Jucken

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Dieser Artikel behandelt die rheinland-pfälzische Gemeinde Jucken. Die Reizung zum Kratzen wird unter Juckreiz behandelt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Jucken führt kein Wappen
Jucken
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Jucken hervorgehoben
Koordinaten: 50° 3′ N, 6° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 6,18 km2
Einwohner: 179 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54689
Vorwahlen: 06550, 06564
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 246
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Webpräsenz: www.jucken.com
Ortsbürgermeister: Alois Ludwig
Lage der Ortsgemeinde Jucken im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Über dieses Bild

Jucken ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßendorf liegt im Westen der Eifel und wird von der Grenze des Deutsch-Luxemburgischen Naturparks durchzogen. Die zu Jucken gehörenden Wohnplätze Berensreich (470 m ü. NHN), Enztalhof (410 m), Kockelberg (470 m) und Rothumseifen (470 m) verteilen sich über verschiedene Höhenlagen auf dem hügeligen Terrain. Der Weiler Juckerstraße (510 m) gehört nur zum Teil zur Gemeinde Jucken, teilweise liegt er auf den Gemarkungen von Karlshausen und Zweifelscheid.[2]

66 % des Gemeindegebietes werden landwirtschaftlich genutzt, 29 % sind von Wald bestanden.[3]

Nachbargemeinden sind Olmscheid und Kickeshausen im Norden, Emmelbaum im Osten, Zweifelscheid im Südosten, Zweifelscheid und Karlshausen im Süden sowie Daleiden im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedelung der Landschaft im Süden der Eifel hat bereits im 6. Jahrhundert stattgefunden.

Die Existenz des Ortes ist ab 1640 nachgewiesen. Damals belegten Dokumente der kirchlichen Zehntherren von Vianden das zur Pfarrei Olmscheid gehörende Dorf „Jucken“. Der Name des Ortes stammt vom althochdeutschen Wort jukan, was mit „sprossen, wachsen“ zu übersetzen ist.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Jucken zur Meierei Binscheid in der luxemburgischen Herrschaft Dasburg im Quartier Vianden.[4]

Nach der Inbesitznahme der Österreichischen Niederlande (1794), zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, und der Übernahme der französischen Verwaltungsstrukturen (1795) gehörte Jucken zur Mairie Olmscheid im Kanton Arzfeld, der verwaltungsmäßig zum Arrondissement Bitburg im Departement Wälder gehörte.[5]

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam die Region 1815 an das Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Jucken von 1816 an zur Bürgermeisterei Olmscheid im neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier.[5]

1929 wurde der Ort an das elektrische Stromnetz, 1961 an die Kreiswasserleitung angeschlossen. Die Straßenbeleuchtung wurde 1963 installiert, die Kanalisierung erfolgte 1968.

Die 1963 errichtete und 1964 eingeweihte Schule in Jucken wurde bereits 1974 mit der Schulreform geschlossen.

Die erste Freiwillige Feuerwehr wurde 1956 eingerichtet, die 1972 ein eigenes Feuerwehrhaus erhält.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Jucken, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 156
1835 309
1871 282
1905 300
1939 254
Jahr Einwohner
1950 263
1961 208
1970 228
1987 201
2005 175

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Jucken besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Juckener Kapelle wurde 1930 zu Ehren des Heiligen St. Valentin erbaut. 1956 erhielt sie eine zweite Kirchenglocke. Der denkmalgeschützte Hetzgeshof ist eine Hofanlage aus dem 18. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jucken ist heute eine landwirtschaftlich geprägte Wohngemeinde. Seit 1971, als noch 39 landwirtschaftliche Betriebe gezählt worden waren, hat die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergleichsweise stark von 374 ha auf 268 ha (2007) abgenommen, die von 11 Betrieben bewirtschaftet wurden.[3]

Der Ort wird von der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Landesstraße 13 durchquert, die von Leimbach nach Arzfeld führt. Die etwa 3 km nördlich von Jucken liegende Bundesstraße 410 ist ebenfalls über die L 13 zu erreichen.

Jucken ist Standort einer Freiwilligen Feuerwehr mit 11 Mitgliedern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jucken – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Januar 2010, S. 60, abgerufen am 23. September 2015 (PDF; 2,3 MB).
  3. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier: nach amtlichen Quellen ..., Band 1, Lintz, 1849, S. 86 (Google Books)
  5. a b Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier: nach amtlichen Quellen ..., Band 2, Lintz, 1846, S. 70 (Google Books)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen