Juan de Fuca

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Juan de Fuca (griechisch Ιωάννης Φωκάς Ioannis Fokas; * 1536 in Valeriano auf Kefalonia; † 1602 auf Zakynthos) war ein griechischer Seefahrer der 40 Jahre im Dienst der spanischen Krone zur See fuhr.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großvater Emmanouíl Fokás hatte mit dem Fall Konstantinopels 1453 die Stadt verlassen, und sich nach einem Aufenthalt auf dem Peloponnes 1470 permanent auf Kefalonia niedergelassen.[1] Dessen Sohn Ioannis hatte mehrere Geschwister, von denen einer sich Valeriáno-Fokás nannte um sich von seinen Brüdern zu unterscheiden, die ihrerseits aber auch teilweise den Familiennamen Fokas ablegten.

Juan de Fuca wurde auf einer Reise in den Philippinen von englischen Piraten als Geisel genommen und gegen Herausgabe der Schiffsladung seines Schiffs Santa Anna im Wert von 60.000 Dukaten und seines gesamten Vermögens erst wieder freigelassen. Mittellos zog er nach Neu-Spanien (Mexiko) und wurde beim dortigen Vizekönig Luis de Velasco vorstellig. Diesem bot er an, eine Expedition zu organisieren und die Nordwestpassage vom Pazifik zum Atlantik zu finden, welche als Estrecho de Anián bezeichnet wurde.

Die Reise startete 1592 in Acapulco (Mexiko), de Fuca glaubte zwischen dem 47° und 48° nördlicher Breite eine Meeresstraße gefunden zu haben, die er nach eigenen Angaben auch befuhr. Diese befindet sich korrekterweise jedoch erst in dem 48° Breitengrad, die seit 1788 den Namen Juan-de-Fuca-Straße trägt und im Pazifischen Nordwesten (heute Washington/USA bzw. Britisch-Kolumbien/Kanada) liegt. Die Berichte der Reise wurden von spanischen Behörden lange geheim gehalten und boten Anlass zur Spekulation, u. a. dass die Reise nie stattgefunden habe oder die Person nicht existiert habe.[2]

Vergeblich wurde de Fuca in Spanien vorstellig, um die Bewilligung von Mitteln für eine weitere Expedition. Über englische Gesandte in Italien bemühte er sich um eine Entschädigung seines in den Philippinen verloreren Vermögens, erreichte jedoch lediglich, dass die Engländer mit seinem Know-how eigene Expeditionen starteten. De Fuca kehrte nach Kefalonia zurück, wo er seinen Lebensabend verbrachte.

Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fuca-Felsen (Fuca Pillar) am Cape Flattery, Washington

Nach ihm benannt wurden neben der Juan-de-Fuca-Straße auch der Juan-de-Fuca-Rücken, die Juan-de-Fuca-Platte, der Juan de Fuca Provincial Park, der Juan-de-Fuca-Felsen und der Juan-de-Fuca Wanderweg auf Vancouver Island.

Im 20. Jahrhundert brachte die Morgan Cigar Company aus Tampa, Florida eine Zigarre mit dem Namen Juan de Fuca auf den Markt. Darüber hinaus ist Juan de Fuca Namensgeber zahlreicher Institutionen und Gebäuden insbesondere an der nördlichen Ostküste der USA und in Kanada.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barry Gough: Juan de Fuca's Strait: Voyages in the Waterway of Forgotten Dreams (ohne Seitennnummer), 2015
  2. Neuer Versuch über die allgemeine Geschichte, Band 1, S. 410, 1794

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]