Trägerorganisation der Ju-Air und rechtlicher Halter der Flugzeuge fungiert der Verein der Freunde der schweizerischen Luftwaffe (VFL) mit derzeit etwa 7000 Mitgliedern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Ju-Air im Jahr 1982, als in der Schweiz zur Überführung von drei Junkers 52 (HB-HOP, HB-HOS, HB-HOT) aus der Schweizer Luftwaffe in die Zivilluftfahrt Spendengelder gesammelt wurden. Zwei der drei Ju 52 – die HB-HOS und die HB-HOP – wurden 1983 für Rundflüge in Betrieb genommen. Die Flugzeuge gehörten ursprünglich dem Betreiber des Flieger-Flab-Museums in Dübendorf, dem Verein der Freunde des Museum der schweizerischen Fliegertruppen (VFMF), welcher ein Flugzeug zu einem symbolischen Preis hatte erwerben können, und eines dem vorherigen Eigentümer, dem Bundesamt für Militärflugplätze. Beide Flugzeuge wurden unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, dass der Betrieb für das Museum kostenneutral sei.[1] Mit Hilfe von 60 ehrenamtlichen Mitarbeitern wurden in einfachen Baracken schon im ersten Jahr 5'500 Fluggäste abgefertigt.

1985 wurde die dritte Ju 52 (HB-HOT) in Betrieb genommen. 1986 folgte die erste grosse Auslandsreise nach Lanzarote auf den Kanarischen Inseln. Im Jahre 1989 unternahm die HB-HOS eine Reise zum Nordpol.

1990 gab es einen Flug zum Fertigungsort, den Junkers Werken, nach Dessau. Es folgte die Restaurierung einer weiteren Ju 52 des Vereins der Freunde historischer Luftfahrzeuge e. V. (VFL e.V.), die 1949 in Spanien als CASA 352 bei der Construcciones Aeronáuticas S.A. in Lizenz gebaut worden war,[2] und der Beginn der Zertifizierung für BMW-Motoren mit normalem Benzin. 1992 wurde beschlossen, den Holzhangar durch einen neuen zu ersetzen; dieser wurde 1993 eingeweiht. Ab 1993 werden die Maschinen für verschiedene Produkte und Markennamen als Werbeträger eingesetzt.

1997 wurde die CASA 352 des VFL e.V. der Ju-Air zum Betrieb überlassen und mit dem Kennzeichen (HB-HOY) in die Flotte eingegliedert. Sie flog gemeinsam mit den anderen Ju 52 der Flotte zum historischen Treffen der Ju 52 auf dem Verkehrslandeplatz Mönchengladbach. Vor Ort gab es ein Treffen mit der Ju 52 der Lufthansa. Im selben Jahr wurden die BMW-Motoren für normales Benzin durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt zertifiziert. Es folgte die Aufnahme eines Flugbetriebes in Mönchengladbach im Jahre 1998, zu dem hauptsächlich die HB-HOY eingesetzt wird.

Im Jahr 2000 ging die HB-HOS auf Weltreise. Im Jahr 2001 wurden zum ersten Mal 13'000 Passagiere abgefertigt. Dies geschah mit nun schon 180 ehrenamtlichen Mitarbeitern. 2002 wurde das 20-jährige Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass wurde eine Museumshalle eröffnet, was mit einem Fest und einer Flugshow gefeiert wurde.

2006 bekam die HB-HOS ein erneuertes Farbkleid. 2007 wurde das 25-jährige Jubiläum gefeiert und am 8. September mit einem Festakt begangen. Dabei flogen die vier Ju 52 der Ju-Air mit der D-AQUI der Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung und der französischen Ju 52 der EADS in Sechserformation über dem Flugplatz Dübendorf.

Im Jahr 2004 wurde eine DC-3 der Swissair aufgenommen und absolvierte als HB-ISC ihren Jungfernflug nach London, ist jedoch seit 2007 nicht mehr in Betrieb. Der Verein Freunde der Swissair wurde zum 31. Dezember 2006 aufgelöst, die Mitglieder wurden ab 1. Januar 2007 in den Verein der Freunde der schweizerischen Luftwaffe (VFL) integriert.

Nach dem Zwischenfall am 4. August konnte der Flugbetrieb am 17. August 2018 vorerst wieder aufgenommen werden. Am 20. November 2018 veröffentlichte die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle einen Zwischenbericht, der an der verunglückten Ju 52/3m schwerwiegende Schäden feststellte, welche für den Absturz jedoch nicht ursächlich gewesen seien. Daraufhin erhielten die beiden anderen Ju 52/3m (HB-HOS und HB-HOP) aufgrund Vergleichbarkeit sowohl im Alter der Zelle wie auch Anzahl Flugstunden mit der verunglückten Maschine bis auf weiteres ein Flugverbot. Die Rundfluganbieterin akzeptierte das Urteil, plant jedoch den Flugbetrieb Im Frühling 2019 wieder aufzunehmen.[3]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Absturz der HB-HOT am 4. August 2018 besteht die Flotte der Ju-Air aus drei Flugzeugen:[4]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HB-HOT (ex A-702) verunglückte am 4. August 2018 im Kessel südöstlich des Segnespasses, südwestlich des Piz Segnas. Alle 20 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: JU-AIR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Dürig: 25 Jahre JU-AIR; eine Erfolgsgeschichte (Memento vom 26. März 2016 im Internet Archive)
  2. VFL e.V. Ein verlässlicher und starker Partner. Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V., archiviert vom Original am 3. Oktober 2016; abgerufen am 3. Oktober 2016.
  3. Schweiz erteilt Ju-52 Flugverbot, abgerufen am 21. November 2018
  4. BAZL – Behördliches Luftfahrzeugregister abgerufen am 5. August 2018