Juif (Saône-et-Loire)

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Juif
Juif (Frankreich)
Juif
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Louhans
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 41′ N, 5° 10′ OKoordinaten: 46° 41′ N, 5° 10′ O
Höhe 182–210 m
Fläche 11,80 km2
Einwohner 258 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km2
Postleitzahl 71440
INSEE-Code

Juif ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Louhans. Die Gemeinde hat 258 Einwohner (Stand 1. Januar 2016)

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SimardSaint-UsugeBrangesMontretVérisseyJuif mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Juif liegt in der Landschaft Bresse, rund 7,5 Kilometer nordwestlich von Louhans und wird im äußersten Osten der Gemeinde von der Departementsstraße D678[1] (Abschnitt Simard–Louhans) gestreift. Weitere größere Straßen finden sich nicht auf dem Gemeindegebiet. Die nordwestliche Gemeindegrenze bildet La Servonne[2], die zahlreiche Biefs aufnimmt. Sie durchquert die Gemeinde beim Bourg, erweitert sich zum Étang de Charmoy und bildet die südöstliche Gemeindegrenze. Von Norden her fließt der Ruisseau des Roths[3] in den Étang de Charmoy, ganz im Osten der Gemeinde mündet der Ruisseau de Promby[4] in die Servonne und ganz im Südwesten entspringt ein Arm des Ruisseau de Barbette[5]. Das Gemeindegebiet ist recht stark bewaldet. Rund Dreiviertel der Einwohner leben außerhalb des Bourg in Weilern und Einzelhöfen. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Balette, Berts, Bessard, Bois-Chanut, Cadolles, Cadolles-de-Charmoy, Carré, Carruge, Charmoy, Etang-Couleuvre, Girards, Grosse-Grange, Jaraude, Marconnaise, Mares, Meurot, Moutrets, Perrussots, Ponsards, Pontot, Quintenières, Roths, Servonne, Seurres, Vesvre.[6]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Juif ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 813 mm Niederschläge.

Juif
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Juif
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,8 12,4 15,9 19,9 23,4 25,6 25,1 21,7 15,6 9,5 5,3 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,3 2,6 5,5 9,0 12,5 14,3 13,9 11,3 7,0 3,2 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,5 10,7 14,4 17,9 19,9 19,5 16,5 11,3 6,3 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 61 59 57 58 78 78 59 78 78 66 76 65 Σ 813
T
e
m
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4,8
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9,0
23,4
12,5
25,6
14,3
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11,3
15,6
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Erwähnung geht zurück auf das Jahr 1074 im Zusammenhang mit einem Stephanus de Judeis. 1284 wird der Ort Juys und 1362 Joye genannt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Name des Ortes mit Juden oder mit jüdischen Bewohnern zusammenhängt. Allerdings ist die Ableitung von Iugum (lateinisch: Joch) ebenfalls nicht schlüssig. Wahrscheinlich ist, dass im Zusammenhang mit der Latinisierung des Namens des genannten Stephanus die Form Judeis entstanden ist, die eine Rückführung auf das Original nicht mehr zulässt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1289 verkaufte der Graf von Savoyen seine Schlösser und Ländereien in Cuisery, Sagy und Savigny-sur-Seille dem Herzog Robert II. von Burgund, bei dieser Gelegenheit gelangte Juif zum Burgund und zur Baronie von Branges. 1655 wird die Baronie zugunsten von Antoine Barillon de Morangis, Mitglied und Maître des requêtes des Königlichen Rates, in ein Marquisat erhoben. Das Marquisat gelangt später an Tardieu de Malessis. Bis 1665 war Juif ein Sprengel von Montret, darauf wurde die Kirche erbaut, die dem Heiligen Bartholomäus geweiht ist[7], sie wurde im 19. Jahrhundert erweitert. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Château des Barons im Ort Juif erbaut, 1860 die Mädchenschule, 1880 das Château des Carré in Charmoy. 1906 entstand ein neues Mehrklassenschulhaus und die Mairie. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Tabak angebaut und Stuhlmacher waren tätig. Die Bewaldung hatte zwar abgenommen, es waren aber noch nennenswerte Bestände an Eichenwäldern vorhanden. Ende des 20. Jahrhunderts wurde eine Maistrocknerei von beachtlicher Größe in Charmoy erstellt. 1988 waren noch 33 Landwirtschaftsbetriebe vorhanden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner
(Quelle: [8])
Jahr 1793180018211831184118511861187218811891190119061911192119311946196219751990199920062011
Einwohner 539566570601652644642640646596636675641526502468379277250229249254
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 18 Landwirtschaftsbetriebe und zwei Betriebe der Baubranche. Als AOC-Produkte sind in Juif Volaille de Bresse[9] und Dinde de Bresse[10], ferner Crème et beurre de Bresse[11][12] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juif verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Juif (Saône-et-Loire) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Juif. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Juif. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Juif. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Juif. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Departementsstraße D678. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 16. April 2015 (französisch).
  2. La Servonne, Länge 14,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 42′ 46,4″ N, 5° 9′ 44,6″ O in Simard auf ca. 210 m, Mündung bei 46° 39′ 14,4″ N, 5° 13′ 26,4″ O in Louhans auf ca. 178 m, La Servonne auf sandre.eaufrance.fr
  3. Ruisseau des Roths, Länge 2,9 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei 46° 42′ 28,8″ N, 5° 9′ 52,6″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 41′ 1,7″ N, 5° 10′ 5,9″ O in Juif auf ca. 187 m, Ruisseau des Roths auf sandre.eaufrance.fr
  4. Ruisseau de Promby, Länge 4,6 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei 46° 43′ 3,7″ N, 5° 11′ 42,7″ O in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei 46° 40′ 50,5″ N, 5° 11′ 42″ O in Saint-Usuge auf ca. 186 m, Ruisseau de Promby auf sandre.eaufrance.fr
  5. Ruisseau de Barbette, Länge 6,0 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 40′ 12″ N, 5° 7′ 9,5″ O in Montret auf ca. 206 m, Mündung bei 46° 37′ 51,2″ N, 5° 7′ 48,7″ O in Sornay auf ca. 175 m, Ruisseau de Barbette auf sandre.eaufrance.fr
  6. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 10. Januar 2015 (französisch, Suchbegriff: <CTRL>-f Juif).
  7. Kurzbeschrieb der Kirche. (PDF) von Juif. La Pastorale du Tourisme en Saône et Loire, abgerufen am 30. Mai 2015 (französisch).
  8. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 10. Januar 2015 (französisch).
  9. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  10. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  12. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).