Juazeiro do Norte

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Município de Juazeiro do Norte
Juá
Terra do Padre Cícero
Capital da Fé
Juazeiro do Norte
Zentrum, Panorama
Zentrum, Panorama
Juazeiro do Norte (Brasilien)
Juazeiro do Norte
Juazeiro do Norte
Koordinaten 7° 13′ S, 39° 21′ WKoordinaten: 7° 13′ S, 39° 21′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Ceará
Lage des Munizips im Bundesstaat Ceará
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 1827 (1. Kapelle) (194 Jahre)
22. Juli 1911 (Stadtrecht) (109 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Ceará
Metropolregion Metropolregion Cariri
Klima tropisch, Aw
Fläche 258,8 km²
Einwohner 249.939 (2010[1])
Dichte 965,8 Ew./km²
Schätzung 276.264 (2020)[1]
Gemeindecode IBGE: 2307304
Postleitzahl 63010-000
Telefonvorwahl (+55) 88
Website juazeirodonorte.ce (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Arnon Bezerra (2017–2020)
Partei PTB
Wirtschaft
BIP 4.427.525 Tsd. R$
16.375 R$ pro Kopf
(2017)
HDI 0,694 (mittel) (2010)
Juazeiro do Norte in der Metropolregion Cariri
Juazeiro do Norte in der Metropolregion Cariri

Juazeiro do Norte, amtlich portugiesisch Município de Juazeiro do Norte, ist eine brasilianische Großstadt im trockenen Sertão im Bundesstaat Ceará. Sie ist die zweitgrößte Stadt im Bundesstaat und lebt insbesondere vom Handel. Sie ist wegen ihrer Lage im Geopark Araripe bekannt und liegt in der Metropolregion Cariri. Die Bevölkerungszahl wurde 2020 auf 276.264 Einwohner geschätzt, die Juazeirenser (juazeirenses) genannt werden und auf einer Gemeindefläche von rund 258,8 km² leben.[1]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juazeiro ist ein Mischwort aus den Tupí-Sprachen und Portugiesisch. Es bezeichnet ein Kreuzdorngewächs (Ziziphus joazeiro), etymologisch aus îuá stammend.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juazeiro liegt 491 km Wegstrecke südlich von Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates. Die Höhenangaben der Gemeinde liegen zwischen 377 und 432 Metern über Normalnull. Umliegende Orte sind Barbalha, Caririaçu, Crato und Missão Velha.

Das Biom ist vorwiegend Caatinga.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat tropisches Klima, Aw nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 25,2 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1133 mm im Jahr.[3]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Juazeiro do Norte
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 26,2 25,5 25,0 24,5 23,9 23,6 23,7 24,6 25,8 26,5 26,8 26,4 Ø 25,2
Niederschlag (mm) 180 220 252 201 62 30 12 7 6 27 45 91 Σ 1133

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1827 hatte Padre Pedro Ribeiro de Carvalho die Kapelle Tabuleiro Grande an der sogenannten Königsstraße (estrada real) errichtet, rechtsseitig gelegen am Rio Batateira zwischen den Orten Crato und Missão Velha. Das Gebiet gehörte zu Crato. Am 30. Juli 1858 wurde in Crato der Distrito de Núcleo de Juazeiro errichtet. Der Status eines Vila wurde durch das Staatsgesetz 1.028 vom 2. Juli 1911 vergeben mit Selbstverwaltungsrecht und Ausgliederung aus Crato. Neben dem Distrito de Juazeiro wurde 1911 auch der Distrito de Horto geschaffen.

Bedeutend für die Stadt war der Priester Padre Cícero (1844–1934), der hier seine Aktivitäten entfaltete und letztlich für die Unabhängigkeit sorgte. Ihm zu Ehren gibt es jedes Jahr im November eine gut besuchte Wallfahrt, auch bewirkt durch ein angebliches Hostienwunder, als die Nonne Maria de Araújo 1889 bei Messen von Padre Cícero wiederholt eine Hostie in ihrem Mund zu Blut verwandelte.[4][5] Die Volksgläubigkeit schuf aus einem kleinen Dorf einen Anziehungspunkt mit nationaler Dimension, der sich auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde positiv auswirkte.

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl in Brasilien 2016 wurde der ehemalige Bundesabgeordnete Arnon Bezerra des Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) zum Stadtpräfekten für die Amtszeit von 2017 bis 2020 gewählt.[6]

Die Legislative liegt bei einem Stadtrat (Câmara Municipal) aus 22 gewählten Stadtverordneten (vereadores).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Stadt Land
1991 173.566 164.922 8.644
2000 212.133 202.227 9.906
2010 249.939 240.128 9.811
2019 276.264 ? ?

Quelle:[7]

Ethnische Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppe Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Pardos 123.758 (58,34 %)   151.975 (60,80 %) Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos 8.449 (3,98 %)   12.602 (5,04 %) Schwarze
Brancos 77.894 (36,72 %)   82.401 (32,97 %) Weiße, Nachfahren von Europäern
Amarelos 277 (0,13 %)   2.754 (1,10 %) Asiaten
Indígenas 705 (0,33 %)   207 (0,08 %) indigene Bevölkerung
ohne Angabe 1.051

Quelle: SIDRA-Datenbankabfrage[8]

Wirtschafts- und Sozialdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das monatliche Durchschnittseinkommen lag 2018 bei dem Faktor 1,8 des Minimallohnes von Real R$ 880,00 (Umrechnung August 2020: rund 228 €).

Das jährliche Bruttosozialprodukt pro Kopf 2017 lag bei rund 16.375 R$[1].

Entwicklung des HDI für Juazeiro do Norte[7]
1991 2000 2010
0,419 (niedrig) 0,544 (niedrig) 0,694 (mittel)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Flugverkehr wird die Gemeinde durch den Flughafen Juazeiro do Norte bedient, dieser Aeroporto de Juazeiro do Norte oder Aeroporto Regional do Cariri wird auch Aeroporto Orlando Bezerra de Menezes genannt[9] und hat die Flughafencodes IATA: JDO und ICAO: SBJU.

Die Straßenanbindung erfolgt über die Staatsstraße CE-292.

Am 1. Dezember 2009 eröffnete die Metrô do Cariri (VLT do Cariri), eine Stadtbahn der Bahngesellschaft Metrofor, die Juazeiro do Norte mit Crato verbindet.[10]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juazeiro hat vier professionelle Fußballvereine: Icasa, Guarani de Juazeiro, Juazeiro EE und den Campo Grande. Das Duell zwischen den beiden Hauptmannschaften der Stadt ist in Ceará als Derby Juazeirense bekannt und der größte Klassiker im Landesinneren. Das städtische Stadion ist das Estádio Mauro Sampaio, kurz als das Romeirão bekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roberto Marques, Leandro de Oliveira: Juazeiro do Norte: um lugar para as ciências sociais. In: Tendências: Caderno de Ciências Sociais. Nr. 8, 2015, ISSN 1677-9460, S. 9–27 (academia.edu). (Annotierter Literaturbericht, Bibliografie).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Juazeiro do Norte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Juazeiro do Norte – Panorama. Abgerufen am 4. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Eduardo de Almeida Navarro: Dicionário tupi antigo. A língua indígena clássica do Brasil. Global Editora, São Paulo 2007, ISBN 978-85-260-1933-1, S.  582.
  3. Klimadaten, abgerufen 4. September 2020.
  4. Geraldo Meneses Barbosa: Relíquia: o mistério do sangue das hóstias de Juazeiro do Norte. Gráfica e Editora Royal, Juazeiro do Norte 2004.
  5. Edianne dos Santos Nobre: Incêndios da alma. A beata Maria de Araújo e a experiência mística no Brasil do Oitocentos. UFRJ, Rio de Janeiro 2014. (Digitalisat).
  6. Arnon Bezerra 14 (Prefeito). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 4. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  7. a b Atlas do Desenvolvimento Humano do Brasil: Juazeiro do Norte, CE. Abgerufen am 4. September 2020 (portugiesisch).
  8. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 4. September 2020 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Juazeiro do Norte (CE) und Cor ou raça).
  9. Lei nº 13.088, de 20.12.00 (do 30.12.00). In: gov.br. Assembléia Legislativa do Ceará, abgerufen am 4. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  10. VLT do Cariri. In: gov.br. Metrô de Fortaleza, abgerufen am 4. September 2020 (brasilianisches Portugiesisch).