Jugend und Parlament

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Jugend und Parlament ist eine in der Regel jährlich stattfindende Veranstaltung des Deutschen Bundestags.[1] Sie nimmt unter dessen Angeboten eine besondere Rolle ein, weil sie (neben Staatsakten und der Bundesversammlung) die einzige Gelegenheit für Nicht-Abgeordnete, Angehörige der Bundesregierung und Angehörige des Bundesrates ist, den Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zu betreten und dort zu tagen.

Der Plenarsaal des Reichstagsgebäudes

Von 1981[2] bis 2003 bestand die Veranstaltung aus Diskussionsforen zu unterschiedlichen, jeweils gerade aktuellen Themen, bei denen sich die jugendlichen Teilnehmenden mit Bundestagsabgeordneten austauschen konnten.

Seit 2004 ist „Jugend und Parlament“ ein groß angelegtes Planspiel[3], bei dem 315 Teilnehmende[1] im Alter zwischen 17 und 20 Jahren[4] für 4 Tage[5] in die Rolle von Bundestagsabgeordneten schlüpfen. Die Teilnehmer werden dabei von den Abgeordneten nominiert.[6] Die Gesamtheit der Teilnehmenden wird nach Zufall in derzeit 3 Fraktionen aufgeteilt. Jeder Teilnehmende erhält eine fiktive Identität[1]; insgesamt entspricht der so für 4 Tage existierende „JuP-Bundestag“ statistisch – was Alter, Familie, Beruf, Bildungshintergrund und geographische Herkunft angeht – dem realen Bundestag.

Die Teilnehmenden „durchleben“ den gesamten Gesetzgebungsprozess von der Einbringung über Diskussionen in Fraktionen und Arbeitsgruppen, die erste Beratung im Plenum, die Ausschussberatungen, die abschließenden Diskussionen in den Fraktionen bis zur zweiten und dritten Beratung im Plenum.[7] Seit 2006 schließt die Veranstaltung regelmäßig mit einer Gegenüberstellung der Erfahrung der Teilnehmenden mit der der realen Abgeordneten, in der Regel vertreten durch die Fraktionsvorsitzenden.

Primäres Ziel des Planspiels ist nicht die Vermittlung politischer Inhalte, sondern der Funktionsweise des parlamentarischen Apparats.

Das Planspiel „Jugend und Parlament“ ist eine Variante des Planspiels „Parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren“, das ebenfalls vom Besucherdienst des Deutschen Bundestages angeboten wird, das vier Stunden dauert und an dem pro Jahr etwa 120 Gruppen bestehend aus jeweils 18 – 40 Personen teilnehmen können. Die Teilnahme ist kostenlos, der Bundestag übernimmt Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung. Bei Interesse muss man sich beim Wahlkreisbeauftragten des deutschen Bundestages in Verbindung setzen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 gab es eine Protestaktion gegen die Klimapolitik der Deutschen Bundesregierung. So legten sich mehrere Jugendliche vor dem Rednerpult auf den Boden und zeigten ein Transparent.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Angebote für Kinder und Jugendliche. (Nicht mehr online verfügbar.) In: bundestag.de. 11. Dezember 2013, archiviert vom Original am 28. August 2016; abgerufen am 5. September 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundestag.de
  2. Jugend und Parlament – Joseph Mörtl aus Bergen „spielte“ Politik in Berlin. (Nicht mehr online verfügbar.) In: baerbel-kofler.de. 14. Juni 2016, archiviert vom Original am 18. September 2016; abgerufen am 5. September 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/baerbel-kofler.de
  3. Mitmischen das Jugendportal des Deutschen Bundestages: Einmal Abgeordneter sein. In: mitmischen.de. 16. Juni 2016, abgerufen am 5. September 2016.
  4. Deutscher Bundestag, Pressestelle: „Jugend und Parlament“ - Demokratie spielerisch üben. In: bundestag.de. 23. Mai 2019, abgerufen am 10. Juni 2019.
  5. Dieter Janecek: Jugend und Parlament 2016 – Nachwuchspolitiker üben im Bundestag die Gesetzgebung. (Nicht mehr online verfügbar.) In: dieterjanecek.de. 7. Juni 2016, archiviert vom Original am 13. September 2016; abgerufen am 5. September 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dieterjanecek.de
  6. Kordula Kovac: Kordula Kovac - Jugend und Parlament: Treffen mit der Kanzlerin. In: kordulakovac.de. 23. Juli 2014, abgerufen am 5. September 2016.
  7. Gero Storjohann: Gero Storjohann empfängt Teilnehmer des Planspiels „Jugend und Parlament“ in Berlin. In: gero-storjohann.de. 13. Juni 2016, abgerufen am 5. September 2016.
  8. Klimaaktivisten stellen sich im Bundestag tot: „Bleiben Sie ruhig liegen“, sagt Schäuble. In: Welt.de. 4. Juni 2019, abgerufen am 10. Juni 2019.