Judith Gerlach

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Judith Gerlach (* 3. November 1985 in Würzburg) ist eine deutsche Politikerin (CSU) und seit November 2018 bayerische Staatsministerin für Digitales.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerlach ist die Enkelin des CSU-Politikers Paul Gerlach. Sie studierte Rechtswissenschaften und bestand das erste Staatsexamen mit Prädikat.

Sie ist stellvertretende Kreisvorsitzende der Jungen Union Aschaffenburg und Mitglied im Ortsvorstand der CSU im Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim. Bei der Landtagswahl 2013 zog sie über die Liste im Wahlkreis Unterfranken in den Bayerischen Landtag ein. Bei der konstituierenden Sitzung des 17. Bayerischen Landtags am 7. Oktober 2013 war sie zusammen mit Katharina Schulze (B’90/Grüne) als eine der beiden jüngsten Abgeordneten Schriftführerin.[1]

Bei der Landtagswahl 2018 erhielt sie mit 40,2 % das Direktmandat für den Stimmkreis Aschaffenburg-Ost.[2]

Gerlach ist römisch-katholischer Konfession.[3]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Digitalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Interview unmittelbar nach ihrer Ernennung zur Digitalministerin gab Judith Gerlach auf die Frage, wie sie zum Themenbereich „Digitalisierung“ stehe, diese offene Antwort: „Ja, Digitalisierung ist jetzt sicher nicht mein Spezialbereich, aber ein absolutes Zukunftsthema.“[4] Wenig später sagte sie im Gespräch mit inFranken.de: „Es gibt viele Beispiele für erfolgreiche Kabinettsmitglieder, die für sie ganz neue Themengebiete verantworten durften. Ich bin ein Digital Native und Juristin. So fällt es mir leicht, mich schnell und kompetent in neue und komplexe Themen einzuarbeiten.“[5]

Zu ihren politischen Schwerpunkten gefragt, gab Judith Gerlach an, dass sie vor allem die Chancen der Digitalisierung sehe. Neben dem beschleunigten Ausbau der Infrastruktur und der digitalen Bildung gehe es ihr vor allem darum, Forschung an und Entwicklung von digitalen Technologien in Bayern weiter voranzutreiben, wie etwa Blockchain und künstliche Intelligenz. Weitere wichtige Punkte seien die Digitalisierung der Verwaltung, sowie ethische und gesellschaftliche Fragen der digitalen Transformation. Das Digitalministerium sehe sie als digitale Denkfabrik der Bayerischen Staatsregierung. Es solle aber auch Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger sein, die von der Digitalisierung betroffen sind.[6]

Im Dezember 2018 stellte Judith Gerlach zusammen mit Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, die Initiative BayFiD (Bayerns Frauen in Digitalberufen) vor, mit der Mädchen und junge Frauen für technische Berufe begeistert werden sollen. Auch Start-up-Gründerinnen werden durch BayFiD gezielt gefördert.[7] Kurz nachdem Anfang Januar 2019 massive Hackerangriffe auf Politiker und Prominente bekannt wurden, schlug Gerlach im Bayerischen Ministerrat ein Maßnahmenpaket vor. Sie möchte vor allem verstärkt auf die Gefahren im Netz hinweisen und einen Passwort-Check anbieten. Zudem soll ihren Angaben zufolge eine Notfall-Hotline aufgebaut werden, die Betroffene im Ernstfall kostenlos nutzen können.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katja Helmö: Konstituierende Sitzung des 17. Bayerischen Landtags am 7. Oktober 2013. Bayerischer Landtag, 24. September 2013, abgerufen am 18. Februar 2019.
  2. Stimmkreis 601: Aschaffenburg-Ost. In: wahl.info. Abgerufen am 15. Oktober 2018.
  3. Gerlach, Judith. Bayerischer Landtag, abgerufen am 12. November 2018.
  4. Maximilian Sippenauer: Bayerns neues Digitalministerium: Wieso wir Digitalministerin Judith Gerlach nicht wirklich feiern können. In: BR.de. 14. November 2018, abgerufen am 16. November 2018.
  5. Natalie Schalk: Digitalministerin Gerlach äußert sich im Interview mit inFranken.de zum Spott im Netz. In: infranken.de. 16. November 2018, abgerufen am 17. Februar 2019.
  6. Thomas Röll: Gerlach wirbt um digitale Frauenpower. 22. Dezember 2018, abgerufen am 17. Februar 2019.
  7. Dirndl und Digitalisierung. 18. Dezember 2018, abgerufen am 17. Februar 2019.
  8. Bericht aus der Kabinettssitzung vom 8. Januar 2019. In: Bayerisches Landesportal. 8. Januar 2019, abgerufen am 17. Februar 2019.