Jugendfußball

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E-Jugend Fußball-Mannschaft beim Aufwärmtraining

Jugendfußball ist die Bezeichnung für Vereins-Fußball, der von Mädchen und Jungen gespielt wird. Das Alter der Spieler liegt zwischen etwa fünf und höchstens neunzehn Jahren.

Alterseinteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler dürfen in älteren Juniorenteams eingesetzt werden, aber nie in jüngeren als es ihrem Alter entspricht. Um die Junioren zu schützen, dürfen sie in der Regel nur ein Spiel pro Tag bestreiten.

Altersklassen Jungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jugendfußball ist auf verschiedene Altersklassen aufgeteilt. Die Einteilung erfolgt nach Jahrgängen, wobei immer zwei Jahrgänge zu einer Altersklasse zusammengefasst werden. Die ältesten Jugendlichen werden international als U 19 bezeichnet und heißen in Deutschland A-Junioren. Zu dieser Altersklasse gehören die Spieler, die im laufenden Jahr 18 oder 19 werden. Die beiden nächstjüngeren Jahrgänge werden als B-Junioren bezeichnet, es folgen C-, D-, E- und F-Junioren. Die allerjüngsten Spieler heißen historisch bedingt meist nicht G-Junioren, sondern Bambini, Knirpse oder Mini-Kicker, bzw. einfach Minis. Häufig wird dem italienischen Plural Bambini fälschlicherweise noch ein Plural-s angehängt, wie z. B. in § 8 der DFB-Jugendordnung.[1]

Altersklassen Mädchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da es nicht so viele Fußball spielende Mädchen gibt, gibt es meistens nicht so viele Altersklassen. Mädchen spielen oft bis zur D-Jugend bei den Jungen mit und es gibt dann nur die Altersklassen B und C, da die der A-Jugend entsprechenden Jahrgänge bereits in der Seniorenklasse mitspielen.

Vereinseinteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großvereine bilden oft wie bei den Senioren mehrere Mannschaften aus einer Altersklasse, die durchnummeriert werden. Die (A-F)1 besteht in der Regel aus den stärksten Spielern, manchmal auch konsequent aus dem älteren Jahrgang. Bei kleinen Vereinen braucht es beide Jahrgänge, um ein Team stellen zu können. Bei den Bambini erfolgt keine Leistungszuweisung, da hier dem Spieltrieb freier Lauf gelassen wird.

Klasseneinteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klasseneinteilung Jungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die untere Liga ist die Kreisliga, die meistens in mehrere Gruppen oder Staffeln unterteilt ist.

Ab der D-Jugend gibt es darüber hinaus Leistungsstaffeln oder Sondergruppen. Ab hier gelten auch erst die Regeln von Abseits und Rückpass. In der D-Jugend kann noch bzw. schon mit sieben oder neun Spielern gespielt werden, das Spielfeld wird dementsprechend entweder quer in einer Hälfte oder verkürzt, zur Gänze bespielt.

Ab der C-Jugend gibt es auch Bezirksstaffeln, Verbandsliga, Oberliga und Regionalligen. Für die Bundesligavereine gibt es zusätzlich für diese Altersklasse eine Nachwuchsliga.

Die A- und B-Junioren spielen bis zur Bundesliga. Um den Beweis für die störungsfreie Gewährleistung des aufwändigen Spielbetriebes zu erbringen, muss beim Aufstieg eine Sicherheitsleistung von 100.000 Euro hinterlegt werden.

Klasseneinteilung Mädchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den B- und C-Juniorinnen gibt es in der Regel eine Verbandsstaffel und darunter Bezirks- und Kreisstaffeln. Im Landesverband Baden-Württemberg gibt es auch eine B-Juniorinnen-Oberliga. Seit der Saison 2012/13 gibt es für die B-Juniorinnen auch eine Bundesliga. Diese unterteilt sich in die Bundesliga Nord und in die Bundesliga Süd.

Klassenwechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei den Senioren steigen auch bei den Spielklassen des Jugendfußballs in der Regel die Meister auf und einige Teams vom Tabellenende ab. Hierzu gibt es oft Relegationsspiele, um Klassenunterschiede zu dämpfen. Im Aufstieg befindet sich aufgrund des Jahrgangswechsels grundsätzlich der jüngere Jahrgang. Auf Antrag kann aber auch der ältere Jahrgang in die Relegation der neuen Altersklasse gehen, in der ihn dann allerdings nicht nur höherklassige, sondern in der Regel auch ein Jahr ältere Gegenspieler erwarten.

Weitere offizielle Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Meisterschaft gibt es einen Pokalwettbewerb auf Verbandsebene. Die Finalisten oder Finalsieger auf Kreisebene werden hierfür qualifiziert. Daneben gibt es auf Kreisebene in der Winterpause einen Wettbewerb um den Kreishallenpokal. Hierbei werden nur ausgesuchte Mannschaften beteiligt.

Fördersysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jugendfußball gibt es verschiedene Fördersysteme, wie zum Beispiel verschiedene Fußballschulen. Vereine die eine exzellente Jugendarbeit haben werden mit dem Sepp Herberger Preis ausgezeichnet. Seit einigen Jahren betreibt der Deutsche Fußballbund sogenannte DFB-Stützpunkte, an denen talentierte Spieler der D- und C-Junioren in der Regel einmal wöchentlich ein zusätzliches Technik-Training erhalten.

Profisport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gute Jugendspieler erhalten bereits Angebote zum Vereinswechsel. Diese Trennung von den bisherigen Sportkameraden wird mit besserer Förderung und den verbesserten Chancen einer Sichtung durch einen Bundesligaverein begründet. Der erhöhte Aufwand wird mit Übernahme der Fahrtkosten und der Stellung von Fußballschuhen zur normal üblichen Trikotausstattung ausgeglichen. Manchmal wird auch die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes garantiert. Einige wenige Spieler erhalten auch schon in Jugendjahren Profiverträge.

Talentauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deprez u. a. (2015) [2] analysierten 388 männliche belgische Fußballspieler (8 – 16 Jahre), die als Talente galten und für Fußballakademien ausgewählt wurden und in diesen entweder blieben oder aus den Akademien ausgeschieden wurden; in einer 2. Analyse unterschieden sie die, die durchgehalten hatten und nun einen Nachwuchsprofivertrag bekamen und die, die es nicht geschafft hatten. Der Reifegrad und die körperliche Entwicklung stellten keinen statistisch signifikanten Unterschied dar. Die Dropouts waren schwächer in der Motorkoordination, der fußballspezifischen aeroben Ausdauer und der Schnelligkeit. Einen Profi-Vertrag bekamen von denen, die dabeigeblieben waren, die, die weiter springen konnten (p = 0.011) und im 5-m Sprint (p = 0.041) schneller waren. Allerdings erklärten diese motorischen Tests nur 16,7 % Varianz, sodass die eigentliche spezifische Fußballbegabung den weitaus größten Anteil an dem fußballerischen Erfolg haben.[3]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder beim Jugendfußball in einem Sportverein im Landkreis Starnberg[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jugendordnung des Deutschen Fußball-Bundes.
  2. Deprez DN, Fransen J, Lenoir M et al. (2015). A retrospective study on anthropometrical, physical fitness, and motor coordination characteristics that influence dropout, contract status, and first-team playing time in high-level soccer players aged eight to eighteen years. Journal of Strength and Conditioning Research 29(6): 1692–1704
  3. Arnd Krüger: Training und Entwicklung. Leistungssport 45(2015), 5, 42
  4. Bohnenstengel, A. (2001): Jugendfußball

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einteilung in den verschiedenen Verbänden [1] (siehe dort)