Juf

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Juf
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Hinterrheinw
Kreis: Avers
Politische Gemeinde: Avers GRi2
Postleitzahl: 7448
Koordinaten: 764535 / 146025Koordinaten: 46° 26′ 43″ N, 9° 34′ 48″ O; CH1903: 764535 / 146025
Höhe: 2126 m ü. M.
Einwohner: 30
Juf im Avers-Tal

Juf im Avers-Tal

Karte
Juf (Schweiz)
www

Juf ist eine Fraktion der Schweizer Talgemeinde Avers im Kanton Graubünden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es liegt auf 2126 m ü. M. und damit oberhalb der Baumgrenze. Juf gilt als die höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz und eine der höchstgelegenen Europas.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst im 15. Jahrhundert wurde das Tal durch deutsche Walser besiedelt. Die Edlen von Marmels (Oberhalbstein) und im Bergell wohnende Salis waren im Avers begütert, und erstere wurden vom Bischof mit der Vogtei über dieses Tal belehnt. In diesem Zusammenhang erklären sich auch die Güter des Hospizes St. Peter auf dem Septimer in Ausser- und Inner Cresta und Juf. Wie anderwärts, so schaffen sich auch hier diese deutschen Kolonisatoren ihre eigenen, den Walsergebräuchen entsprechenden Rechtseinrichtungen. Frei wählen sie den Ammann und das Gericht, und nach und nach geht auch die hohe Gerichtsbarkeit auf die Ammannschaft über. Seit der Neueinteilung der Kreise durch das Gesetz vom 1. April 1851 bildete Avers einen eigenen Kreis; für die Grossratswahlen war es bis 1904 wegen der geringen Einwohnerzahl mit Schams vereinigt. Damals erhielt es durch Volksbeschluss wieder das Recht zu einem eigenen Vertreter im Grossen Rat.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1991 2001[3] 2016
Einwohner 20 30 31

Siedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Winter

In Juf leben etwa 30 Einwohner aus sechs Walserfamilien. Neben einigen Wohnhäusern gibt es einen Gasthof, mehrere Ferienwohnungen, ein Touristenlager und eine Poststelle.

Durch seine aussergewöhnliche Höhenlage ist das Dorf oft Ausgangspunkt für Bike- oder Wandertouren zu den Pässen Septimer, Splügen, Julier und San Bernardino, nach Maloja, Bivio oder ins Bergell. Im Winter ist Juf Ausgangspunkt für Skitouren.[4] Im Tal gibt es bis auf zwei Skilifte bei Juppa keine touristischen Einrichtungen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juf ist Endpunkt der heutigen Averser Kantonsstrasse und somit des motorisierten Verkehrs, sowie der ehemaligen, teilweise erhaltenen und rekonstruierten Alten Averserstrasse, die als Wanderroute dient. Bis 1961 verkehrte dort von Avers nach Juf die letzte planmässige Postkutschenlinie der Schweiz[5]. Seit dem Bau der neuen Kantonsstrasse wird Juf durch das Postauto, aktuell täglich achtmal, bedient.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Juf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemäss Historisches Lexikon der Schweiz gilt Juf als die höchstgelegene Dauersiedlung Europas. Im Kaukasus gilt Kurusch als höchstes Dorf (ca. 2'500 m).
  2. Lorenz Joos: Avers. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 1, Paul Attinger, Neuenburg 1921, S. 504 (PDF Digitalisat)
  3. Jürg Simonett: Juf. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 4. Februar 2008.
  4. Juf, Graubünden, Sehenswürdigkeit Schweiz, Zufahrts-Info auf offizieller Tourismushomepage Graubünden. (Memento des Originals vom 12. Oktober 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.graubuenden.ch
  5. Die Schweizerische Post AG: 1961 Letzte Pferdepost. Abgerufen am 2. September 2022.